Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sparkassenzentralbank Helaba und Dekabank: Schleweis’ Fusionsplan stößt auf Skepsis

Der Sparkassenpräsident überrascht mit einem Konzept für eine Fusion von Helaba und Dekabank. Eine Befürchtung ist: Die Sparkassen könnten sich verzetteln.
Kommentieren
Die Helaba soll Fusionsgespräche mit der Dekabank aufnehmen. Quelle: Marko Priske für Handelsblatt
Helmut Schleweis

Die Helaba soll Fusionsgespräche mit der Dekabank aufnehmen.

(Foto: Marko Priske für Handelsblatt)

Frankfurt Als die rund zwei Dutzend Präsidenten der regionalen Sparkassenverbände und Landesobleute der Sparkassenvorstände am vergangenen Dienstag pünktlich um elf Uhr vormittags zu ihrem Treffen in Berlin zusammenkamen, war klar, dass es auch wieder einmal um das Projekt Sparkassenzentralbank gehen würde. Schließlich hatte Helmut Schleweis das Thema explizit auf die Tagesordnung gesetzt.

Aber dass der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands ein konkretes Konzept für eine Fusion der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und des Wertpapierhauses Dekabank auf den Tisch legte, kam für viele Teilnehmer dann doch überraschend.

Aus dem Zusammenschluss der beiden Geldhäuser soll der Nukleus einer einheitlichen Sparkassenzentralbank entstehen – Schleweis’ Lieblingsprojekt, mit dem er den öffentlich-rechtlichen Sektor effizienter machen will. Denn noch leisten sich die Sparkassen fünf Landesbanken, während die Volks- und Raiffeisenbanken mit einem einzigen Zentralinstitut auskommen. Am Ende der Sitzung beschlossen die Regionalpräsidenten und Obmänner einhellig, dass Deka und Helaba Verhandlungen über eine Fusion aufnehmen sollen.

Dass Schleweis’ Vorstoß tatsächlich überraschend kam, zeigt die Tatsache, dass einige wichtige Spieler bei der Sitzung nicht dabei waren. Das gilt zum Beispiel für Peter Schneider, den Präsidenten der Sparkassen in Baden-Württemberg. Gerade die Träger der Landesbank Baden-Württemberg gelten als Kritiker von Schleweis’ Plänen für eine Sparkassenzentralbank.

Auch Harald Vogelsang, Chef der Hamburger Sparkasse und gleichzeitig Verbandspräsident des Hanseatischen Sparkassen- und Giroverbands, war nach Informationen des Handelsblatts nicht vor Ort. Er gilt ebenfalls als Skeptiker, was eine Fusionswelle unter den Landesbanken angeht.

Ambitionierte Pläne

Aber auch Sitzungsteilnehmer, die Schleweis’ Projekt grundsätzlich unterstützen, sehen seinen Vorstoß nicht uneingeschränkt positiv. Ein Insider fürchtet, dass sich die Sparkassen verzetteln. Bis Jahresende müsse die Organisation ihre Kräfte auf die Sanierung der NordLB konzentrieren. Damit habe Schleweis erst einmal genug zu tun.

Die Landesbank musste von ihren Eignern gerettet werden, nachdem vor allem Schiffskredite für hohe Verluste gesorgt hatten. Noch steht aber die Entscheidung der EU-Kommission aus, ob die Finanzspritze von 3,6 Milliarden Euro mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar ist.

Grafik

Auch den Plan, die Fusion von Deka und Helaba möglichst bis 2021 unter Dach und Fach zu bringen, halten viele im Sparkassenlager für ambitioniert. Ein Insider bezifferte die Erfolgschancen der Fusion ohnehin nur auf um die 50 Prozent.

Die Fusionsempfehlung der Regionalpräsidenten und Landesobmänner ist in keiner Weise bindend. Als nächsten Schritt müssten die Verwaltungsräte von Deka und Helaba die Vorstände damit beauftragen, offizielle Verhandlungen aufzunehmen. Die Deka gehört vollständig den Sparkassen, von denen die meisten Schleweis’ Projekt unterstützen. An der Helaba sind außerdem die Länder Hessen und Thüringen mit insgesamt zwölf Prozent beteiligt. Hessen zeigte sich bereits grundsätzlich offen für einen Zusammenschluss.

Turnusgemäß tagen die Verwaltungsräte beider Institute erst wieder im Dezember. Finanzkreisen zufolge ist bislang keine Vorverlegung der Sitzungen geplant. Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der Fusion könnten erst nach einem offiziellen Auftrag des Verwaltungsrats ihre Arbeit aufnehmen, heißt es in Finanzkreisen.

Aber inoffiziell könnten beide Banken schon einmal kritische Fragen ausloten. Dazu gehören das Geschäftsmodell, die Art der Fusion über eine Holding oder eine Verschmelzung, und Synergien, inklusive Stellenstreichungen. Zwar ergänzen sich die beiden Geschäftsmodelle in weiten Teilen, Insider gehen aber dennoch davon aus, dass eine Fusion am Ende eine vierstellige Zahl von Arbeitsplätzen kosten wird.

Wegen des hohen Durchschnittsalters der Mitarbeiter beider Institute könne ein großer Anteil davon aber wahrscheinlich durch Abfindungen und Vorruhestandsregelungen abgefangen werden. Derzeit beschäftigen Helaba und Deka insgesamt knapp 11.000 Mitarbeiter.

Mehr: Der öffentlich-rechtliche Bankensektor braucht dringend eine Konsolidierung – ein Kommentar.

Startseite

Mehr zu: Sparkassenzentralbank - Helaba und Dekabank: Schleweis’ Fusionsplan stößt auf Skepsis

0 Kommentare zu "Sparkassenzentralbank: Helaba und Dekabank: Schleweis’ Fusionsplan stößt auf Skepsis"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.

Serviceangebote