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Stephen Schwarzman „Größte Spende seit der Renaissance“: Hedgefonds-Milliardär beschenkt Universität Oxford

Der Blackstone-Chef spendiert der Eliteuniversität ein Zentrum für Geisteswissenschaften. Es soll auch zu Ethikfragen in der Künstlichen Intelligenz forschen.
Update: 20.06.2019 - 18:08 Uhr Kommentieren
Vergangenes Jahr hatte er bereits 350 Millionen Dollar für ein KI-Forschungszentrum an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston gespendet. Quelle: AP
Stephen Schwarzman

Vergangenes Jahr hatte er bereits 350 Millionen Dollar für ein KI-Forschungszentrum an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston gespendet.

(Foto: AP)

London Die Universität Oxford spricht von der „größten Spende seit der Renaissance“: Der New Yorker Milliardär Stephen Schwarzman überweist der britischen Elitehochschule 150 Millionen Pfund. Mit dem Geld soll bis 2024 ein neues Zentrum für Geisteswissenschaften gebaut werden.

Erstmals sollen alle Geisteswissenschaften, darunter englische Literatur, Philosophie, Geschichte, Musik und Sprachen, unter einem Dach Platz finden. Neu gegründet wird zudem ein Institut für Ethikfragen in der Künstlichen Intelligenz (KI). Auch ein Konzertsaal mit 500 Sitzen, ein Auditorium und diverse Bühnen sind geplant.

Die Universität Oxford bilde seit fast tausend Jahren den Kern der westlichen Zivilisation, sagte Schwarzman. Nun gehe es darum, die Denkmodelle an die heutige Welt anzupassen.

Er sieht es als dringendes Menschheitsproblem an, die ethische Dimension von KI zu erforschen. Seine Wahl fiel auf Oxford, weil die britische Universität die Nummer eins in den Geisteswissenschaften in der Welt sei. Die Forscher sollen künftig die Politik dabei beraten, die Regeln für KI zu formulieren.

Der Mitgründer und Chef der weltgrößten Beteiligungsfirma Blackstone bezeichnet sich selbst als „aktiven Philanthropen“. Sein Vermögen wird vom US-Magazin „Forbes“ auf mehr als zwölf Milliarden Dollar geschätzt.

Der 72-Jährige ist seit Jahren dabei, sich selbst überall in der Welt Denkmäler zu errichten. 2018 spendete er 350 Millionen Dollar für ein KI-Forschungszentrum an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston.

Zuvor hatte er seiner früheren Universität Yale 150 Millionen Dollar gegeben. Zudem finanziert er ein Stipendienprogramm an der Tsinghua-Universität in Peking mit 575 Millionen Dollar. Damit will er das Verständnis für China in der Welt fördern.

Schwarzmans Mäzenatentum liegt im Trend: Universitäten sind zunehmend auf Spenden angewiesen, um im globalen Wettbewerb den Studenten die besten Bedingungen bieten zu können. Im Gegenzug dürfen die Spender oft ihren Namen auf dem Gebäude verewigen. Auch Schwarzman besteht stets darauf, dass Gebäude, Professuren oder ganze Programme nach ihm benannt werden.

Vergangenen April war er mit seinen Forderungen jedoch zu weit gegangen. Er spendete 25 Millionen Dollar an seine alte High School in Abington im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dafür sollte die Schule nach ihm benannt und sein Name über allen Eingängen angebracht werden. Auch wollte er Einfluss auf den Lehrplan nehmen.

Nach Protesten von Eltern verweigerte die Schulbehörde ihm seine Wünsche. Schwarzman musste sich damit zufriedengeben, dass nur ein Trakt für Naturwissenschaften nach ihm benannt wurde.

Sein größtes Denkmal ist jedoch Blackstone. Schwarzman hatte seine Beteiligungsfirma 1985 zusammen mit Peter Peterson in New York gegründet. Aus dem Start-up mit zwei Mitarbeitern ist inzwischen ein börsennotierter Konzern geworden. Blackstone hat 2.500 Mitarbeiter in 23 Büros weltweit. Mit einem Anlagekapital von mehr als 500 Milliarden Dollar ist die Firma Marktführer in drei Disziplinen: Sie ist die größte Private-Equity-Firma, der größte Immobilieneigentümer und der größte Hedgefonds-Investor der Welt.

Der Selfmademan ist Unterstützer von US-Präsident Donald Trump und leitete ein wirtschaftliches Beratergremium des Republikaners, bis es aufgelöst wurde. Zu seinem 70. Geburtstag lud Schwarzman Trumps Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner ein.

Mit seinen Spenden im Bildungssektor hingegen umwirbt er das liberale Establishment. In den USA gehören Großspenden in gewissen Kreisen zum guten Ton. Universitäten schreiben regelmäßig ihre Absolventen an und bitten um Geld.

Die britischen Elite-Hochschulen eifern dem US-Vorbild nun nach. Erst im Februar hatte Oxford-Konkurrent Cambridge 100 Millionen Pfund von Hedgefonds-Gründer David Harding erhalten.

Die Universität Oxford nahm im jüngsten akademischen Jahr 157 Millionen Pfund an Spenden ein. Das Gesamtbudget der Hochschule beträgt 2,2 Milliarden Pfund, Schwarzmans Geschenk macht also einen erheblichen Unterschied. Die Universität hat bereits ein Grundstück ausgewählt, nun muss sie noch einen Architekten finden – für das neue „Schwarzman Centre for the Humanities“.

Mehr: Der Private-Equity-Investor Blackstone sichert sich ein milliardenschweres Logistik-Immobilien-Portfolio. Der Kauf bestätigt den wichtigsten Trend in der Branche.

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