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Sprachvorschlag Warum man bei der Swiss Re nicht mehr einfach „Mann“ und „Frau“ sagen soll

Die Rückversicherer will seine Mitarbeiter für eine gendergerechte Sprache sensibilisieren – und erntet dafür Kritik. Der Konzern wirkt von der harschen Reaktion überrascht.
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Ein Dokument zur „Benutzung gender-inklusiver Sprache“ sorgt für Aufregung und ein großes Presseecho. Quelle: Reuters
Zentrale der Swiss Re in Zürich

Ein Dokument zur „Benutzung gender-inklusiver Sprache“ sorgt für Aufregung und ein großes Presseecho.

(Foto: Reuters)

ZürichRückversicherung gilt als konservatives Geschäft: Dass es die Schweizer „Swiss Re“ in die Boulevardpresse schafft, kommt entsprechend selten vor. Doch eine Anleitung im Intranet bringt den Konzern nun in der Schweiz in die Schlagzeilen. Der Stein des Anstoßes: In einem Leitfaden im Intranet hat der Rückversicherer seiner Belegschaft die gendergerechte Sprache nähergebracht.

In dem Dokument zur „Benutzung gender-inklusiver Sprache“ werden Mitarbeiter etwa dazu angehalten, statt „Er“ oder „Sie“ neutrale Pronomen zu verwenden. Dazu gibt es praktische Formulierungsvorschläge.

Statt etwa in einer Einladung zu schreiben, dass Frauen und Männer eingeladen sind, solle man lieber „alle Geschlechter“ schreiben. Mit den Tipps will der Rückversicherer sicherstellen, dass sich auch Menschen mit non-binärem Geschlecht eingeschlossen fühlen – also Personen, die sich nicht als Mann oder Frau empfinden.

Nachdem der Finanzblog „Inside-Paradeplatz“ über den Leitfaden berichtet hatte, landete die Swiss Re in den Schlagzeilen. „Die Swiss Re schafft Mann und Frau ab“ titelte etwa die Gratis-Postille „20 Minuten“. Und die Boulevardzeitung „Blick“ schreibt, der Rückversicherer verbiete die Worte gar.

Dabei ist von einem Verbot bei der Swiss Re gar nicht die Rede, sagt eine Sprecherin des Konzerns: „Es existiert klar kein Index und kein Verbot von Wörtern bei Swiss Re“. Vielmehr wolle man Mitarbeiter auf das Thema gendergerechte Sprache aufmerksam machen. „Im Zentrum stehen der gegenseitige Respekt und dass alle Mitarbeitenden sich zugehörig fühlen.“

Von der harschen Reaktion der Medien wirkt der Rückversicherer überrascht. So sei das Dokument nur eine Seite lang und schon länger im Intranet veröffentlicht. Der Rückversicherer will auch in Zukunft eine „vielseitige und vielfältige Belegschaft aufbauen“ und eine „integrative Kultur fördern“. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 14.500 Mitarbeiter.

Im Intranet der Swiss Re wurde der Beitrag positiv aufgenommen. Auch Stefanie Hetjens vom Transgender-Netzwerk Schweiz sieht den Leitfaden als Schritt in die richtige Richtung. „Die Komplexität der Belegschaft nicht anzuerkennen und zu nutzen wäre ein gravierender strategischer Fehler.“

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2 Kommentare zu "Sprachvorschlag: Warum man bei der Swiss Re nicht mehr einfach „Mann“ und „Frau“ sagen soll"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Langsam wird es skurril... haben wir echt kene anderen Probleme/Herausforderungen/Arbeit mehr....

  • Möge es sich zu Herzen nehmen, dass man es nicht eingeladen hat? Man hat ihn und sie eingeladen, aber es hat man vergessen! Diskriminierung!!! Ehrlich, dieser Gender-Wahnsinn ist sicher erst der Anfang, oder? Ernsthaft - welche Probleme haben wir in der Welt eigentlich? Darüber könnte das Mitarbeiter auch einmal nachdenken...