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Staatliches russisches Geldhaus Sberbank entgehen Milliarden Rubel durch Fehler bei der Künstlichen Intelligenz

Die größte Bank Osteuropas räumt Probleme durch den Einsatz von Algorithmen ein. Vorstandschef Gref will die Arbeit mit der Künstlichen Intelligenz aber nicht einstellen.
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Dem Geldinstitut sind durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz Milliarden Rubel entgangen. Quelle: Reuters
Geldautomat der Sberbank

Dem Geldinstitut sind durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz Milliarden Rubel entgangen.

(Foto: Reuters)

Berlin Osteuropas mit Abstand größte Bank, die russische Sberbank, galt bisher als technologisch vielen Instituten im Westen enteilt. Das mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Geldhaus hat bereits früh viel in Online-Banking, den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Bots investiert. Das räumen auch westliche Wettbewerber ein.

Doch nun musste Vorstandschef Herman Gref ausgerechnet vor einer Schulklasse in Moskau einräumen, dass die Sberbank Milliarden Rubel (ein Euro sind umgerechnet etwa 75 Rubel) aufgrund von Fehlern der künstlichen Intelligenz (KI) verloren hat.

„Künstliche Intelligenz trifft in der Regel Entscheidungen in großen Systemen. Ein kleiner Fehler, der sich in den Algorithmus eingeschlichen hat, kann sehr große Konsequenzen haben“, sagte Gref auf die Frage nach Risiken der Implementierung von KI-Technologie. Der Bankchef hielt in einer Privatschule in der russischen Hauptstadt eine Rede.

„In unserer Praxis haben wir dabei viel Geld verloren. Weil die Maschine bei großen Mengen einen kleinen Fehler gemacht hat, haben wir Milliarden Rubel verloren“, fügte Gref hinzu. Die Rede auf der Veranstaltung wurde auf der Corporate TV-Kanal der Sberbank-Website veröffentlicht.

Gref, dessen Bank 70 Prozent der Russen als Kunden hat, gab sich aber kämpferisch: Nach der Feststellung solcher Fehler werde die Arbeit der künstlichen Intelligenz verbessert, nicht eingestellt. „Wir haben aus jedem Fehler gelernt, alle möglichen Filter eingesetzt, um das Künstliche Intelligenzsystem zu kalibrieren, zu überprüfen oder zu validieren“, sagte Gref vor den Schülern.

Wie viel die Sberbank genau verloren hat durch den falschen Einsatz von KI sagte Gref während der Schulveranstaltung nicht. Ein Banksprecher sagte dem Onlinedienst des russischen Wirtschaftssenders RBK aber: „Es geht nicht um direkte Verluste, sondern um entgangene Gewinne.“

Die Sberbank arbeite weiter daran, die Integration Künstlicher Intelligenzprozesse in ihre Systeme zu verbessern. Insbesondere die Verwendung von KI-Algorithmen zur Bewertung von Kreditrisiken ermögliche es, die Höhe von Verlusten im Kreditgeschäft ständig zu reduzieren, sagte der Sprecher.

Die Sberbank setzt aktiv Künstliche Intelligenz ein. So hat die Bank im Februar 2018 in einem Pilotprojekt ein neuronales Netzwerk zur Analyse von Immobilienwerten entwickelt und eingeführt und mit der russischen Zentralbank den Start eines neuronalen Netzwerks zur Risikobewertung diskutiert. Darüber hinaus helfe KI der Bank, die Zahl von Mitarbeitern auf mittlerer Ebene zu reduzieren, die Routineoperationen ausführten, hatte Gref in seinem Vortrag gesaagt.

Mehr: Nicht nur die Sberbank ist vielen westlichen Konkurrenten einiges voraus. Lesen Sie hier, wie sich Russland zur IT-Großmacht entwickelt.

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