Sparkassen Einigung über Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf – ohne viel Zoff

Das Kreditinstitut will 13,6 Millionen Euro an die Stadt zahlen. Das hat der Verwaltungsrat beschlossen – dieses Mal ohne großen Streit.
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Sparkassen: Einigung über Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf Quelle: dpa
Stadtsparkasse Düsseldorf

Lange wurde über die Ausschüttung der Sparkasse an die Stadt gestritten, dieses Jahr gibt es eine relativ schnelle Einigung.

(Foto: dpa)

FrankfurtWährend in den vergangenen Jahren um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf viel gestritten wurde, gibt es dieses Jahr eine vergleichsweise schnelle Einigung: Das Geldhaus will für das vergangene Geschäftsjahr 13,6 Millionen Euro an die Stadt weiterreichen. Das hat der Verwaltungsrat Ende vergangener Woche beschlossen.

Ein Sprecher der Sparkasse bestätigte, dass die Summe an die Stadt fließen und dies als Empfehlung an den Stadtrat gehen soll. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über die Entscheidung berichtet.

Auch der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der dem Verwaltungsrat vorsitzt, votierte für die Ausschüttung. Er enthielt sich bei der Abstimmung zum Jahresabschluss 2017.

Geisel hatte noch vor wenigen Wochen kritisiert, wie die Sparkasse ihre Bilanz aufstellt und die Höhe des Gewinns festlegt. Davon hängt die Summe der jährlichen Ausschüttung ab. Fließt mehr Geld in Rücklagen oder wendet die Sparkasse höhere Summen für Restrukturierungen auf, sinkt der Gewinn, den die Sparkasse ganz oder teils an die Stadt ausschütten kann. Für 2017 etwa will der Vorstand hohe Rückstellungen bilden.

Losgegangen war der Zwist vor mehr als drei Jahren. Damals hatte Geisel von der Sparkasse eine höhere Ausschüttung gefordert und die Aufstellung der Bilanz kritisiert. Der frühere Sparkassenchef Arndt Hallmann indes wollte die Reserven des Geldhauses stärken. Nach einem Machtkampf verließ Hallmann die Sparkasse Anfang vergangenen Jahres. Seitdem steht Karin-Brigitte Göbel an der Spitze des Instituts.

Fast 14 Millionen Euro entsprechen einer vergleichsweise großen Ausschüttung, die von kaum einer anderen Sparkasse übertroffen wird. Viele der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute schütten gar kein Geld an die Kommunen, ihre Träger und quasi Eigentümer, aus. Und wenn, dann einigen sich die Mitglieder des Verwaltungsrats – meist Vertreter der Parteien im Gemeinde- oder Stadtrat – häufig im Stillen.

Dass die Sparkasse überhaupt so viel ausschütten kann, liegt am relativ hohen Gewinn 2017. Vor Steuern verdiente sie 103 Millionen Euro. Dabei allerdings muss man wissen, dass das Geldhaus in den vergangenen Jahren stark von Erträgen aus Investitionen in Private Equity profitiert hat, die Erträge haben den Konzerngewinn sogar dominiert – komplett ungewöhnlich für Sparkassen.

Diese Investitionen stammen noch aus der Zeit vor der Finanzkrise. 2003 entschied die Stadtsparkasse, Mittel in Private Equity zu stecken – in der Hoffnung, die Eigenkapitalrendite so nach oben zu treiben. Zeitweise hatte sie 400 Millionen Euro bei Finanzinvestoren angelegt, enorm viel für ein Kreditinstitut, das zuletzt auf eine Bilanzsumme von gerade einmal elf Milliarden Euro kam.

Inzwischen sind die Private-Equity-Erträge sogar entscheidend für die Sparkasse. Beim Konzernergebnis für das Jahr 2016 über 71 Millionen Euro kamen 66 Millionen Euro aus Beteiligungserträgen, die aus Private-Equity-Engagements stammten, berichtete kürzlich der Newsletter „Finanz-Szene“. Auch der Zinsüberschuss im Einzelabschluss der Sparkasse wurde wesentlich durch diese Erträge getrieben.

Im Jahr 2017 machten die Erträge aus Private Equity mit 58 Millionen Euro etwa ein Viertel am gesamten Zinsertrag aus, teilte die Sparkasse auf Anfrage mit. Die Berichte zum Konzernabschluss und zum Einzelabschluss sind jedoch noch nicht veröffentlicht.

Für das Jahr 2017 gibt es zudem die Besonderheit, dass die Sparkasse hohe Rückstellungen für einen Personalabbau und Umbauten bildet, in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro. Zudem will sie 21 Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einstellen.

Die Sparkasse peilt an, bis zum Jahr 2022 mehr als 460 Stellen zu streichen. Das entspräche rund einem Viertel der Jobs – und wäre für Sparkassenverhältnisse ein sehr starker Jobabbau, zumal es um noch mehr Mitarbeiter gehen dürfte, weil viele in Teilzeit arbeiten. Ende 2017 hatte die Sparkasse 1945 Mitarbeiter.

Aus Sicht Geisels sind einige Fragen zum Restrukturierungsprogramm aber noch ungeklärt: „Ich sehe weiteren interessanten Diskussionen entgegen, und ich werde mich weiterhin mit Sorgfalt der Abwägung der Trägerinteressen widmen“, sagte er. Womöglich also gibt es erneut Streit.

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