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Steuerabkommen Ackermann rät der Schweiz zu Härte im Steuerstreit

Josef Ackermann bezeichnet das Steuerabkommen mit der Schweiz als „Win-Win-Situation“, doch die Chancen dafür stehen seiner Meinung nach schlecht. Bei der Zukunft des Investment-Bankings ist er optimistischer.
Update: 01.12.2012 - 12:15 Uhr 13 Kommentare
Josef Ackermann rät der Schweiz, beim Steuerabkommen keine weiteren Zugeständnisse zu machen. Quelle: dapd

Josef Ackermann rät der Schweiz, beim Steuerabkommen keine weiteren Zugeständnisse zu machen.

(Foto: dapd)

Zürich Der Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ruft die Schweiz dazu auf, im Steuerstreit mit Deutschland hart zu bleiben. "Die Schweiz darf keine weiteren Zugeständnisse machen, sondern muss am Ausgehandelten festhalten", sagte Ackermann in einem Interviez mit der NZZ am Sonntag. Er bezeichnete das umstrittene Steuerabkommen als "Win-Win-Situation", räumte aber ein, dass die Chancen für das Abkommen schlecht stehen.

Am 23. November soll der Deutsche Bundesrat über das umstrittene Steuerabkommen abstimmen. Es sieht vor, dass die Schweizer Banken auf bisher unversteuerte Vermögen deutscher Kunden anonym eine Abgeltungssteuer von 21 bis 41 Prozent erheben. Zukünftige Erträge sollen mit einer anonymen Quellensteuer belegt werden. Die Bundesregierung rechnet im ersten Jahr mit Einnahmen von rund zehn Milliarden Euro aus dem Vertrag.

SPD und Grüne wollen den Vertrag im Bundesrat aber scheitern lassen, weil durch das Abkommen ihrer Ansicht nach Steuerflüchtlinge zu billig weggkommen. Laut einem Bericht des "Spiegel" will Finanzminister Wolfgang Schäuble versuchen, SPD-regierte Bundesländer noch umzustimmen, indem die Länder einen höheren Anteil an den zu erwarteten Erträgen bekommen sollen.

Ackermann kritisierte, dass die Schweiz im Steuerstreit durch internen Zank ihre Position geschwächt habe. "Diese Kakofonie nimmt unserem Land die Schlagkraft", sagte er, etwa, indem in der Schweiz eine Debatte um die Einführung des automatischen Informationsaustausches geführt werde. Offiziell sieht die Schweiz in ihrem Abgeltungssteuermodell eine Alternative zum automatischen Informationsaustausch, der das Ende des letzten Restes Bankgeheimnis bedeuten würde. Aber auch Schweizer Banker wie der Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz glauben, dass langfristig der Informationsaustausch nicht aufzuhalten sei.

Mit Blick auf die Banken-Welt äußerte Ackermann Verständnis für die Entscheidung der UBS, das Investmentbanking radikal zu verkleinern. Ein Vorbild für die Deutsche Bank sieht er darin aber nicht. "Es wird sich weisen, wer künftig besser fährt", so Ackermann, "jene, die sich jetzt stark anpassen, oder jene, die weiter auf Investment Banking setzen und mit Marktanteilen rechnen." Die Deutsche Bank ist demnach in die zweite Kategorie einzuordnen. "Die Deutsche Bank ist die einzige europäische Bank, die im weltweiten Investment Banking noch eine wichtige Rolle spielt - und sich dazu bekennt."

Das Investment Banking muss an die neue Regulierung sicher angepasst werden. Doch Ackermann glaubt weiterhin fest an die Zukunft des Investment Bankings, vor allem im Anleihe-Bereich, den UBS jetzt radikal verkleinern will. Denn "das traditionelle Kreditgeschäft wird immer mehr durch das Kapitalmarktgeschäft ersetzt", meint Ackermann. In den USA würden sich Unternehmen bereits stärker über den Markt als über Banken finanzieren. Europa dürfte diesem Trend folgen.

Zur derzeitigen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls mit Ankäufen von Anleihen von Krisenstaaten die Euro-Zone zu stabilisieren, sieht Ackermann keine Alternative. Aber die lockere Geldpolitik berge auch Risiken. "Sollte die Konjunktur anspringen und die bei den Notenbanken liegende Liquidität in den Wirtschaftskreislauf gelangen, könnte die Inflation steigen", so Ackermann. "Im Moment stehen die Zeichen jedoch auf Rezession."

 
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13 Kommentare zu "Steuerabkommen: Ackermann rät der Schweiz zu Härte im Steuerstreit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zitat:

    "Die "kleinen" Leute würden nach dem grossen Bankencrash sehr schnell wieder zu bescheidenem Wohlstand kommen können, sehr viel schneller als das unter derzeit herrschender Allmacht des Kapitals möglich ist"

    Mal wieder der Spruch eines Menschen, der glaubt das Reiche viel Geld haben. Daher für Sie: ARME haben (relativ zum Einkommen) viel Geld bei einer Bank. Reiche haben dagegen Immobilien und Unternehmen. Aus diesem Grund werden bei einem Bankencrash ARME viel Geld verlieren, während Reiche schlicht reich bleiben. Eine BMW-Aktie bleibt eine BMW-Aktie, auch wenn alle Banken crashen. Aber Girokonten, Sparbücher und Festgeldanlagen hören auf zu existieren. Und ja: Einlagensicherungsfonds hören dann ebenfalls auf zu existieren.

  • @Ulrich62
    hätten Sie ihre Thesen bezüglich Eigenkapitalregeln vor 5 Jahren verbreitet hätte ich gesagt chapo der hat Ahnung. Jetzt im nachhinein ist das alles nutzlos in Bezug auf Eigenkapital und Regulierung da sich das Problem von selbst löst,durch wieder ein verlorenes Jahrzehnt oder wenn es ganz schlimm kommt mit einem Reset des Weltfinanzsystems.

  • Ich hoffe die jenigen welche "Bill Clinton" mit "DROGEN" und "NUTTEN" erpresst haben oder "Barschel/Engholm" mit dem "Tavor in der Wanne" erwischt es mal beim belauschen der FILMKRIKTIK!

    gttp://central.banktunnel.eu/20121117-18-rundschau.jpg

  • stimmt! Man sollte wieder mal darüber nachdenken, was alles geht, wenn man sich nicht alles gefallen lässt.

  • @GORDONGECKO

    Ich kann es auch sachlich,dann werden Sie verstehen.
    Was ich mit Regeln meine.
    Habe ich gestern im SZ-Forum geschrieben,unter einem anderen
    Namen also los:

    ff.
    Bei den Briten wird doch längst weiter gedacht.
    So vertritt Andy Haldane,der Chef der Bank of England die
    These, über Leverage Ratio zum Ziel zu kommen.
    Das harte Eigenkapital der Bank darf einen gewissen
    Prozentsatz der rohen,umgedichteten Bilanzsumme nicht
    unterschreiten.
    Denn bei einer Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) von 7
    Prozent hätte es gereicht, die hundert weltgroßen Banken
    in der Finanzkrise ohne Rettung durch Staaten und
    Steuerzahler alleine zu lassen.
    Basel-III sieht jedoch nur eine von 3 Prozent vor.
    Das heisst, 97 Euro Fremdkapital fussen in der Bankbilanz
    auf drei Euro Eigenkapital.
    Diese These vertritt übrigens auch Martin Hellwig vom
    Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter in Bonn –
    leider als einer der ganz wenigen im deutschsprachigen Raum..
    Von Basel III sind und waren jedoch z.B. die US-Banken weit
    entfernt, die sind eher noch bei Basel I.
    Von den europäischen Banken sind zur Zeit nur die spanischen
    Riesen bei Basel III,die anderen sind schon wieder kräftig
    am Verhindern, dass das wie angekündigt eingeführt wird.
    Sie schöpfen also weiterhin Geld aus dem nichts.
    Bei der nächsten Krise wären sie alle voll dabei.
    Selbst ein Leverage Ratio von 7 Prozent ist eher an der
    unteren Grenze des wünschenswerten anzusehen.
    Die Gleichung ist einfach, je höher der Zins, desto
    sicherer die Bank. Lieber ein höherer Zins für alle als
    ewig die Sorge um eine neue Bankenkrise, und Unsummen
    aus Steuermitteln zu verblasen.
    Am Ende unter dem Strich, was ist auf Dauer billiger und /
    oder besser?
    Sie sollten Rentner nicht unterschätzen.
    Die haben nämlich mal etwas gelernt.
    Im Zweifel auch etwas studiert. Mit Diplom.
    Nicht jeder ist Beamter geworden. Oder Banker.
    Das bin ich meinen Kinder und Enkeln schuldig.
    Und Schweinereien sind genug passiert!!







  • "Jeder vernünftige mensch weiß doch genau, dass somit nicht nur "Schwarzgeld" sondern vor allem auch "dubioses Geld" aus kriminellen Geschäften ganz legal auf einer Bank einbezahlt werden kann."

    Oh mann, noch so einer Verschwörungstheoreticker. Das scheint in den Genen der Deutschen zu sein - jeden populistischen Schwachsinn der Politik zu glauben. Die Dummheit des Bürgers setzt ein und man vegisst, dass es komplexe nationale und internationale Geldwäschegesetzte gibt. Hirn aus - Schwachsinn labbern ein.

  • @GORDONGECKO

    Wohl selbst so einer nicht wahr.
    Gut,dann setze ich noch einen drauf,
    passt gerade so schön:

    "Wieviele Milliarden ausländischer Kunden liegen eigentlich
    in deutschen Banken?"

    Jede Menge.
    die deutschen Banken sind kein Stück besser
    als die schweizer Banken.
    Schaut nur keiner so genau hin!!

    Im Süden von D. ist ein regelrechter Wettbewerb zwischen den
    Banken.Da sind die Herrschaften mit den Koffern unterwegs.
    Geldwäsche ohne Ende.
    Die Italiener kriegen die Geldströme der Mafia
    sehr,sehr trickreich in den Griff,
    da geht es richtig rund. EDV gestützt!
    nix mehr mit Vatikan-Bank,vorbei!
    Das liest sich wie ein Krimi,glauben Sie mir.
    geben Sie mal ein bei Google:

    Serpico
    ist ein Akronym,
    steht für "Servizi per i contribuenti",
    heißt übersetzt
    "Dienstleistungen für die Steuerzahler"

    Da fallen Sie vor lachen vom Stuhl.
    Sie nicht gecko,Sie werden heulen!
    Das in Italien ist erst der Anfang!
    Jetzt hat sichs aus-gegeckot.Wir kriegen auch Sie!!
    Da können Sie ganz sicher sein!! Versprochen!!
    Schaun Sie sich schon mal in Weißrussland nach einem
    Plätzchen um,guter Rat!

  • wieder mal typisch "Schweiz"

    Die Schweiz lebt seit Jahrzehnten davon, dass sie das Geld reicher Ausländer mit dem Argument des "Bankgeheimnisses" anlockt. Jeder vernünftige mensch weiß doch genau, dass somit nicht nur "Schwarzgeld" sondern vor allem auch "dubioses Geld" aus kriminellen Geschäften ganz legal auf einer Bank einbezahlt werden kann. Und der größte Deal: Bei den Einzahlern darf es sich nicht um Schweizer Bürger handeln.....d.h. den schweizern Politiker und Bankern ist serwohl bewusst....was für Geld so billig bei den schweizer Banken ankommt......möchte aber verhindern dass die eigenen landsleute das auch so machen. Deshalb....behandelt einen Rat an die Schweiz: behandelt ausländische einzahler einfach so wie die eigenen landsleute !!!! Das selbe gilt übrigens für die sogenannte Pauschalbesteuerung von vermögenden Ausländern.... die Schweiz handelt bewusst so.....seit nahezu Jahrzehnten (so auch im ersten + zweiten Weltkrieg....wo ja bekanntlich Milliarden Beträge nicht mehr abgehoben werden konnten). würde so eine Firma agieren, würde die deutsche + schweizer Staatsanwaltschaft wegen "krimineller" Handlungen tätig werden !!

  • @Ulrich62
    Gott sei Dank sind Sie schon Rentner, unglaublich diese Gedanken.

  • @Ludwig500

    "Aber natürlich gibt es eine Alternative. Staatsbankrott(e)."

    Sehe ich noch nicht so pessimistisch.
    Was,so frage ich mich,hindert eigentlich eine Gesellschaft,
    die wenigen dutzend Bankvorstände in die Knie zu zwingen?
    Es sind ja nicht DIE Banken,sondern deren OBEREN.
    Banken sind Unternehmen,mächtige Unternehmen.Aber nicht sakrosant!
    Und die Oberen haben sich an die Spielregeln zu halten,die
    ihnen die Gesellschaft vorgibt.Und nicht umgekehrt.
    Kann man an einem Wochenende erledigen,wie in den USA,wenn
    eine Bank pleite geht.Freitags rein,und Montags gehen die Geschäfte weiter,aber nach den Regeln der Gesellschaft,
    nicht nach den Eigenen,die nur einer kleinen Gruppe zu gute kommen!

    Goldmann§Sachs mächtig? Nur so lange,bis man da
    rein geht und sagt,so Sportsfreunde,das war es.
    Nun schaltet mal schön eure Rechner aus,
    wir stellen den Strom ab.
    Ab jetzt bestimmen wir,wo die Reise hingeht.Nicht ihr.

    Ein erster Schritt.
    Weiter folgen,ob Kapitalflüchtlinge oder Steuerverbrecher,Personen oder Firmen,die sich dem Zugriff
    ihrer Heimatstaaten zur Zahlung von Steuern entziehen,man
    kann sie alle zwingen,sehr schnell und sehr effektiv.
    Man muß nur endlich damit ANFANGEN!!
    Es fallen mir noch viele Dinge ein,aber das geht jetzt zu
    weit.

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