Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Spanien Katalonien-Krise verunsichert Großbanken

Die spanischen Großbanken kommen beim Abbau ihrer faulen Kredite voran. Doch die Kunden sind wegen der Katalonien-Krise nervös. Die Banco Sabadell zieht Spitzenmanager aus der Region ab.
Kommentieren
Sabadell und der Konkurrent BBVA sind stark von Katalonien abhängig, rund ein Drittel der Einlagen stammt aus der wirtschaftsstarken Region. Quelle: Reuters
Banco Sabadell

Sabadell und der Konkurrent BBVA sind stark von Katalonien abhängig, rund ein Drittel der Einlagen stammt aus der wirtschaftsstarken Region.

(Foto: Reuters)

MadridDer Streit um Katalonien verunsichert die spanischen Großbanken. Die Banco Sabadell bestätigte am Freitag, einen Teil des Managements aus Katalonien abzuziehen und sich zeitweise mit Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) eingedeckt zu haben. Sabadell und der Konkurrent BBVA sind stark von Katalonien abhängig, rund ein Drittel der Einlagen stammt aus der wirtschaftsstarken Region. "An einigen Tagen waren die Kunden nervös", sagte BBVA-Chef Carlos Torres am Freitag nach der Vorlage der Quartalszahlen. Es habe kleinere Bewegungen bei den Guthaben gegeben, aber inzwischen habe sich die Lage normalisiert. Die BBVA hat ihren Sitz zwar in Bilbao im Baskenland, ist aber nach dem Kauf von zwei Sparkassen einer der größten Kreditgeber in Katalonien.

Die Banco Sabadell hatte bereits kurz nach dem Referendum Anfang Oktober ihren Hauptsitz aus der katalanischen Stadt Sabadell auf dem Papier in die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca verlagert. Das Büro des Verwaltungsratspräsidenten und einige Spitzenmanager zögen nach Madrid um, sagte Konzernchef Jaime Guardiola am Freitag und bestätigte einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Mitte Oktober. Die Bank bestätigte zudem, dass sie sich Anfang Oktober mit Liquidität bei der EZB eingedeckt hatte. Damals wurde beim wöchentlichen Tender der Zentralbank ein überraschend hoher Geldbetrag abgerufen.

Nach dem Unabhängigkeitsreferendum haben hunderte Firmen ihren Sitz aus Katalonien verlagert. Die Caixabank ist von Barcelona nach Valencia umgezogen. Sie berichtete vor wenigen Tagen von "moderat negativen" Auswirkungen auf die Einlagen durch die Katalonien-Krise.

Die Ereignisse in Katalonien überschatten die Fortschritte der spanischen Banken beim Abbau ihrer Altlasten. Die zweitgrößte spanische Bank BBVA senkte im dritten Quartal den Bestand an faulen Krediten um 1,5 Milliarden Euro, bei Sabadell waren es 500 Millionen Euro weniger, wie die Geldhäuser am Freitag mitteilten. Auch Santander hatte die Altlasten reduzieren können, wie die größte spanische Bank bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte. Wie auch anderen europäische Geldhäusern machen die niedrigen Zinsen den spanischen Banken zu schaffen. Bei BBVA sank der Zinsüberschuss um zwei Prozent, bei Sabadell um vier Prozent.

Auf der Suche nach einem Ausweg haben spanische Banken ihr Auslandsgeschäft ausgebaut. BBVA profitierte im dritten Quartal vom starken Geschäft in Mexiko, der Nettogewinn des Konzerns stieg um 19 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Der Überschuss von Sabadell fiel dagegen um acht Prozent auf 203 Millionen Euro.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Spanien: Katalonien-Krise verunsichert Großbanken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote