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Sparkassen Widerstand gegen die Superlandesbank aus dem Süden

Die Sparkassen in Baden-Württemberg wehren sich gegen Zentralisierungspläne des Mutterverbandes. Eine Konsolidierung unter den Landesbanken sei aber durchaus sinnvoll.
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Die Sparkassen in Baden-Württemberg wehren sich gegen eine Superlandesbank. Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt
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Die Sparkassen in Baden-Württemberg wehren sich gegen eine Superlandesbank.

(Foto: Alex Kraus für Handelsblatt)

StuttgartErst vor wenigen Tagen ist Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis noch einmal in die Offensive gegangen. Der Chef des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV) will seinen Plan für eine Superlandesbank durchkämpfen.

Aber er trifft auf Widerstand – und das ausgerechnet in seiner Heimat Baden-Württemberg, wo Schleweis viele Jahre lang die Sparkasse Heidelberg führte. „Ich halte nicht viel von der Plakatierung eines solchen Ziels in der Öffentlichkeit“, meint der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes, Peter Schneider. Das löse Verunsicherung aus, bei Mitarbeitern wie bei Kunden.

„Es ist ein Riesenvorhaben, das die Finanzwelt in Deutschland noch nie gesehen hat“, so Schneider. Deshalb mahnt er zur Vorsicht. Die Sparkassen in Baden-Württemberg sind neben dem Land und der Stadt Stuttgart an der Landesbank Baden-Württemberg(LBBW) beteiligt, die vor einigen Jahren die SachsenLB und die Landesbank Rheinland-Pfalz übernommen hat.

Schleweis wünscht sich dagegen eine einzige „Sparkassenzentralbank“ für den gesamten öffentlich-rechtlichen Sektor. Im vergangenen Jahr hatte der DSGV-Präsident vorgeschlagen, dass sich in einem ersten Schritt die Landesbanken NordLB und Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) zusammentun.

Anschließend sollte das fusionierte Institut dann mit der LBBW, dem Fondsdienstleister Dekabank und dem Immobilienfinanzierer BerlinHyp verschmelzen. Allerdings scheiterten kurz vor Weihnachten die Gespräche zwischen der angeschlagenen NordLB und der Helaba. Zudem hatten sich zuvor schon das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart gegen die Pläne gewehrt.

Schneider räumte allerdings ein, dass auch er eine Konsolidierung unter den Landesbanken für sinnvoll halte. „Wir haben keinen Idealzustand.“ Derzeit gibt es mit der LBBW, der Helaba und der BayernLB noch drei große Landesbanken. Die HSH Nordbank wurde gerade privatisiert, die NordLB wird nun stark verkleinert. Als möglichen Ausgangspunkt für die Konsolidierung sieht Schneider die Auffanglösung für die NordLB, die zu einer besseren Aufgabenteilung im öffentlich-rechtlichen Sektor beitragen könne, zum Beispiel im Auslandsgeschäft oder der IT.

In der vergangenen Woche hatte der DSGV beschlossen, dass die Finanzgruppe rund 1,2 Milliarden Euro zur Stützung der NordLB bereitstellt. Vom Mehrheitseigner, dem Land Niedersachsen, kommen 2,5 Milliarden Euro, davon eine Milliarde in Form einer Garantie. Die Sparkassen steuern 400 Millionen Euro bei, davon stammen 62 Millionen von den 51 Instituten aus Baden-Württemberg. Das Geld komme aus dem Topf für die gegenseitige Institutssicherung der Sparkassen, erläuterte Schneider. Die Geldhäuser müssen bis 2024 eine bestimmte Summe ansparen und haben bereits mehr beiseitegelegt, als zum aktuellen Zeitpunkt nötig ist.

Es werde deshalb keinen Einbruch beim Ergebnis 2019 geben, betonte der baden-württembergische Sparkassen-Präsident. Im vergangenen Jahr verdienten die Sparkassen des Landes gut 1,1 Milliarden Euro – rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Und das, obwohl sie ihr Geschäft deutlich steigerten.

Die Institute vergaben mehr Kredite an Firmen und Baufinanzierungen für private Kunden. Das Zinsergebnis sank nur leicht. Allerdings mussten die Geldhäuser auf Wertpapiere, die sie halten, deutliche Abschreibungen vornehmen, was unter anderem an den starken Börsenverlusten 2018 lag.

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