Sparkrise in Griechenland Banken wollen „Matratzengeld“ mit höheren Zinsen zurückholen

Im Rennen um das Geld der griechischen Sparer locken die Banken des Landes mit überdurchschnittlich hohen Zinsen. Können sie so gehortetes Bargeld wieder in ihre Bilanzen holen?
Griechenlands Banken bieten derzeit überdurchschnittlich hohe Zinsen, um an das „Matratzengeld“ der Griechen zu kommen. Quelle: AP
Filiale der Alpha Bank in Piräus

Griechenlands Banken bieten derzeit überdurchschnittlich hohe Zinsen, um an das „Matratzengeld“ der Griechen zu kommen.

(Foto: AP)

AthenGriechische Banken locken Kunden mit höheren Zinsen, damit diese gehortetes Bargeld wieder einzahlen. Die Alpha Bank bietet inzwischen für sechsmonatige Einlagen einen Zinssatz von 1,3 Prozent an, der damit um 0,5 Punkte höher liegt als der Satz auf bestehende Einlagen, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Mit ähnlichen Lockangeboten buhlen auch die Eurobank sowie weitere Institute um Kunden, um so an das sogenannte Matratzengeld der Griechen heranzukommen.

Bank-Kunden in dem schuldengeplagten Ägäis-Staat hatten aus Furcht vor einem Austritt des Landes aus der Euro-Zone seit November 2014 insgesamt rund 40 Milliarden Euro von ihren Konten abgeräumt. Das Austrocknen der Institute wurde erst mit Einführung von Kapitalverkehrskontrollen im Juni 2015 gestoppt. Die Griechen hatten einen großen Teil der von ihren Konten abgezogenen Gelder bar zu Hause oder in Tresoren gehortet.

Griechenlands Regierung hat die Kapitalverkehrskontrollen mittlerweile gelockert. Manche Einschränkungen für die Kontoinhaber von Thessaloniki bis Kreta wurden abgemildert. So können neu eingezahlte Gelder inzwischen wieder ganz abgehoben werden - bei neuen Einzahlungen aus dem Ausland gilt nun eine Grenze von 30 Prozent.

Gute Banken, schlechte Banken
Dunkler Himmel über den Banken in Frankfurt
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Europas Banken stecken in der Krise – das wussten Marktbeobachter schon vor dem großen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere. Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Das KBV liegt bei den meisten Geldhäusern unter 1. Das bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen als von der Fortführung des Geschäfts – oder dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 1. Quartal 2018.

Quelle: Unternehmen, Bloomberg

Platz 8: Deutsche Bank
2 von 11

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

Platz 9: Credit Suisse
3 von 11

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

Platz 10: Commerzbank
4 von 11

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

Platz 5: Unicredit
5 von 11

Nettogewinn: 5,5 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 11,9 Prozent

Eigenkapitalquote: 7,2 Prozent

KBV: 0,6

Platz 6: UBS
6 von 11

Nettogewinn: 943 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 7,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 15 Prozent

KBV: 0,88

Platz 5: Barclays
7 von 11

Nettogewinn: 992 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,8 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,6 Prozent

KBV: 0,41

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