Sparkassenverband trennt sich von Vorstandsmitglied Gooßens muss den DSGV verlassen

Nach nur zwei Jahren beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband muss Ludger Gooßens seinen Vorstandsposten räumen. Nach Angaben des Verbandes habe sich sein Aufgabenfeld derart verändert, dass eine Trennung sinnvoll sei.
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Der DSGV baut seinen Vorstand um: Ludger Gooßens, erst seit zwei Jahren beim Verband, muss seinen Posten räumen. Quelle: dpa
Mit wenigen Worten verabschiedet

Der DSGV baut seinen Vorstand um: Ludger Gooßens, erst seit zwei Jahren beim Verband, muss seinen Posten räumen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Umgang im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wird rauer. Mit dürren Worten teilte der Spitzenverband der Sparkassen am Montag mit, dass das Vorstandsmitglied Ludger Gooßens den Verband „im besten Einvernehmen“ im September 2015 verlassen wird. Gooßens, der zuvor sowohl Vorstandschef einer Sparkasse als auch Vorstandsmitglied des Versicherers Provinzial Rheinland war, trat sei Amt beim DSGV erst vor zwei Jahren an.

Das Aufgabenfeld von Gooßens habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert, so der DSGV. „Es besteht Einigkeit darüber, dass sich dadurch die Grundlagen der Zusammenarbeit verändert haben und eine Trennung sinnvoll ist“, hieß es.

Der 53-jährige Manager war im Verband für die Bereiche Markt-, Betriebs- und Personalstrategie zuständig. Zu seinen Aufgabenfeldern gehörte dabei die Digitalisierung, die die Kreditwirtschaft insgesamt vor große Herausforderungen stellt, und der Zahlungsverkehr. Mit der Beteiligung am Aufbau eines deutschen Bezahldienstes für den Internethandel taten sich die Sparkassen schwer. „Vieles geht Sparkassen nicht schnell genug“, sagte ein Sparkassen-Vorstandsmitglied.

Hier machen Banken Filialen dicht
Sparkasse Wetzlar
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Zehn Jahre lang hat die Sparkasse Wetzlar ihr Filialnetz nicht angefasst. Jetzt kommt der große Umbau: 15 von 49 Filialen will das Geldhaus aus dem hessischen Fachwerkstädtchen schließen, also gut 30 Prozent. 26 statt bisher 42 Geschäftsstellen sollen bis Ende 2016 noch mit Personal besetzt sein. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir auf geänderte Kundenanforderungen und betriebswirtschaftliche Belastungen reagieren müssen“, sagt Sparkassenchef Norbert Spory (im Bild).

Sparkassen-Filiale in Wetzlar-Garbenheim
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Die Kunden gehen immer weniger in die Bankfiliale. Filialschließungen stoßen trotzdem oft auf Unmut. Zum Beispiel im Wetzlarer Ortsteil Garbenheim. Die Bürger sammelten Unterschriften gegen die Filialschließung, der Sparkassenchef musste seine Pläne im Ortsbeirat verteidigen. Immerhin: Bargeld abheben können die Garbenheimer Sparkassenkunden womöglich künftig bei einem Lebensmittelladen.

Eine Reportage über das Filialsterben lesen Sie hier.

Filiale in Hannover
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Zusammen kommen die 416 deutschen Sparkassen noch auf mehr als 12.000 mit Mitarbeitern besetzte Filialen. Vor zehn Jahren waren es noch rund 19.000. Es wurden also schon etliche Filialen geschlossen, im vergangenen Jahr allerdings schrumpfte die Zahl nur leicht. Das wird sich nach Einschätzung von Experten nun ändern. Sie gehen davon aus, dass etliche Sparkassen in den nächsten Jahren 20 bis 30 Prozent der Filialen streichen.

Sparkasse Duisburg
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Die Sparkasse Duisburg feiert einmal im Jahr eine Gala (im Bild: Kabarettist Wolfgang Trepper). Doch für Schlagzeilen sorgte zuletzt, dass die Sparkasse Duisburg zwar mehr Geldautomaten aufstellen möchte – bis 2022 aber die Hälfte der mit Mitarbeitern besetzen Geschäftsstellen schließen, wie sie Ende Mai ankündigte. Das Institut verweist darauf, dass die heutige Filialdichte „in weiten Teilen aber dem Netz der 80iger Jahre“ entspreche. Damals allerdings hatte Duisburg noch mehr Einwohner als heute.

Annaberg-Buchholz
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Im sächsischen Landtagswahlkampf spazierte Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 durch Annaberg-Buchholz – im Hintergrund eine Sparkassen-Filiale. Auch die Erzgebirgssparkasse dampft ihr Filialnetz ein. Nach der Fusion mehrerer Institute wurden binnen kurzer Zeit 38 von 95 Filialen geschlossen. Auch hier regte sich Protest. Immerhin: An Bargeld kommen die Kunden nun auch in 30 sogenannter Agenturen – oft Geschäfte, die im Auftrag der Sparkasse diese Dienstleistung übernommen haben. Darunter ist beispielsweise ein Fahrradladen.

Osnabrück
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Auch die Sparkasse Osnabrück will ihr Filialnetz ausdünnen. 17 von 58 Filialen sollen geschlossen werden. Investieren will das Geldhaus – wie andere Sparkassen auch – unter anderem in das Onlinebanking und in die Kundenbetreuung per Telefon und Chat. Trotzdem ist Sparkassenchef Johannes Hartig die Präsenz vor Ort wichtig. „Das Filialnetz ist und bleibt der genetische Code unserer Sparkasse!“, sagt er.

Koblenz
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Zu den Sparkassen, die jetzt Filialen in größerem Stil streichen, gehört auch die Sparkasse Koblenz. Sie macht zehn von 48 Zweigstellen zu. „Wir müssen die Sparkasse jetzt so aufstellen, dass sie den geänderten Anforderungen unserer Kunden gerecht wird und für die künftigen Herausforderungen gewappnet ist. Wir dürfen nicht warten, bis es für eine positive Beeinflussung vielleicht zu spät ist“, sagt Sparkassenchef Matthias Nester. Trotzdem sind auch für ihn die Geschäftsstellen der „genetische Code unserer Sparkasse“.

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