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Sparkassen-Fondsanbieter Deka streicht fast jede zehnte Stelle

Trotz Gewinnsteigerung will der zentrale Fondsanbieter der Sparkassen rund 400 Stellen abbauen. Damit will er seine Kosten im Griff behalten.
Update: 09.04.2019 - 18:06 Uhr Kommentieren
Wegen ihrer stabilen Ausschüttung wird die Deka von den Sparkassen geschätzt. Quelle: imago images / STPP
Dekabank

Wegen ihrer stabilen Ausschüttung wird die Deka von den Sparkassen geschätzt.

(Foto: imago images / STPP)

FrankfurtTrotz einer Gewinnsteigerung will die Dekabank, der zentrale Fondsanbieter der knapp 400 deutschen Sparkassen, in den nächsten Jahren rund 400 Stellen streichen. „Den Großteil davon wollen wir über natürliche Fluktuation und Vorruhestandsregelungen bewältigen“, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger am Dienstag. Ende 2018 betrug die Anzahl der Vollzeitjobs 4.179.

Ziel sei es, die Kosten – gerechnet ohne Zukunftsinvestitionen – im Jahr 2021 auf unter eine Milliarde Euro zu begrenzen, sagte Rüdiger. 2018 lagen sie leicht über dieser Marke. Dabei verdiente die Deka 2018 sogar etwas mehr als im Vorjahr. Ihr wirtschaftliches Ergebnis, das sie abweichend vom klassischen Ergebnis vor Steuern als zentrale Erfolgskennziffer sieht, betrug 452 Millionen Euro.

Für 2019 peilt sie einen Gewinn auf diesem Niveau an. An ihre Eigentümer, die Sparkassen, schüttet die Deka 162 Millionen Euro aus und damit etwas mehr als im Vorjahr. Wegen ihrer stabilen Ausschüttung wird die Deka von den Sparkassen geschätzt – und sie könnte im Zuge der geplanten Konsolidierung der Spitzeninstitute der Gruppe eine zentrale Rolle spielen, weil sie komplett den Sparkassen gehört.

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis schwebt vor, dass die Landesbanken sich zu einer Sparkassenzentralbank zusammentun – am besten ohne die Bundesländer, die an den vier großen Landesbanken maßgeblich beteiligt sind. „Persönlich bin ich Befürworter einer Sparkassenzentralbank, wenn sie klar auf die Bedürfnisse der Sparkassen und ihrer Kunden ausgerichtet ist“, sagte Rüdiger. „Dieser klare Kundenfokus ist ein Riesenvorteil.“

Kritik für Absetzen von Zertifikaten

Die Ausrichtung sei nicht nur wichtig für die Vermögensverwaltung und das Kapitalmarktgeschäft, also den Kern der Deka, sondern auch für das Geschäft mit Firmenkunden – auch im Fall eines größeren Konglomerats in der Gruppe. Mit ihrem Ansatz, zunehmend Zertifikate abzusetzen, erntet die Deka Kritik: Denn im vergangenen Jahr verkaufte sie mehr Zertifikate als Fonds an private Kunden der Sparkassen.

Ihr Fondsabsatz in diesem Segment betrug 5,6 Milliarden Euro – wobei er nach Daten des Branchenverbands BVI weitaus geringer ausfiel; die Deka führt den Unterschied auf verschiedene Berechnungsweisen zurück. Der Absatz von Zertifikaten lag netto bei 5,7 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung stößt auf Skepsis. „Ich rate generell vom Kauf von Zertifikaten ab“, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Zum einen gebe es bei Zertifikaten, die Inhaberschuldverschreibungen sind, ein Emittentenrisiko. Zum anderen seien Anlagestrategien, die dort verpackt würden, „in der Regel nicht im Verbraucherinteresse“.

Zertifikate haben laut Nauhauser meist keinen breiten Anlageansatz und nur eine kurze Laufzeit. Auch Ali Masarwah vom Europa-Researchteam der Fondsratingagentur Morningstar meint, dass Privatkunden in der Regel mit Fonds besser bedient seien. Auch er führt die höhere Transparenz von Fonds an.

Die Deka verteidigte ihr Vorgehen: „Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Sparkassen in ihren Geschäftsmodellen zu unterstützen, sprich in der ganzheitlichen Beratung“, sagte der derzeitige Deka-Vizechef Georg Stocker, der 2020 die Nachfolge von Rüdiger antreten wird. Je nach Situation des Kunden sei zu entscheiden, wie sich ein Depot aus Fonds und Zertifikaten zusammensetze.

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