Sprachassistent Google sagt den Kontostand – nicht nur bei der Sparkasse Stade-Altes Land

Die Sparkassen starten eine Sprachanwendung für intelligente Google-Lautsprecher. Die Volksbanken zögern – aus Datenschutzgründen.
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Sprachanwendung der Sparkassen: Google sagt den Kontostand an Quelle: AP
Google Home

In dem Lautsprecher steckt der Google Assistant. Er ist auch über Smartphones erreichbar.

(Foto: AP)

FrankfurtGerade schien es als würde das Banking per Sprachassistent in Europa auf Eis liegen, denn Amazon hatte seine Assistentin Alexa für Kontostandsabfragen gesperrt. Nun aber preschen die Sparkassen voran. Sie haben eine Action – also eine Art App – für den Google Assistant in Google-Home-Geräten und Smartphones gestartet.

Damit können Sparkassenkunden ihren Kontostand und die neuesten Umsätze erfragen. Wie das Handelsblatt erfuhr, ist bei der Sparkasse Stade-Altes Land bereits ein Pilotprojekt gestartet. In Kürze sollen 38 weitere Sparkassen folgen.

Die Kontodaten der Kunden sollen dabei gut geschützt sein, doch ein Grundproblem der Sprachassistenten kann auch die beste Verschlüsselungstechnik nicht lösen: Was sie sagen, hören auch ihre Hersteller mit.

Sprachassistenten stecken noch in den Kinderschuhen, doch Experten bescheinigen ihnen ein großes Potenzial. Das haben schon früh auch deutsche Geldhäuser erkannt. Comdirect, Consorsbank und mehrere Volksbanken nutzen Amazons Alexa bereits, um Kunden über aktuelle Aktienkurse zu informieren, allgemeine Finanzfragen zu beantworten oder Informationen zu ihren Filialen zu geben.

Der nächste Schritt ist der Zugriff aufs Konto. Statt sich durchs Online-Portal der Bank zu klicken oder die Banking-App aufzurufen, können Kunden per Sprachbefehl mit ihrer Bank kommunizieren. Amazon hat einen solchen Zugriff über seine Sprachassistentin Alexa Anfang Februar in Europa verboten. Das enttäuschte nicht nur die Sparkassen, sondern auch die Volks- und Raiffeisenbanken und weitere Institute, die auf den Marktführer Amazon gesetzt hatten.

Konto muss mit Google verknüpft werden

Nun aber starten die Sparkassen ihr sogenanntes „conversational banking“ zuerst mit dem Google Assistant. Entwickelt wurde die dafür nötige Google-Action vom Sparkassen-IT-Dienstleister Finanz-Informatik (FI). Im Gespräch mit dem Handelsblatt betont Carsten Wendt, Bereichsleiter Anwendungsentwicklung bei der FI, dass die Datensicherheit dabei im Fokus stand.

Sprachassistenten sind ständig mit dem Internet verbunden und damit besteht die Gefahr, dass Hacker auf die Daten zugreifen könnten. Davor hatte bereits im vergangenen Jahr auch die Bundesdatenschutzbeauftragte gewarnt.

Um das Banking per Sprachsteuerung nutzen können, muss der Sparkassenkunde zunächst die Google-Action mit seinem Online-Banking verknüpfen. Dafür wird er aus der Google-Home-App seines Smartphones auf die Internet-Plattform der Sparkassen weitergeleitet, wählt dort seine Filiale aus und meldet sich mit seinen Online-Banking-Daten an. Anschließend kann er auswählen, welche Funktionen er über den Google Assistant nutzen möchte.

Im letzten Schritt legt der Kunde eine sogenannte Voice-PIN fest, die aus vier bis 16 Ziffern bestehen muss. „Die komplette Konfiguration läuft über unsere Server nach dem Standard-Authentifizierungsverfahren O-Auth 2.0, es werden dabei keinerlei Personen- oder Kontodaten an Google weitergeleitet“, erklärt Wendt. Alles laufe über sogenannte Token und wer diese abfangen würde, könne keine Rückschlüsse auf den Kunden und seine Kontodaten ziehen.

„Ok, Google, sprich mit Sparkasse Banking“

Ist die Verknüpfung einmal eingerichtet, können Kunden den Sprachdialog mit „Ok, Google, sprich mit Sparkasse Banking“ starten und danach ihren Kontostand abfragen sowie die Umsätze für bestimmte Zeiträume oder den Finanzstatus über alle Konten. Bei der ersten Frage nach solchen Daten muss die Voice-Pin genannt werden. Danach sind zehn Minuten Dialog möglich, bevor der Assistant wieder nach der Pin fragt.

Kunden können zwischen verschiedenen Konten wechseln – zunächst gilt das aber nur für Sparkassen-Konten. Der Wechsel ist also etwa zwischen Girokonto, Tagesgeldkonto und Sparbuch möglich.

Grundsätzlich könnten dank der Schnittstelle „OSPlus-Banking-API“ alle verfügbaren Funktionen des Banksystems auch über Sprachassistenten zur Verfügung gestellt werden. Aktuell werde aber noch darüber diskutiert, bei welchen Funktionen das wirklich sinnvoll sei und künftig angeboten werden könnte.

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