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Deutsche Bank

Der Vorstand hofft, sich bereits bis Mitte des Jahres mit den Betriebsräten auf Stellenkürzungen in der Zentrale zu einigen.

(Foto: imago/Klaus Martin Höfer)

Sparmaßnahmen Deutsche Bank konkretisiert Abbaupläne

Die Postbank-Integration könnte etwa 15 Prozent der Jobs in der Zentrale der Privatkundensparte kosten. Die Bauspar-Töchter werden bis zum Sommer fusioniert.
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FrankfurtLange hat sich die Deutsche Bank über die Fortschritte bei der Integration der Postbank ausgeschwiegen. Neun Monate nach der Verschmelzung der Bonner Tochter mit dem deutschen Privatkundengeschäft der Deutschen Bank zur DB Privat- und Firmenkundenbank haben nun die Gespräche über den Stellenabbau begonnen. Die Führung der Deutschen Bank drückt dabei aufs Tempo.

Der Vorstand hofft, sich bereits bis Mitte des Jahres mit den Betriebsräten auf Stellenkürzungen in der Zentrale zu einigen, wie das Handelsblatt von mehreren Personen erfuhr, die mit den Gesprächen vertraut sind.

Seine Vorstellungen hat der Vorstand gegenüber den Arbeitnehmervertretern Handelsblatt-Informationen zufolge bereits skizziert: Bis 2020 sollen demnach etwa 750 Stellen in der gemeinsamen Zentrale der DB Privat- und Firmenkundenbank wegfallen. „Das entspricht grob geschätzt 15 Prozent der Stellen“, sagte einer der Insider. Etwa die Hälfte des Ziels sei dabei bereits gesichert, etwa weil sich Mitarbeiter im Rahmen von Freiwilligenprogrammen bereits mit der Bank auf ein Ausscheiden geeinigt haben.

Wie viele Menschen für die gemeinsame Zentrale arbeiten, lässt sich von außen nicht genau sagen. Denn neben den bisherigen Zentralen von Postbank und der Privatkundensparte der Deutschen Bank zählen dazu auch Mitarbeiter, die zwar bislang im Mutterkonzern Deutsche Bank angestellt sind, aber de facto nur für die Privatkundensparte arbeiteten.

Darüber hinaus will die Deutsche Bank im Bereich Operations – darunter fallen Abwicklungs- und Serviceaufgaben wie Kontoservice, Kreditabwicklung und ähnliche Verwaltungstätigkeiten – rund 1200 Stellen bis zum Jahr 2022 abbauen. Das Institut wolle dieses Ziel vor allem dadurch erreichen, indem es befristete Verträge auslaufen lässt und die Zahl der Zeit- und Leiharbeiter reduziert, hieß es.

Auch diese Verhandlungen will die Bank noch in diesem Jahr beenden. Da die Gespräche aber später begonnen haben als die über die Zentrale, dürften sie sich auch etwas länger hinziehen.

Eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern ist für die Deutsche Bank wichtig. Schließlich gilt noch bis 2021 ein Kündigungsschutz, den das Institut im Herbst 2017 mit den Gewerkschaften vereinbart hatte. Die Bank wollte sich zu den Informationen nicht konkret äußern. Eine Sprecherin bat auf Nachfrage um Verständnis dafür, dass man sich zu dem Sachverhalt während der laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern nicht äußern wolle.

Aufgabenteilung zeichnet sich ab

Vorstandschef Christian Sewing hatte Anfang Februar nur gesagt, die Deutsche Bank sei bei der Integration der Postbank „voll im Plan, und bei einigen Dingen sind wir sogar schneller unterwegs als ursprünglich geplant“. Details über den geplanten Stellenabbau hatte er allerdings nicht preisgeben wollen. Die Integration der Postbank ist ein wichtiger Baustein für die Strategie von Vorstandschef Sewing.

Er erhofft sich von der Zusammenlegung Synergien in Höhe von 900 Millionen Euro, die er bis 2022 erreichen will. Dieses Ziel hatte er Anfang Februar noch einmal bekräftigt. Nach Angaben der Bank hatte die Privatkundensparte im vergangenen Jahr bereits ihre Kosten um etwa eine halbe Milliarde Euro reduziert – „trotz der Fusion und der Investitionen in unsere Plattform“, wie Finanzvorstand James von Moltke Anfang Februar betonte.

Die Nachsteuerrendite lag zwar bei nur knapp fünf Prozent – doch das war weit mehr, als der Deutsche-Bank-Konzern insgesamt erzielt hatte.

Grafik

Fortschritte bei der Integration der Bonner Tochter sind auch mit Blick auf eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank relevant. Viele Manager, Betriebsräte, Mitarbeiter und Investoren sind der Meinung, ein Zusammenschluss mit der Commerzbank würde die Deutsche Bank überfordern, solange sie die Postbank nicht weitgehend integriert hat.

Mittlerweile zeichnet sich auch genauer ab, wie die Aufgabenteilung zwischen der ehemaligen Postbank-Zentrale und der ehemaligen Privatkunden-Zentrale der Deutschen Bank aussehen soll. Die Bank will Doppelarbeiten reduzieren und deshalb ihr Produktmanagement zentralisieren. Jedes Produkt wird deshalb von nur einem Team gesteuert, das aus einer Hand beide Marken – „Deutsche Bank“ und „Postbank“ – mit Angeboten und Dienstleistungen versorgt.

Ende November hatte Privatkundenchef Frank Strauß die Mitarbeiter darüber informiert, an welchem Standort die Verantwortlichen für bestimmte Produkte angesiedelt sein sollen. Die Bank hat ihre Produkte in fünf „Stammhäuser“ einsortiert, denen jeweils ein bestimmter „Ziel-Standort“ zugeordnet ist.

Unabhängiger von der Mutter

Das sogenannte „Stammhaus“ für Privatkunden-Konten, Konsumentenkredite und Postdienstleistungen etwa wird von Anke Steenbock von Bonn aus geleitet, wie aus einer internen Mitteilung hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegt. Ebenfalls in Bonn angesiedelt ist das Stammhaus für Firmenkunden-Konten und -Einlagen sowie der Zahlungsverkehr für Privat- und Firmenkunden, geleitet von Bernd Oletzky.

Frankfurt erhält dagegen die Zuständigkeit für Investmentprodukte, Versicherungen und Privatkunden-Einlagen unter Leitung von Christoph Zschaetzsch sowie für Produkte für Geschäfts- und Firmenkunden geführt von Christian Gerhardt. Frankfurt wird darüber hinaus Zielstandort für das Thema Baufinanzierung. Bauspar-Spezialist in der Deutschen Privat- und Firmenkundenbank wird Hameln sein. Den Baufinanzierungs- und Bausparbereich hat die Bank Eva Grunwald anvertraut.

Die skizzierte Aufgabenteilung bedeutet nicht, dass Mitarbeiter ihren „Stammhäusern“ hinterherziehen müssen. Ein Bonner Baufinanzierungsspezialist etwa muss nicht nach Frankfurt, ein Frankfurter Konsumentenkredit-Experte nicht nach Bonn. Wenn Stellen frei werden, sollen sie dann aber am richtigen „Ziel-Standort“ nachbesetzt werden.

Weit fortgeschritten ist auch die Zusammenlegung der Bauspartöchter von Deutscher Bank und Postbank. Bereits im zweiten Quartal soll die Deutsche Bank Bauspar, eine Tochter der Deutschen Bank, in die wesentlich größere Postbank-Tochter BHW integriert werden, hieß es in Finanzkreisen. Ursprünglich hatte die Bank diesen Schritt für Ende des Jahres avisiert. Im Rahmen der Bauspar-Fusion könnte eine mittlere zweistellige Zahl an Jobs wegfallen.

Im Zuge der Postbank-Integration wird die Privatkundensparte der Deutschen Bank künftig auch unabhängiger. Zwar firmierte der Bereich schon bislang als eigene Aktiengesellschaft mit einer eigenen, vom Deutsche-Bank-Konzern unabhängigen Banklizenz. Doch viele wichtige Kontroll- und Steuerungsaufgaben erledigte bislang die Konzernmutter für ihre Tochter, wenn es etwa um Regulierung, Finanzen oder Compliance geht.

Künftig sollen solche Kontrollaufgaben stärker von der Deutschen Privat- und Firmenkundenbank selbst erledigt werden.

Für die Bankenaufseher sei eine größere Eigenständigkeit der Privatkunden-Tochter ein sehr wichtiger Punkt gewesen, sagten mehrere Insider dem Handelsblatt. An einigen Stellen ist zu hören, die Bank habe ohnehin vorgehabt, mehr Kontrollfunktionen in die Tochter selbst zu verlagern. Unstrittig ist allerdings, dass die Bankenaufseher diesen Punkt auch sehr begrüßt haben.

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1 Kommentar zu "Sparmaßnahmen: Deutsche Bank konkretisiert Abbaupläne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Deutsche Bank geht den richtigen Weg: Kosten einsparen, das ist nötig. Bitte vergesst nicht zu sparen bei den Investment-Bankern, die meist hohe Risiken eingehen zu Lasten der Bank - gewinnen sie verlangen sie hohe Boni, verlieren sie, dann zahlt die Bank und sie wechseln den Arbeitgeber. Wobei ich die europäischen Investment - Banker nicht schlecht finde.
    Weiter so, liebe Deutsche Bank!
    @Yasmin Osman: Die Überschrift ist mir etwas zu negativ!