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Sparkasse Mit einer Heimat-App will sich die Sparkasse Rhein Neckar Nord gegen Big-Techs behaupten

Die Sparkasse Rhein Neckar Nord startet die regionale Plattform „Kurpfalz erleben“, um Kunden zu binden. Sie will die Idee per Lizenz weiterverkaufen.
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Sparkasse Rhein Neckar Nord: Mit der „Heimat-App“ gegen Big-Techs Quelle: dpa
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Die geplante „Heimat-App“ dient vor allem der Imagepflege.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie deutschen Kreditinstitute müssen sich gegen große neue Wettbewerber, die internationalen Tech-Konzerne, wappnen. Das sehen viele Beobachter und Bankmanager selbst so: Amazon, Apple, Google und Facebook werden mit ihren Plattform-Ansätzen traditionellen Geldhäusern das Leben schwer machen. Die Bezahlverfahren Apple Pay und Google Pay, die es seit vergangenem Jahr auch in Deutschland gibt, sind nur der Anfang.

Was also tun? Die Sparkasse Rhein Neckar Nord aus Mannheim gibt eine ganz eigene Antwort – mit einer Plattform, die fast nichts mit dem Bankgeschäft zu tun hat. Sie will im Laufe des Jahres die Regional-App „Kurpfalz erleben“ starten, mit der sie Verbraucher und Unternehmen in der Region erreichen und vernetzen will, egal ob Sparkassenkunden oder nicht.

Mehr noch: Es soll auf den ersten Blick gar nicht erkennbar sein, dass die App mit Informationen zur Region von einer Sparkasse stammt.

„Wir können nicht mit den Big-Techs wie Google und Amazon konkurrieren, aber wir können uns auf andere Weise gegen sie behaupten“, sagt Vorstandschef Stefan Kleiber dem Handelsblatt. „Unsere Stärke liegt in der Kenntnis unserer Region.“ Mit einer lokalen Info-App hofft Kleiber, in eine Lücke zu stoßen – eine Lücke, die die großen Tech-Konzerne gar nicht interessiert.

Die Gratis-App dient der Imagepflege, aber nicht nur. „Es geht darum, den Kontakt zum Kunden nicht zu verlieren und Kunden auf Dauer an die Sparkasse zu binden“, sagt Oliver Mihm, Chef von Investors Marketing, der die Sparkasse beim Aufbau der Heimat-App berät.

Dahinter steckt eine verbreitete Sorge in der Finanzbranche: Viele Bankkunden fühlen sich nicht mehr so wie früher an ihre Hausbank gebunden und sind heute eher bereit, die Kontoverbindung zu wechseln.

Die neue Sparkassen-App will mehr sein als nur eine Plattform für Bankgeschäfte.
Regional-App

Die neue Sparkassen-App will mehr sein als nur eine Plattform für Bankgeschäfte.

Das liegt an der zunehmenden Konkurrenz durch Online- und Smartphone-Banken wie Comdirect, ING und N26 mit ihren Gratiskonten. Erwartet wird, dass zusehends auch große Tech-Konzerne die Schnittstelle zum Kunden besetzen.

Nah am Kunden will auch Kleiber mithilfe der Heimat-App bleiben. Sie soll zeigen, was es vor Ort alles gibt. Zum Beispiel: Restaurant- und Veranstaltungstipps, Wettkampfergebnisse lokale Sportvereine, Onlineshops ansässiger Firmen, Informationen zu Themen wie Gesundheit, Familie und Wohnen. „Wir wollen etwas anbieten, das jeden in der Region interessiert“, so Mihm.

„Für Finanzen interessieren sich die meisten nicht“

Ein hoher Anspruch, zumal Nutzer enttäuscht sein dürften, wenn sie falsche Angaben finden oder diese unvollständig sind. Das wissen Kleiber und Mihm: Der Inhalt würde zum einen durch feste Partner, etwa Verlage, eingespielt. Zum anderen baue man eigene Kapazitäten dafür auf. Außerdem soll die App nach und nach ausgebaut werden.

Mit einer Plattform nur mit Bankprodukten gegenzusteuern, bringt Mihm zufolge nichts. „Für Finanzen interessieren sich die meisten Menschen gar nicht.“ Gleichwohl will die Sparkasse versuchen, Finanzangebote in die App einzubauen – etwa einen Ratenkredit, wenn jemand darüber ein teures Fahrrad kaufen will, oder eine Versicherung, wenn Kunden eine Reise buchen. Das dürfe aber nicht penetrant oder plump erfolgen, erklärt Mihm.

Tragen soll die Heimat-App sich innerhalb von drei Jahren selbst, unter anderem durch Werbung, Beiträgen von Partnerfirmen und den Verkauf von Finanzprodukten. Die Sparkasse Rhein Neckar Nord hat für den Aufbau viel Geld in die Hand genommen. Kleiber spricht von einem siebenstelligen Investment, will aber keine genaue Zahl nennen.

Zwei Gesellschaften hat das Geldhaus dafür gegründet: eine regionale Firma, über die die eigene Plattform läuft, und eine Betreibergesellschaft, die den technischen und rechtlichen Rahmen die App gibt – auch für andere Geldhäuser. Denn Kleiber und Mihm wollen die Lizenz für eine Regional-App auch an weitere Sparkasse vermarkten, die ihre jeweilige Heimat-App dann nach eigenen Vorstellungen füllen können.

Man spreche darüber bereits mit knapp einem Dutzend anderer Sparkassen, die ernsthaftes Interesse gezeigt hätten. Man rechne damit, in den kommenden Monaten mit bis zu 50 Sparkassen aus ganz Deutschland ins Gespräch zu kommen, so Mihm.

Mehr: Die Sparkassen basteln seit dem letzten Sparkassentag an einem Smartphone-Konto. Drei Jahre später gibt es Zweifel an einem baldigen breiten Marktstart.

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