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Sparkassentag Smartphone-Konto Yomo der Sparkasse droht weitere Verzögerung

Die Sparkassen basteln seit dem letzten Sparkassentag an einem Smartphone-Konto. Drei Jahre später gibt es Zweifel an einem baldigen breiten Marktstart.
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Zum Sparkassentag 2019 zeigt sich, dass der breite Start des Smartphone-Kontos Yomo noch länger auf sich warten lässt. Quelle: dpa
Sparkassen

Zum Sparkassentag 2019 zeigt sich, dass der breite Start des Smartphone-Kontos Yomo noch länger auf sich warten lässt.

(Foto: dpa)

HamburgSeit drei Jahren ist bekannt, dass die Sparkassen an einem eigenen Smartphone-Konto basteln. Direkt nach dem Sparkassentag in Düsseldorf 2016 drang nach außen, dass zehn große Sparkassen in die Entwicklung einer neuen Banking-App investieren, um dem Berliner Finanz-Start-up (Fintech) N26 etwas entgegenzusetzen.

Am Mittwoch beginnt der Sparkassentag 2019 in Hamburg. Zum Branchentreffen der Sparkassen-Finanzgruppe mit 2500 Teilnehmern deutet sich schon an: Der breite Start des Smartphone-Kontos „Yomo“ (für Your Money) droht noch weiter nach hinten zu rücken.

Zuletzt hatte es geheißen, dass weitere 130 der insgesamt knapp 400 Sparkassen noch im ersten Halbjahr Yomo anbieten wollten und dafür eine entsprechende Zusage gegeben hätten. Dieser Zeitplan ist nun in Gefahr.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis äußerte sich am Dienstag zurückhaltend: Wann es losgeht, werde man erst zuverlässig beantworten können, wenn Yomo die Qualität, die man sehen wolle, auch tatsächlich liefere. „Da geht es auch ums Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Das setzen wir nicht wegen eines Monats aufs Spiel“, so Schleweis.

Der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) rechnet aber damit, dass Yomo zumindest im Laufe des Jahres loslegt: „Das sagen derzeit alle Informationen, die mir zur Verfügung stehen“. Er persönlich glaube an Yomo. „Und ich gehe davon aus, dass demnächst einige Sparkassen Yomo einführen werden.“

Die lange Testphase von Yomo zeigt, wie schwer sich die Sparkassen-Organisation immer wieder mit Innovationen tut. Zumal es nicht die erste Verzögerung bei Yomo ist. So war Anfang 2018 angepeilt worden, dass Yomo im Herbst jenen Jahres allen Sparkassen zur Verfügung stehen sollte. Kurz darauf war aber klar geworden, dass die Erprobungsphase bis Ende 2018 dauern sollte. Nun gibt es das Smartphone-Konto noch immer nicht in der Breite.

Mehrere Smartphone-Banken buhlen um die Gunst vor allem junger Kunden. N26 hat inzwischen sogar rund 2,5 Millionen Kunden, vor allem aus Deutschland. Die Berliner Firma kämpfte zuletzt aber mit Problemen. So knöpfte sich die Finanzaufsicht Bafin N26 wegen verschiedener Mängel vor.

Zudem hatten sich mehrere Banken Insidern zufolge bei der Bafin über die schlechte Erreichbarkeit von N26 beschwert. Sie bekamen bei der Smartphone-Bank teilweise niemanden ans Telefon, als sie betrügerische Überweisungen stoppen wollten. Zuvor hatten Betrüger N26-Konten unter einer falschen oder geklauten Identität eröffnet.

Auch auf die zweifelsfreie Identitätsfeststellung als Kriterium wies Schleweis an: Er nannte mehrere Gründe dazu, warum es mit Yomo vielleicht länger dauere, „als manche es glauben können“. Speziell bei Banken, die nur im Internet geführt würden, bedürfe es bei Themen der Kundenlegitimation und der Geldwäscheprävention besonders hoher Sorgfalt. Dies Sparkassen-Organisation sei kein Fintech, das Dinge ausprobieren könne und, wenn es schiefgehe, daraus lernen wolle.

Daneben diskutiert die Sparkassen-Organisation darüber, ob sie eine eigene Onlinebank starten soll. „Das ist eine der wichtigen strategischen Fragestellungen, mit der sich die Gruppe beschäftigen muss“, sagte Schleweis. Alle in der Gruppe müssten schauen, was die Digitalisierung für das Geschäftsmodell bedeutete, und darauf Antworten finden. Sparkassen-Bundesobmann Walter Strohmaier – Schleweis' Nachfolger in dem Amt – hatte sich kürzlich für die Idee einer extra Onlinebank ausgesprochen.

Zum Auftakt des Sparkassentages – mit dem die Sparkassen nach außen für sich und ihre Rolle werben und der nach innen der Selbstvergewisserung dient – forderte Schleweis ein Ende der Null-Zinspolitik in der Euro-Zone. „Wir wollen, dass die europäische Zinspolitik künftig wieder eigenverantwortliche Vermögensvorsorge und Sparen belohnt und nicht mehr bestraft.“

Parallel dazu plädierte der DSGV-Chef für eine „Belebung der Sparförderung“. Die Sparkassen hätten noch keine konkreten Vorschläge dazu. Aber angesichts der Zinssituation versuche man, „mit der Politik in die Diskussion zu kommen, wie Instrumente der Sparförderung aussehen könnten.

Kein ganz neuer Vorstoß: Schon vor vier Jahren hatten Sparkassenvertreter eine staatliche Sparprämie gefordert. „Mit dem Vermögensbildungsgesetz existiert bereits ein Instrument, das von über 16 Millionen Menschen genutzt wird. Der seit Jahren eingefrorene Förderumfang müsste aber dringend einmal der heutigen Situation angepasst werden“, sagte damals Schleweis' Vorgänger Georg Fahrenschon.

Das Thema, das auf dem Sparkassentag indes dominieren dürfte, hat Schleweis selbst vor einigen Monaten gesetzt: Ihm schwebt vor, dass sich alle Landesbanken zu einer „Sparkassenzentralbank“ zusammentun – möglichst ohne Beteiligung der Bundesländer. Die allerdings halten die Mehrheit an der BayernLB und sind an der LBBW aus und an der Helaba aus Frankfurt maßgeblich beteiligt.

Nun sei die richtige Zeit, eine neue Struktur anzugehen - auch wenn es schwer werde, sie umzusetzen, so Schleweis. Die Gruppe würde leistungsfähiger, wenn sie eine Sparkassenzentralbank habe.

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