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Sparkassen Westfalens Sparkassenpräsidentin Buchholz nennt Details für „Super-Landesbank“

Die westfälische Sparkassenpräsidentin Buchholz schließt sich der Forderung von Sparkassenpräsident Schleweis an: Sie fordert eine „Sparkassenzentralbank“.
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Die Präsidentin des westfälischen Sparkassenverbandes will, dass es mit einer Sparkassenzentralbank schnell vorangeht. Quelle: picture alliance/dpa
Liane Buchholz

Die Präsidentin des westfälischen Sparkassenverbandes will, dass es mit einer Sparkassenzentralbank schnell vorangeht.

(Foto: picture alliance/dpa)

FrankfurtSparkassenpräsident Helmut Schleweis nutzt jede Gelegenheit, um seine Idee einer „Sparkassenzentralbank“ vorzubringen. Ihm schwebt vor, dass alle Landesbanken zu einem Spitzeninstitut der Sparkassen verschmelzen sollen – möglichst ohne Beteiligung der Bundesländer.

Das Ziel sei klar, sagte der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), diese Woche beim Sparkassentag, dem großen Branchentreffen der Sparkassen-Finanzgruppe. „Die deutschen Sparkassen wollen eine einzige, durch sie gemeinsam getragene und kontrollierte Sparkassen-Zentralbank.“ Er arbeite dafür. Es sei aber allen bewusst, „dass ein solcher Prozess nicht schnell zu organisieren ist und dass es vieler Zwischenschritte bedarf“, so Schleweis am Donnerstag.

Details dazu, wie eine solche „Super-Landesbank“ aussehen könnte, nannte er aber nicht. Wohl aber Liane Buchholz, die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe – einem von mehreren großen regionalen Sparkassenverbänden. Und das ist aus ihrer Sicht auch dringend nötig: „Allein in der Zusammenführung von Instituten liegt nicht das Heil für die Sparkassen. Vielmehr geht es darum, die Frage zu klären, was das Geschäftsmodell eines Spitzeninstituts konkret ausmacht“, schrieb Buchholz in einem Beitrag für die „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“, der am Dienstag erschien – also unmittelbar vor dem zweitätigen Sparkassentag. „Dies ist eine der brennendsten Fragen unserer Organisation.“

„Die Sparkassen brauchen und wollen keine ‚Riesen-Landesbank‘“, so Buchholz. Ein Spitzeninstitut solle ein profitables Geschäftsmodell haben und den Sparkassen keine Konkurrenz machen. Konkret heißt das für sie, dass das Spitzeninstitut beispielsweise Zahlungsverkehrsdienstleistungen übernehmen sollte und das Konsortialkreditgeschäft, also die gemeinsame Kreditvergabe mit Sparkassen. Daneben gehe es darum, ein konkurrenzfähiges Auslandsgeschäft zu entwickeln.

Die Sparkassen sind zwar Marktführer im Geschäft mit Firmenkunden, weder sie noch die Landesbanken können Unternehmen aber umfassend ins Ausland begleiten. „Der kaum wahrnehmbare Marktanteil im kommerziellen Auslandsgeschäft“ sei ein Beispiel dafür, dass Landesbanken als Partner der Sparkassen „überwiegend versagt“ hätten. Auch Schleweis hatte kürzlich bereits gesagt, dass die angestrebte Zentralbank die Kompetenzen im Auslandsgeschäft bündeln solle und Synergien in der Vermögensverwaltung erreichbar wären – aber nicht viel mehr.

Auch Buchholz schwebt vor, dass die Gruppe über ein einziges Spitzeninstitut Synergien in der Vermögensverwaltung heben und so einen „im europäischen Maßstab bedeutenden Asset-Manager“ schaffen könne. Derzeit ist die Deka, die komplett den Sparkassen gehört, zwar eine der großen Fondsgesellschaften in Deutschland, doch Landesbanken haben selbst auch noch eigene Fondsgesellschaften.

Im Immobiliengeschäft solle es ebenso nur einen Anbieter geben. So schlägt Buchholz die „Aufhebung der Wettbewerbssituation der bisher selbständigen Institute im Immobiliengeschäft“ vor. Aktuell sind die Deka und alle Landesbanken im Immobiliengeschäft aktiv, besonders die Helaba. Sie machen sich dabei, wie auch im Firmenkundengeschäft, gegenseitig Konkurrenz.

Die Landesbanken sind nicht nur untereinander Rivalen, sie treten oftmals auch als Wettbewerber der Sparkassen auf – was diese gewaltig nervt. „Warum müssen mehrere Landesbanken in New York vertreten sein?“, zeigt sich der Chef einer Sparkasse verärgert.

Das ist auch ein Grund dafür, weshalb Schleweis seit Herbst 2018 die Konsolidierung der Landesbanken vorantreiben will. Er hatte damals vorgeschlagen, dass sich auf dem Weg zu einer Sparkassenzentralbank in einem ersten Schritt zunächst die Landesbanken NordLB und Helaba zusammenschließen. Anschließend sollte das fusionierte Institut mit der Stuttgarter LBBW, dem Fondsdienstleister Deka und dem Immobilienfinanzierer BerlinHyp verschmelzen.

Allerdings scheiterten die als Katalysator gedachten Fusionsgespräche zwischen der NordLB aus Hannover und der Frankfurter Helaba kurz vor Weihnachten. Baden-Württemberg lehnt die Beteiligung der LBBW an einer „Super-Landesbank“ ohnehin ab. Vielmehr musste die Sparkassen-Finanzgruppe mehr als eine Milliarde Euro für die Stützung der durch Schiffskredite angeschlagenen NordLB bereitstellen.

Ein einziges Spitzeninstitut sollte laut Buchholz auch Folgen für den Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe haben, um diesen zu reformieren – ein heikles Thema bei den öffentlichen-rechtlichen Instituten, die ihren gemeinsamen Haftungsverbund und die Institutssicherung hochhalten.

Eine Weiterentwicklung lasse sich nicht unabhängig von der Entwicklung der Sicherheitssysteme in Europa betrachten, so Buchholz. Sie hält es für denkbar, dass man eine europäische Einlagensicherung um eine Rückversicherung und eine weitere Absicherung (Backstop) ergänzt. Dabei könnten die Sparkassen weiterhin ihre Institutssicherung nutzen.

Das hatte der EU-Politiker Peter Simon (SPD) im Sommer vorgeschlagen. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Währungsausschusses im EU-Parlament.

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