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Sparkassen So reagieren die Länder auf den Plan für eine Super-Landesbank

Viele Sparkassen befürworten die geplante Fusion von Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp. Doch Widerstand kommt aus dem Ländle.
Update: 28.10.2018 - 15:21 Uhr Kommentieren
Auch die LBBW ist als Teil der neuen Super-Landesbank im Gespräch. Doch die baden-württembergische Landesregierung kritisiert das Vorhaben. Quelle: dpa
Landesbank Baden-Württemberg

Auch die LBBW ist als Teil der neuen Super-Landesbank im Gespräch. Doch die baden-württembergische Landesregierung kritisiert das Vorhaben.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Plan für eine Super-Landesbank, zu der insgesamt fünf Spitzeninstitute der Sparkassen gehören würden, stößt in Baden-Württemberg auf Ablehnung. „Was wir bisher lesen, gefällt uns überhaupt nicht“, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Stuttgart dem Handelsblatt. Die deutschen Sparkassen arbeiten an einer Fusion mehrerer Spitzeninstitute, wie das Handelsblatt berichtet hatte.

Sie loten einen Zusammenschluss der Landesbanken Helaba, NordLB und LBBW sowie des Fondsdienstleisters Deka und des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp aus. Treibende Kraft dahinter ist der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, der seit Jahresbeginn im Amt ist.

Ein Zusammenschluss hätte gewaltige Folgen für den deutschen Bankenmarkt. Das fusionierte Institut käme auf eine Bilanzsumme von rund 700 Milliarden Euro. Mittelfristig soll diese Summe Finanzkreisen zufolge auf etwa 500 Milliarden Euro sinken. Damit wäre die neue Super-Landesbank das drittgrößte deutsche Geldhaus – nach der Deutschen Bank und der DZ Bank.

Doch die Regierung in Stuttgart, wo die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sitzt, übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. „Mit uns als Miteigentümer der LBBW hat noch niemand geredet, bevor diese detaillierten Pläne in die Welt gesetzt worden sind. Erst mal wollen wir wissen, worum es denn tatsächlich geht“, so das Finanzministerium.

Die LBBW gehört zu jeweils gut 40 Prozent dem Land Baden-Württemberg sowie dem regionalen Sparkassenverband, knapp 20 Prozent liegen bei der Stadt Stuttgart. Der Sparkassenverband und die LBBW selbst wollten sich nicht äußern.

Andernorts trifft die Option einer Megafusion auf Zustimmung. „Eine Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Bankenlandschaft ist meines Erachtens sinnvoll“, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). „Solchen Diskussionsbeiträgen würde ich offen gegenüberstehen, genauso wie Überlegungen privater Investoren.“ Das Land ist Haupteigner der NordLB, die Ausgangspunkt für die Fusionspläne ist.

Die Lage der Hannoveraner Landesbank ist brenzlig, sie ist auf der Suche nach Investoren. Den Plänen zufolge soll die Helaba zunächst mit einer Minderheitsbeteiligung bei der NordLB einsteigen. An der Kapitalstärkung der NordLB sollen sich demnach darüber hinaus das Land Niedersachsen und die Sparkassen in der Region beteiligen. Im Anschluss würde die NordLB dann mit der Helaba fusionieren. Die Verschmelzung mit Deka, LBBW und Berlin Hyp würde dann im Anschluss stattfinden.

Volksbanken als Vorbild

Auch in Berlin findet der Plan für eine Super-Landesbank Befürworter. „Dass sich Sparkassen und Landesbanken Gedanken machen, wie sie sich zukunftsfest aufstellen können, ist richtig“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Antje Tillmann. Zusammenschlüsse würden zu einer zu „begrüßenden Konsolidierung“ im Landesbankensektor führen.

Florian Toncar, FDP-Finanzexperte, sprach sich ebenfalls für eine Konsolidierung aus. „Dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise so gut wie nicht geschehen ist, ist ein sträfliches Versagen der Politik, die bei den Landesbanken bekanntlich maßgeblich mitredet.“

Er verwies auf die Volks- und Raiffeisenbanken, die mit ihrem Spitzeninstitut DZ Bank vorgemacht hätten, wie man durch ein starkes Zentralinstitut erfolgreich sei. „Wenn die Sparkassen jetzt über einen großen Wurf nachdenken, ist das eine sehr erfreuliche Nachricht.“ Auch in der Sparkassen-Organisation gilt in der Frage die genossenschaftliche Finanzgruppe als Vorbild.

Die Volks– und Raiffeisenbanken sind die größten Wettbewerber der öffentlich-rechtlichen Institute. Deshalb sind viele Sparkassen vor Ort für Fusionen unter Landesbanken. Das verdeutlicht ihr Bundesobmann Walter Strohmaier, der die Interessen der Sparkassen in den DSGV-Gremien vertritt: „Ich begrüße die Diskussion und bin grundsätzlich für eine Konsolidierung. Ich gehe davon aus, dass das auch der Wille der meisten Sparkassen ist.“

Strohmaier, der Chef der Sparkasse Niederbayern-Mitte ist, geht noch einen Schritt weiter: „Das Zielbild ist, dass die Gruppe möglichst nur noch ein Spitzeninstitut haben sollte. Deshalb sollte es im jetzigen Stadium auch keine Denkverbote geben und der Prozess grundsätzlich offen für alle sein, also auch für die BayernLB und die SaarLB.“ Die Sparkassen als Finanzierer des Mittelstands bräuchten ein möglichst starkes Spitzeninstitut, „das auch im internationalen Wettbewerb mithalten kann“.

„Der Weg dahin ist allerdings kein trivialer Prozess“, so Strohmaier. „Wahrscheinlich braucht es mehrere Zwischenschritte dafür.“ Auch andere Vertreter des öffentlich-rechtlichen Sektors halten die geplante Megafusion für ökonomisch sinnvoll. Aber es gibt Zweifel, ob eine so große Transaktion mit der Stützung der NordLB verknüpft werden sollte. Denn das erhöht den Zeitdruck.

Die NordLB, die durch faule Schiffskredite schwer belastet ist, hat schließlich versprochen, bis Jahresende eine Lösung für ihre Kapitalprobleme zu präsentieren. Deshalb haben viele Beteiligte Zweifel, dass es am Ende zu einem derart großen Zusammenschluss kommt. „Die Exekutionsrisiken sind gewaltig“, sagt ein öffentlich-rechtlicher Bankmanager. „Das ist der totale Wahnsinn.“

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