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Sparkassen-Fondsanbieter Dekabank-Chef Waas muss überraschend gehen

Der Chef des Sparkassen-Fondsanbieters Dekabank, Franz Waas, wurde einen Tag vor der Jahrespressekonferenz mit sofortiger Wirkung abberufen und von allen Aufgaben entbunden. Es ging um Geld.
Update: 02.04.2012 - 19:09 Uhr 7 Kommentare
Franz S. Waas, Vorstandsvorsitzender der Deka-Bank, musste gehen. Quelle: ap

Franz S. Waas, Vorstandsvorsitzender der Deka-Bank, musste gehen.

(Foto: ap)

FrankfurtDekabank-Vorstandschef Franz Waas muss einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz völlig überraschend seinen Hut nehmen. Wegen eines Streits um Tantiemeforderungen berief der Verwaltungsrat des Sparkassen-Fondsdienstleisters den 51 Jahre alten Manager am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten ab und entband ihn von allen Aufgaben. Waas hatte die Dekabank nach Problemen mit einem Immobilienfonds wieder auf Kurs gebracht, war aber nicht unumstritten.

Das notwendige persönliche Vertrauensverhältnis sei nicht mehr gegeben gewesen, „nachdem unterschiedliche Auffassungen über zusätzliche Tantiemeforderungen aus der ersten Amtszeit für die Jahre 2008 und 2009 nicht ausgeräumt werden konnten“, erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. In Finanzkreisen hieß es, Waas habe für diese Zeit rückwirkend zusätzliche Boni von bis zu 2,5 Millionen Euro gefordert.

Der frühere HSH-Nordbank-Vorstand Waas hatte den Chefposten am 1. Januar 2006 nach massiven Problemen bei einem Immobilienfonds übernommen. Anleger hatten 1,7 Milliarden Euro aus einem Deka-Fonds abgezogen. Waas brachte das Unternehmen wieder auf Kurs, war aber nicht immer wohl gelitten. Dennoch hatte der Verwaltungsrat im Juni 2010 den Vertrag des Managers verlängert. „Die neuen rückwirkenden Bonusforderungen haben das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt ein Insider aus dem Umfeld des Aufsichtsgremiums. „Das wurde von Haasis eindeutig als Vertrauensbruch angesehen.“

Innerhalb der Sparkassenfamilie hatte es Kritik am Risikoprofil der Dekabank unter Waas Führung gegeben. Für das Jahr 2010 konnte Waas dank der Erholung an den Märkten einen Rekordgewinn präsentieren. Für das vergangene Jahr erwartete er ein wirtschaftliches Ergebnis im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von rund 400 Millionen bis 500 Millionen Euro. Die Zahlen sollte er eigentlich an diesem Dienstag präsentieren.

Zum kommissarischen Vorstandschef wurde Oliver Behrens bestimmt, der in dem Führungsgremium für das Geschäft mit Wertpapierfonds zuständig ist. Zugleich bestellte der Verwaltungsrat den stellvertretenden Vorstandschef der Frankfurter Sparkasse, Georg Stocker, zum neuen Vorstandsmitglied der Dekabank. Der 47-jährige Manager tritt die Nachfolge von Hans-Jürgen Gutenberger an, der auf eigenen Wunsch in den Ruhestand geht.

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  • dpa
  • rtr
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7 Kommentare zu "Sparkassen-Fondsanbieter: Dekabank-Chef Waas muss überraschend gehen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • auch ein Automechaniker geht zum Anwalt, wenn sein Chef nicht zahlt, was im Vertag steht ;)

  • Man sollte doch annehmen, dass ein Jahresgehalt von 600.000€ Grund genug ist ordentliche Arbeit abzuliefern .....

    Kein Automechaniker bekommt eine Extraprämie nur weil die Reifen, die er gewechselt hat, auch nach 1000 Kilometern noch nicht verloren gegangen sind.
    Und die Aufgabe von Bankmanagern ist es nun einmal möglichst Gewinne zu erwirtschaften - Punkt

  • ...wir machen das mit den Fähnchen... ;-)

  • Da erdreistet sich ein Vorstandsvorzizender seine vertraglich vereinbarte Verguetung einzufordern. 3 Jahre nachdem die zugrunde liegenden Ertraege erwirtschaftet wurden, und klar ist das Wertberichtigungen aus dieser Zeit nicht mehr zu erwarten sind.
    Das Sparkassenlager hat ueber Jahrzehnte hinweg die Inkompetenz der Fuehrungsetagen der von ihnen kontrollierten Landesbanken mit enormen Zahlungen gefoerdert und Kritik nicht zugelassen. Nun erlaubt sich ein neuer Vorstandsvorsitzender die Dekabank im schwierigsten Marktumfeld der Bankgeschichte zu neuen Hoechstgewinnen aus einer Verlustzone herauszufuehren. Das kann nicht gestattet werden. Nie haette man sich auf die vertraglich zugesicherten Verguetungskomponenten eingelassen wenn man erahnt haette wie erfolgreich Franz Waas fuer die Deka haette werden koennen.
    Deshalb muss er weg. Schliesslich unterstreicht er ja, dass es eben auch im verschlafenen Sparkassenlager anders geht, als bei den massiv verlusteichen Landesbanken.

    Schnell zureuck zur Mittelmaessigkeit, oder noch besser in die Verlustzone. Damit nie wieder jemand "unmoralisch" hohe, vertraglich vereinbarte Verguetungen einzufordern wagt !

  • ich hab leider auch Deka Fonds im Depot, wenn die Krise da ist fallen sie ins Bodenlose, wenn der Hype dann endlich da ist fallen sie noch weiter, also Geldvernichter im Depopt! Aber nur die Sparkasse kanns, schon die Werbung sagt uns das!

  • Waas war bei der HSH Chef des Bereichs zu Zeiten der Omega55-Deals.

    Muss man noch mehr sagen, hinsichtlich Risiko-Controlling .....

  • Der Typ hat eine " Bilderbuchkarriere " im Landesbanken-Verbund hingelegt.

    Zu mehr reicht es eben nicht .....

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