Spitzenverdiener Morgan Stanley will Boni abstottern

Die US-Bank Goldman Sachs hat Pläne verworfen, mit aufgeschobenen Bonuszahlungen Steuern zu sparen. Nun überlegt offenbar auch Morgan Stanley, die Boni über mehrere Jahre zu strecken - allerdings aus anderen Gründen.
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Insidern zufolge will Morgan Stanley die Auszahlung der Boni strecken. Quelle: AFP

Insidern zufolge will Morgan Stanley die Auszahlung der Boni strecken.

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New YorkDie US-Bank Morgan Stanley wird offenbar die Auszahlung der Boni für viele ihrer Spitzenverdiener über fast drei Jahre strecken. Das betreffe mit Ausnahme der Finanzberater alle Mitarbeiter, die 2012 mehr als 350.000 Dollar verdienten und deren Bonus oberhalb von 50.000 Dollar liege, erfuhr Reuters am Dienstag von einer mit der Sache vertrauten Person.

Deren Boni sollten über drei Jahre gestreckt werden. Den letzten Teil ihres Bonus für 2012 erhalten sie erst Ende 2015. Die Mitarbeiter sollten darüber am Donnerstag informiert werden. Ein Sprecher der Bank wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Eine anderer Insider sagte, Morgan Stanley wolle mit der Streckung Aktionäre und die Aufsichtsbehörden besänftigen. Die betroffenen Mitarbeiter dürften aber eher verärgert sein.

Im Detail sei geplant, den Bonus hälftig in bar und in Aktien der Bank auszuzahlen, sagten zwei Insider. Für den Bargeldanteil sei eine Auszahlung in vier Tranchen zu je 25 Prozent im Mai 2013, im Dezember 2013, im Dezember 2014 und im Dezember 2015 geplant. Beim Aktienanteil sollten 25 Prozent Ende 2013, weitere 25 Prozent Ende 2014 und die restlichen 50 Prozent Ende 2015 ausgegeben werden.

Mitarbeiter, die weniger als 350.000 Dollar verdienten und deren Bonus insgesamt unter 50.000 Dollar liegt, sollen ihn auf einen Schlag in bar im kommenden Monat erhalten.

Eine lange Streckung von Bonuszahlungen für Spitzenverdiener ist in der Branche bislang unüblich. Nach Einschätzung des Experten Joe Sorrentino von Steven Hall & Partners werden aber künftig mehr und mehr Finanzfirmen angesichts der argwöhnischen Beobachtung der Vergütung in der Branche durch Behörden und Öffentlichkeit zu diesem System übergehen.

Erst am Montag hatten Überlegungen der US-Bank Goldman Sachs, die Zahlung von Boni in Großbritannien aufzuschieben, um dadurch weniger Steuern zahlen zu müssen, für Empörung gesorgt. Einem Insider zufolge hat Goldman die Überlegungen inzwischen aber verworfen.

  • rtr
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