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Sparkassen Hamburger Sparkasse verdient weniger – und sieht Amazon und Apple als „größte Konkurrenz“

Tech-Konzerne drängen immer stärker ins traditionelle Bankgeschäft. Wie die größte Sparkasse Deutschlands ihre Marktposition behaupten will.
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Das Institut hat 2018 trotz eines kräftigen Anstiegs des Kreditneugeschäfts unterm Strich weniger verdient. Quelle: dpa
Schriftzug der Haspa

Das Institut hat 2018 trotz eines kräftigen Anstiegs des Kreditneugeschäfts unterm Strich weniger verdient.

(Foto: dpa)

Hamburg, Berlin Die größte Bedrohung geht für die Hamburger Sparkasse (Haspa) nicht von privaten Banken, Landesbanken oder Genossenschaftsinstituten aus. „Die größte Konkurrenz in der Zukunft sehe ich in Datenkraken wie Amazon, Apple, Google oder Alibaba“, sagte der Vorstandssprecher der Haspa, Harald Vogelsang, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Wenn diese Internetkonzerne beispielsweise mit Bezahldiensten immer stärker in Gefilde der Kreditwirtschaft eindringen, sei das sehr ernst zu nehmen, so Vogelsang. Er betonte aber gleichzeitig: „Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist der direkte Kontakt zum Menschen.“ Diesen Vorteil versuche die Haspa noch besser zu nutzen. Stationär etwa durch den Umbau der Filialen zum Nachbarschaftstreff, digital zum Beispiel durch Apps, die den Kunden interessante Angebote machten.

Die mit einer Bilanzsumme von 45 Milliarden Euro größte deutsche Sparkasse hat 2018 trotz eines kräftigen Anstiegs des Kreditneugeschäfts unterm Strich weniger verdient.

Das neu ausgereichte Kreditvolumen der Haspa erhöhte sich im vergangenen Jahr um 44 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. „Die Region Hamburg ist nach wie vor außerordentlich gefragt“, erklärte Vogelsang. Das spiegele sich sowohl bei den privaten Haushalten als auch bei den Investoren wider.

Trotz Tilgungen erhöhte sich der Kreditbestand um 1,8 Milliarden Euro auf 32,7 Milliarden Euro. Der Löwenanteil des Neugeschäfts entfiel auf private Baufinanzierungen.

„Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist der direkte Kontakt zum Menschen“, sagt der Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Harald Vogelsang

„Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist der direkte Kontakt zum Menschen“, sagt der Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Vogelsang räumte ein, dass der Margendruck in der Hansestadt enorm sei. „Hier tummeln sich ja auch alle Kreditinstitute“, so der Vorstandssprecher. Aber die Haspa lockere deswegen nicht ihre Kreditregeln. „100-Prozent-Finanzierungen gibt es nur, wenn die Rahmenbedingungen im gesamten Vermögensbestand des Kunden dies auch zulassen“, verdeutlicht Vogelsang.

Zudem schaue die Haspa, ob die Immobilienprojekte für die Käufer auch dann tragbar seien, wenn die Zinsbindungsfrist auslaufe. Wert werde zudem auf hohe Tilgungen gelegt.

Auch wenn Hamburg zu den teuersten Immobilienstädten Deutschlands gehört, sieht Vogelsang keine Übertreibungen bei der Preisentwicklung. „Das ist für Hamburg insgesamt aus unserer Sicht ein gesundes Wachstum, zumal Städte wie München, Stuttgart, Frankfurt und auch Berlin in den vergangenen zehn Jahren ein deutlich stärkeres Wachstum hingelegt haben als Hamburg.“

Trotz des starken Kreditgeschäfts verringerte sich der Zinsüberschuss um 1,7 Prozent auf 712 Millionen Euro. Dies hängt Vogelsang zufolge mit dem Negativzins zusammen, den die Europäische Zentralbank von den Kreditinstituten verlangt. „Das schlägt bei uns mit einem höheren zweistelligen Millionenbetrag zu Buche, da wir die Negativzinsen in Höhe von 0,4 Prozent nur an ganz wenige Kunden weitergeben“, so Vogelsang. Die Einlagen stiegen im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent oder 400 Millionen Euro auf 9,1 Milliarden Euro.

Der um gut drei Prozent auf 308 Millionen Euro gestiegene Provisionsüberschuss konnte für keinen Ausgleich sorgen. Unterm Strich sank das Jahresergebnis der Haspa um mehr als zwölf Prozent auf 70 Millionen Euro. Die größte Sparkasse gehört nicht zu den effektivsten im Verbund. Wenden die Sparkassen im Durchschnitt rund 66 Cent auf, um einen Euro zu erwirtschaften, sind es bei der Haspa 79 Cent.

Regulierungskosten belasten die Haspa mit jährlich 50 Millionen Euro erheblich. Zu stemmen hat die Sparkasse zudem ein auf drei Jahre angelegtes Investitionsprogramm von 200 Millionen Euro. Damit will die Haspa ihr Filialnetz bis Ende 2020 modernisieren, ihre Informationstechnologie auf ein in der Sparkassen-Finanzgruppe übliches Systems umstellen und Digitalisierungsprojekte anschieben.

Nicht alle bestehenden Filialen werden modernisiert. Mittelfristig sollen von den derzeit 130 Filialen in der Metropolregion 100 übrigbleiben. Zur Zahl der betroffenen Arbeitnehmer machte das Institut keine Angaben. „Unterm Strich wird die Haspa künftig weniger Mitarbeiter beschäftigen“, sagte Vogelsang. Derzeit zählt die Sparkasse rund 5.000 Mitarbeiter.

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