Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sparkassen Schleweis träumt von Zentralinstitut ohne Länder-Einfluss

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis plädiert für eine rote Spitzenbank – ohne Beteiligung der Bundesländer. Einen Plan bleibt er aber schuldig.
Kommentieren
Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) glaubt fest an den Plan seiner „roten Sparkassenzentralbank“. Quelle: dpa
Helmut Schleweis

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) glaubt fest an den Plan seiner „roten Sparkassenzentralbank“.

(Foto: dpa)

FrankfurtHelmut Schleweis hat ein Ziel. Und davon will sich der Sparkassen-Präsident trotz des Gegenwinds aus verschiedenen Ecken auch nicht abbringen lassen. Er möchte alle öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute zu einer Super-Landesbank verschmelzen, die der 64-Jährige „Sparkassenzentralbank“ nennt. Eines Tages werde ein solches Institut entstehen, sagte Schleweis am Mittwoch auf einer Pressekonferenz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) in Frankfurt. Warum? „Weil die Sparkassen als Träger und als Kunden es wollen und auch brauchen.“

Die Bundesländer, die aktuell an den größten vier Landesbanken maßgeblich beteiligt sind, sollen nach den Vorstellungen des DSGV-Chefs bei einer Sparkassenzentralbank außen vor bleiben. „Das Ziel ist es, 100 Prozent in Sparkassen-Hand zu haben.“

In der Vergangenheit haben Ministerpräsidenten ihre Landesbanken häufig dazu genutzt, Strukturpolitik zu betreiben – und das ging regelmäßig schief. Jüngstes Beispiel ist die NordLB, die jahrelang Schiffe finanzierte und nun mit einer Milliardenspritze vor dem Aus gerettet werden muss. „Ich glaube, dass es sinnvoller ist, dass Strukturpolitik bei Förderbanken gemacht wird“, betont der DSGV-Präsident. Seiner neuen Zentralbank obliege dann die „Bedienung der Sparkassen-Interessen“.

Schleweis hatte 2018 vorgeschlagen, dass sich auf dem Weg zu einer Sparkassenzentralbank in einem ersten Schritt zunächst die Landesbanken NordLB und Helaba zusammentun. Anschließend sollte das fusionierte Institut mit der Stuttgarter LBBW, dem Fondsdienstleister Deka und dem Immobilienfinanzierer BerlinHyp verschmelzen.

Allerdings scheiterten die Fusionsgespräche zwischen NordLB und Helaba kurz vor Weihnachten. Und die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern, die bei der LBBW und der BayernLB den Ton angeben, sind strikt gegen eine Beteiligung der heimischen Landesbanken an einer neuen Sparkassenzentralbank.

Grafik

Wie er die Länder umstimmen und ihre Anteile an den Landesbanken herauskaufen will, verriet Schleweis am Mittwoch nicht. Dafür skizzierte er, welches Geschäftsmodell ihm für das rote Superinstitut vorschwebt. Dieses solle „nicht primär auf eigenes Kundengeschäft“ ausgerichtet sein, sondern auf die Bedürfnisse der Sparkassen und ihrer Kunden.

Das Zentralinstitut müsse den regionalen Instituten einen Zugang zum Kapitalmarkt bieten, bei Deals im Ausland helfen sowie im Konsortialgeschäft mit großen Krediten, sagte der Sparkassen-Präsident. Darüber hinaus könne die Bank im Asset-Management und in der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden aktiv sein. „Da Sparkassen Eigentümer und Nutzer sind, muss sie auch nicht ein Geschäftsmodell haben, das über die Maßen rentabel ist“, erklärte Schleweis. Seine Eigenkapitalkosten solle das Institut aber verdienen. Das sei angesichts „erheblicher Synergieeffekte“ zu schaffen.

Gewinn ausgebaut

Zufrieden äußerte sich Schleweis zur Geschäftsentwicklung der 384 deutschen Sparkassen. 2018 bauten sie ihren Gewinn um vier Prozent auf 2,2 Milliarden Euro aus. Die Belastung durch die Niedrigzinsen machten die Institute durch eine Ausweitung des Kreditgeschäfts und durch Sparmaßnahmen weitgehend wett.

Die Zahl der Beschäftigten ging um 6.529 auf 209.588 zurück, die Anzahl der Filialen mit Mitarbeitern um 485 auf 9.383. Niederlassungen seien dabei überwiegend in städtischen und nicht in ländlichen Regionen geschlossen worden, sagte Schleweis.

Er gehe davon aus, dass die Zahl der Filialschließungen künftig tendenziell abnehmen werde. Die Fusionswelle ist abgeebbt: Im vergangenen Jahr gab es lediglich fünf Zusammenschlüsse. 2019 fand bisher eine Fusion statt, zwei weitere sind geplant.

Schleweis kann sich somit auf die Verschmelzung der Spitzeninstitute konzentrieren. Einen großen Knall erwartet der Sparkassen-Chef dabei nicht. Es werde „ein mühsamer Prozess mit vielen Schritten“, sagte Schleweis. Aber er werde nicht nachlassen und den Prozess weiter vorantreiben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Sparkassen - Schleweis träumt von Zentralinstitut ohne Länder-Einfluss

0 Kommentare zu "Sparkassen: Schleweis träumt von Zentralinstitut ohne Länder-Einfluss"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote