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Sparkassen und Volksbanken Wo es die meisten Filialen gibt – und wo sie verschwinden

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Kundennähe durch den „Sparkassenbus“ erhalten
Gute Banken, schlechte Banken
Frankfurt am Main: neben London wichtiger Finanzplatz
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Europas Banken stecken in der Krise. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere.

Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Bis auf drei Banken liegt das KBV bei allen Geldhäusern unter 1, drastisch fällt dieser Wert bei der Deutschen Bank aus. Ein KBV unter 1 bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen würden als von der Fortführung des Geschäfts, – oder, dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2017. Aktienkurse vom 3. August 2017

(Foto: dpa)
Platz 10: Commerzbank
2 von 12

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

(Foto: Reuters)
Platz 11: Barclays
3 von 12

Nettoverlust: 1.440 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –4,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,1 Prozent

KBV: 0,63

(Foto: Reuters)
Platz 7: RBS
4 von 12

Nettogewinn: 791 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,8 Prozent

KBV: 0,66

(Foto: Reuters)
Platz 9: Credit Suisse
5 von 12

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

(Foto: Reuters)
Platz 8: Deutsche Bank
6 von 12

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

(Foto: dpa)
Platz 5: Société Générale
7 von 12

Nettogewinn: 1.058 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 9,5 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,7 Prozent

KBV: 0,65

(Foto: Reuters)

Und weil die Kunden Filialen immer noch wollen, selbst wenn sie diese selten aufsuchen. 47 Prozent der Deutschen wickeln ihre Bankgeschäfte am liebsten in einer Kombination von Filiale und Onlinebanking ab, ergab kürzlich eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research.

Deshalb versuchen die Kreditinstitute oft, ein Stück der alten Kundennähe zu bewahren, indem sie Sparkassenbusse als „mobile Filialen“ über Land schicken. Das hat auch die Sparkasse Südholstein angekündigt. Immer häufiger teilen sich Sparkasse und Volksbank auch eine Filiale, um zumindest teils noch präsent in einem Dorf oder einem Stadtteil zu sein.

Radikaler stutzten zuletzt nur die Banken in Krisenländern wie Griechenland und Zypern ihre Vorortpräsenz. Dort verschwanden in dieser Zeit jede dritte Zweigstelle. In Spanien, das 2012 ebenfalls noch besser bestückt war als Deutschland, schloss jede vierte Zweigstelle.

Beobachter rechnen damit, dass sich das Filialsterben in Deutschland aber noch beschleunigt. Die Beratungsgesellschaft Investors Marketing geht davon aus, dass sich das Tempo der Filialschließungen in Deutschland in den kommenden Jahren noch einmal deutlich beschleunigen wird. Bis 2025 soll sich die Zahl der Filialen von 34.000 im Jahr 2015 auf 20.000 reduzieren, ein Rückgang von ganzen 41 Prozent. Eine Umfrage von Investors Marketing unter mehr als 100 Führungskräften in der Kreditwirtschaft bestätigt diesen Trend: Die Führungskräfte rechnen Stand heute mit 29 Prozent weniger Filialen bis 2025.

Warum gerade Deutschland immer wieder als „overbanked“ – also als Land mit zu vielen Banken – bezeichnet wird, erschließt sich aus anderen Daten der EZB-Statistik: Die EZB misst die Konzentration des Bankgeschäfts, indem sie berechnet, welchen Anteil die fünf größten heimischen Banken am gesamten Bankenmarkt haben. Mit gerade einmal 31 Prozent rangiert Deutschland in dieser Kategorie fast ganz unten, unterboten nur noch von Luxemburg. In Estland und den Niederlanden liegen diese Werte bei mehr als 80 Prozent, in Griechenland sogar bei 97 Prozent.

Finance Briefing
Nirgendwo mehr Bankmitarbeiter als in Deutschland
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