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Sparkassen Stadtsparkasse Düsseldorf will wieder Geld an die Stadt ausschütten

Die Sparkasse Düsseldorf steht vor einem deutlichen Umbau bei Jobs und Filialen. Trotzdem will sie bei den Ausschüttungen die Stadt „nicht enttäuschen“.
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Sparkassen: Einigung über Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf Quelle: dpa
Stadtsparkasse Düsseldorf

Die Stadtsparkasse verdiente mit rund 80 Millionen Euro etwa 20 Prozent weniger als 2017.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas operative Ergebnis der Stadtsparkasse Düsseldorf ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Trotzdem will sie dieses Jahr erneut Geld an die Stadt, ihren Träger und somit quasi Eigentümer, ausschütten. „Wir werden für 2018 einen Gewinn ausweisen, der auch eine angemessene Ausschüttung an den Träger ermöglicht“, sagte Sparkassenchefin Karin-Brigitte Göbel am Dienstag. Über die Höhe der Ausschüttung werde der Verwaltungsrat im Juni entscheiden.

Göbel wollte keine Zahl nennen, kündigte aber an: „Wir werden in diesem Jahr auch nicht enttäuschen.“ Die Stadtsparkasse gehört mit einer Bilanzsumme von knapp zwölf Milliarden Euro zu den größten der knapp 400 deutschen Sparkassen.

Dabei musste die Stadtsparkasse einen Ergebniseinbruch hinnehmen. Sie verdiente mit rund 80 Millionen Euro etwa 20 Prozent weniger als 2017. Der entscheidende Grund: Das wichtige Zinsergebnis sank um zwölf Prozent auf knapp 197 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Betriebsergebnis vor Bewertung noch bei 103 Millionen Euro gelegen.

Im vergangenen Jahr – also aus dem Gewinn des Jahres 2017 - hatte die Sparkasse Göbel zufolge 12,8 Millionen Euro an die Stadt ausgeschüttet. Damit zählt sie bundesweit zu den Sparkassen, die in absoluten Beträgen und in Relation zur Bilanzsumme die höchsten Beträge an den Träger überwiesen hat. Ein Großteil der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute reicht gar kein Geld an die Städte und Kommunen weiter.

Vorausgegangen war eine jahrelange harte Auseinandersetzung um die Höhe der Ausschüttung, die in dieser Form in Deutschland einmalig war. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wollte mehr Geld, als die Sparkasse bereit war zu geben. Das Geldhaus wollte stattdessen lieber seine Reserven aufstocken. Im Zuge des Streits verließ Göbels Vorgänger Arndt Hallmann die Sparkasse.

Göbel baut die Stadtsparkasse derzeit kräftig um. Zum einen hat bereits ein drastischer Stellenabbau begonnen, zum anderen schrumpft die Zahl der Filialen. Per Anfang Oktober soll es nur noch 32 personenbesetzte Geschäftsstellen geben sowie acht mobile Filialen. Bei diesen steuern Sparkassenbusse bestimmte Standorte an. Diesen Schritt hatte die Sparkasse vor einigen Monaten angekündigt, damals hatte sie noch 47 Filialen, 2015 waren es sogar noch 64 Geschäftsstellen.

Ende 2018 gab es bei der Stadtsparkasse noch 1.828 Vollzeitstellen, gut 100 weniger als ein Jahr zuvor. Weitere Details zum Jobabbau wollte Göbel nicht nennen. Vor rund einem Jahr war bekannt geworden, dass die Sparkasse bis zum Jahr 2022 mehr als 450 Stellen streichen will. Das entspräche rund einem Viertel der Jobs zum Zeitpunkt der Ankündigung – und wäre für Sparkassenverhältnisse ein sehr starker Jobabbau. Er soll sozialverträglich ablaufen, zudem steht ein Teil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kurz vor dem Ruhestand.

Ein wesentlicher Grund für den Umbau ist, dass die Sparkasse von stark sinkenden Zinsüberschüssen ausgehen muss – nicht nur wegen der Minizinsen in der Euro-Zone, auch weil sie bisher von hohen Erträgen aus Investments bei Finanzinvestoren profitierte. Das wird sich aber in den nächsten Jahren ändern.

Das Geldhaus hat in den vergangenen Jahren üppige Renditen aus Anlagen in Private-Equity-Fonds eingefahren – äußerst ungewöhnlich in dieser Dimension für eine Sparkasse. Die Stadtsparkasse fährt die Investments zurück und rechnet auch mit einem deutlichen Rückgang der Erträge daraus. Im vergangenen Jahr allerdings steuerte die Beteiligungstochter – im Wesentlichen Private-Equity-Anlagen - laut Göbel noch einmal 55 Millionen Euro zum Zinsergebnis bei. Im Vorjahr waren es 58 Millionen Euro gewesen.

Vorgeschmack auf Turbulenzen an den Kapitalmärkten

Obendrein gab es bei der Düsseldorfer Stadtsparkasse einen Vorgeschmack darauf, wozu eine Konjunktureintrübung und Turbulenzen an den Kapitalmärkten führen: Das Ergebnis nach Bewertung brach noch stärker ein, um satte 40 Prozent: Es lag 2018 angesichts von Abschreibungen bei Krediten und Wertpapieren bei knapp 60 Millionen Euro, 2017 waren es mehr als 100 Millionen Euro gewesen.

Der Vorsteuergewinn indes stieg von knapp 50 Millionen Euro 2017 auf gut 70 Millionen Euro im Jahr 2018. Das lag erstens daran, dass die Sparkasse 2017 Rückstellungen für den Jobabbau gebildet hatte. Und zweitens gab es 2018 einen Sondereffekt durch die Auflösung spezieller Rückstellungen.

Und noch etwas ändert sich bei der Stadtsparkasse Düsseldorf. Sie lockert wie bereits etliche andere Sparkassen den Dresscode. Man habe gerade einen neuen Stilguide veröffentlicht, sagte Göbel. Unter anderem können Mitarbeiter neuerdings auf die Krawatte verzichten, wenn sie keine Kunden treffen.

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