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Sparkassen-Wertpapierhaus Dekabank will unbequem werden

Mehr Einmischung, auch bei der Unternehmensführung: Die Dekabank möchte dem Vorbild Union Investment stärker nacheifern und als Investor offensiver auftreten. Ein Spezialist für den neuen Kurs wurde extra eingekauft.
Das Wertpapierhaus will zu einem unbequemen Investor werden und sich bei Konzernen stärker einmischen. Quelle: dpa
Dekabank

Das Wertpapierhaus will zu einem unbequemen Investor werden und sich bei Konzernen stärker einmischen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Dekabank will sich als Großinvestor bei Konzernen stärker einmischen. „Als einer der großen Asset Manager werden wir hier künftig im Sinne der Interessen der Fondsanleger eine noch aktivere Shareholder-Rolle spielen und dabei neben Strategie, Ertrag und Finanzen auch Fragen der guten Unternehmensführung in den Blick nehmen“, kündigte Deka-Chef Michael Rüdiger am Dienstagabend in Frankfurt an.

Bislang führte das Wertpapierhaus der Sparkassen den Dialog mit den Unternehmen, in denen es investiert ist, eher hinter verschlossenen Türen. Jetzt kommen verstärkt auch öffentliche Auftritte, etwa auf Hauptversammlungen, hinzu. Vorbild ist die genossenschaftliche Konkurrentin Union Investment, die ihre Positionen schon länger sehr offensiv vertritt. Zum Ausbau der sogenannten Corporate-Governance-Aktivitäten hat die Deka den früheren Union-Fondsmanager Michael Schmidt an Bord geholt. Er ist seit Monatsbeginn am Start.

Im Tagesgeschäft schlägt sich die Deka nach den Worten von Rüdiger trotz der jüngsten Marktturbulenzen wacker. In den ersten fünf Monaten des Jahres sammelte das Institut bei Anlegern unter dem Strich insgesamt rund 7,6 Milliarden Euro neu ein – weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf das Geschäft mit Kleinsparern entfielen davon 3,3 Milliarden, worauf die Deka nach ihrer Vertriebsoffensive in den Sparkassen besonders stolz ist.

Worüber sich Bankkunden bei der Finanzaufsicht beschweren
Beschwerde bei der Bafin
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Eigentlich kontrolliert sie Banken, Versicherungen und Wertpapier-Emittenten, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Doch gelegentlich wenden sich auch Verbraucher an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), wenn sie sich von einem Institut ungerecht behandelt fühlen. Im vergangenen Jahr gingen 5636 Verbraucherbeschwerden bei den Bafin-Aufsehern ein, wie der Jahresbericht der Behörde für 2015 ausweist. Die häufigsten und interessantesten Fälle im Folgenden.

(Foto: AP)
Kreditbearbeitungsgebühren
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Viele Bankkunden beschwerten sich im vergangenen Jahr über Kreditbearbeitungsgebühren. 2014 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) derartige Gebühren für unzulässig erklärt – und den Banken eine Rückerstattung für den Zeitraum bis 2004 auferlegt. Die Verbraucher bemängelten zumeist, dass die Rückzahlungen zu lange auf sich warten ließen. Während einige Institute zügig Geld zurück zahlten, gingen bei anderen Banken mehrere Monate ins Land.

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Gewerbekredite
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Unklarheit herrschte in dieser Angelegenheit auch darüber, inwiefern die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) auch für Gewerbekredite oder Förderdarlehen gilt. Der BGH erklärte lediglich pauschale Gebühren für unzulässig, die unabhängig vom Bearbeitungsaufwand des Kreditantrags erhoben werden. Allerdings könne die Bafin nicht im Interesse einzelner Kunden tätig werden und deren Verträge prüfen, so die Aufseher in ihrem Bericht.

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Kündigung von Bausparverträgen
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Wer einen Bausparvertrag abschließt, spart in der Regel, um ein Haus zu bauen. Doch manch einer „überspart“ seinen Vertrag, indem er über die vereinbarte Summe hinaus Geld einzahlt. In Zeiten niedriger Zinsen bedeutet das oft ein Verlustgeschäft für das betroffene Institut, das den Vertrag dann in der Regel kündigt. Für viele Verbraucher war das 2015 ein Grund, sich bei der Bafin zu melden. Die Aufseher schreiben jedoch in ihrem Bericht, dass die Institute rechtmäßig handelten – sei die Bausparsumme erreicht, bestehe kein Recht mehr auf, sich ein Bauspardarlehen auszahlen zu lassen.

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Verkauf einer kreditfinanzierten Immobilie
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Daneben ging im vergangenen Jahr auch eine Reihe von Einzelfällen bei der Bafin ein. So beschwerte sich etwa ein Hausbesitzer, der seine Immobilie per Darlehen einer Bank finanzierte. Weil er das Haus noch während der Laufzeit verkaufen wollte, einigte er sich mit seiner Bank darauf, statt des Hauses ein verpfändetes Kontoguthaben als Sicherheit zu hinterlegen. Als der Kunde jedoch den Darlehensvertrag vorzeitig beenden wollte, verlangte die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung. Das Problem: Eine solche Vorfälligkeitsentschädigung ist nur zu zahlen, wenn es sich um ein grundpfandrechtlich gesichertes Darlehen handelt – und nicht etwa um ein verpfändetes Konto. Nach Intervention der Bafin verzichtete die Bank auf die Entschädigung.

(Foto: dpa)
Aufregung um einen Cent
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Kurios auch der Fall des Bankkunden, der sich wegen einer Abbuchung in Höhe von 0,01 Euro bei der Bafin beschwerte: Weil eine Überweisung nicht durchgeführt werden konnte, versuchte sich eine Bank an einer schnellen, aber ungewöhnlichen Benachrichtigungsmethode. Sie buchte einen Cent vom Konto des Kunden ab, teilte ihm den Fehler per Verwendungszweck mit – und buchte den Cent kurz darauf wieder zurück. Nach einer Beschwerde beanstandete die Bafin die „Art und Weise, wie die Bank Informationen übermitteln wollte“. Die Bank sagte daraufhin in einer Stellungnahme zu, ihren Kunden künftig keine Informationen mehr auf diesem Weg zukommen zu lassen.

(Foto: dpa)

Beim Gewinn hinterlassen aber auch Regulierungskosten und eine höhere Risikovorsorge ihre Spuren, wie Rüdiger erklärte. Das Wirtschaftliche Ergebnis werde daher wie bereits angekündigt sinken und nicht an den Vorjahreswert von 611 Millionen Euro heranreichen.

Bereits im April hatte die Deka vorsichtshalber signalisiert, das Ergebnis werde 2016 in etwa auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre liegen, also bei rund 500 Millionen Euro. „Nach allem, was wir bislang gesehen haben, bestätigt sich diese Prognose“, sagte Rüdiger nun. Die Halbjahreszahlen werden am 25. August veröffentlicht.

  • rtr
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