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Stellenabbau HSBC Deutschland setzt nach Gewinnrückgang Rotstift an

Nach einem Gewinneinbruch will HSBC Deutschland Stellen streichen. Wegen der schwachen Konjunktur legt die Bank mehr Geld für faule Kredite zurück.
Update: 28.08.2019 - 14:58 Uhr Kommentieren
Der Abbau der Stellen solle sozialverträglich erfolgen, wie das Geldhaus mitteilt. Quelle: dpa
HSBC Deutschland

Der Abbau der Stellen solle sozialverträglich erfolgen, wie das Geldhaus mitteilt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach einem Gewinneinbruch von mehr als 43 Prozent in den ersten sechs Monaten will HSBC Deutschland Stellen abbauen. Der Vorsteuergewinn sank von 83,6 auf 47,2 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern ging von 55 auf 30,9 Millionen Euro zurück.

Damit präsentierte HSBC Deutschland-Chefin Carola von Schmettow diesen Mittwoch ein schlechteres Halbjahresergebnis als im dritten Finanzkrisenjahr 2009. Den starken Rückgang begründet von Schmettow mit einer Erhöhung des Risikovorsorgebedarfs auf 29,2 Millionen Euro, nachdem Ende des vergangenen Geschäftsjahres die Risikovorsorge noch ergebniswirksam aufgelöst werden konnte. Grund für den gestiegenen Risikovorsorgebedarf waren hohe Einzelwertberichtigungen.

Die schwache Konjunktur, Handelskonflikte, der Brexit, die Proteste in Hongkong und das immer schwieriger werdende Zinsumfeld hätten auch bei der HSBC Spuren hinterlassen, so von Schmettow. Die erhoffte Zinswende im Herbst sei ausgeblieben und stattdessen das Gegenteil eingetreten. Der negative Einlagezins der EZB sorge für Zinszahlungen an die Zentralbank in Höhe von 15 Millionen Euro, rechnete die HSBC Deutschland-Chefin vor.

Für das zweite Halbjahr erwartet die Bank Besserung. Für ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau würde dies jedoch nicht ausreichen.

Für einen Lichtblick sorgen dafür die Erträge: Die Bank konnte in allen Geschäftsbereichen wachsen und so seine operativen Erträge um knapp sieben Prozent steigern. „Das zeigt, dass sich unser Geschäftsmodell auch in einem schwierigen Marktumfeld bewährt“, sagt von Schmettow. Der Ertragszuwachs von 23,7 Millionen Euro besteht zu je rund 10 Millionen Euro aus dem gestiegenem Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss.

Ertragszuwachs dank Mittelstand

Doch werden von den gestiegenen Zinseinnahmen die Risikovorsorge im Kredit- und Wertpapiergeschäft in Höhe von fast 30 Millionen Euro abgezogen, bleibt mit 84,3 Millionen Euro ein Fünftel weniger übrig als noch im Vorjahr.

Allein im Geschäft mit mittelständischen Firmen, also im Geschäftsbereich Commercial Banking (CMB), wo der Großteil des Zinsüberschusses erwirtschaftet wurde, sorgte der höhere Risikovorsorgebedarf dafür, dass im CMC-Bereich der Vorsteuergewinn von 32,1 auf 7,1 Millionen Euro gesunken ist.

Zwar stieg der Provisionsüberschuss, der die Gebühren der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden sowie die Provisionen aus der Unternehmenskundenbetreuung umfasst, auf 221,7 Millionen Euro an. Beim Wertpapier-Handelsgeschäft verzeichnete die Bank jedoch einen leichten Rückgang der Erträge um 1,9 Millionen Euro auf 40,7 Millionen Euro.

Die schon Ende 2018 schwache Eigenkapitalrendite von 7,6 Prozent verringerte sich nochmals auf nur noch 4,2 Prozent, während die Kernkapitalquote auf 12,2 Prozent leicht wachsen konnte. Das Eigenkapital stieg aufgrund einer Kapitaleinbringung der britischen HSBC von 2.273,1 auf 2.429 Millionen Euro, damit wuchs auch die Eigenkapitalquote um rund ein Prozent auf 14,5 Prozent.

Gespräche mit dem Betriebsrat

Sehr unzufrieden ist HSBC Deutschland Finanzchef Kamp mit dem hohen Verwaltungsaufwand. Die Aufwendungen im Bereich Verwaltung sind um fast 30 Millionen Euro gestiegen und liegen nun bei 320 Millionen Euro.

Die Bank begründet das unter anderem mit einem Effizienzprogramm aus der ersten Jahreshälfte, das zu zusätzlichen Kosten führte. Darin enthalten sind Mittel für Investitionen für Prozessoptimierung, aber auch für absehbare Abfindungen, die sich im Zuge von Stellenstreichungen ergeben werden.

Denn die Bank will Arbeitsplätze abbauen. Allerdings werde es keine Details zum Stellenabbau geben, bevor nicht die Gespräche mit dem Betriebsrat abgeschlossen sind, sagt er Finanzchef Andreas Kamp. Es handele sich um eine Teilmenge der 4000 Stellen, die das Mutterhaus HSBC angekündigt hatte zu streichen. Dem Nachrichtenportal Reuters zufolge handelt es sich um rund zwei Prozent der Angestellten.

Mehr: Der Interimschef der britischen HSBC will das Geldhaus als globale Unternehmerbank profilieren – und wirbt verstärkt um deutsche Konzerne und Mittelständler.

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