Strafantrag Anleger verklagen die Postbank-Finanzberatung

Angeblich geschädigte Anleger wollen gerichtlich gegen die Postbank-Finanzberatung vorgehen. Ihnen seien riskante Produkte verkauft worden, obwohl sie an sicheren Anlagen interessiert gewesen seien.
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Demonstranten stehen vor einer Postbank-Filiale. Sie werfen der Bank vor, durch deren schlechte Beratung ihre Anlagen verloren zu haben. Quelle: dpa

Demonstranten stehen vor einer Postbank-Filiale. Sie werfen der Bank vor, durch deren schlechte Beratung ihre Anlagen verloren zu haben.

(Foto: dpa)

Kiel/Hannover/BonnGegen den Vorstand der Postbank Finanzberatung AG haben angeblich geschädigte Anleger nach Angaben des Hamburger Rechtsanwalts Arne Heller Strafantrag wegen gewerbsmäßigen Betrugs gestellt. Der Strafantrag, den er mit dem Strafrechtler Volker Koppitz erarbeitet habe, sei per Post an die zuständige Staatsanwaltschaft Hannover gegangen, sagte Heller am Montag.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover sagte, er könne frühestens am Donnerstag Auskunft geben, ob ein solcher Strafantrag eingegangen sei.

Ein Postbanksprecher antwortete auf die Frage, ob dem Unternehmen ein solcher Strafantrag bekannt sei: „Nein, das können wir nicht bestätigen.“ Zum Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs äußerte sich der Sprecher nicht.

Die Anleger fühlen sich nach Angaben von Heller getäuscht. Der Vorwurf: Bankberater sollen riskante Produkte verkauft haben, obwohl die Kunden an sicheren Anlagen interessiert gewesen seien. Dabei gehe es unter anderem um Schiffsbeteiligungen.

Der Sprecher der Postbank wies den Vorwurf einer Fehlberatung oder Täuschung zurück: „Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass die geleistete Beratung auch mit Blick auf bestimmte Altersgruppen hochwertig und der Situation der Kunden angemessen war.“ Das Unternehmen sei dennoch bereit, „die infrage stehenden Beschwerdefälle im Einzelfall noch einmal zu prüfen. Wir nutzen dazu ein Verfahren, mit dessen Entwicklung wir eine unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt haben.“

 
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8 Kommentare zu "Strafantrag: Anleger verklagen die Postbank-Finanzberatung"

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  • Ich bin sehr "amüsiert" über die hier abgegebenen, "neunmalklugen" Kommentare. Als ehemalige, leitende Führungskraft der PB Finanzberatung kann ich von wirklich erschreckenden Zuständen in diesem Konzern berichten.
    Die offene Aufforderung seitens der betreffenden Vorstände in diversen Führungsrunden zum systematischen
    Kundenbetrug (z.B. die generelle "Umstellung vorhandener Bausparkonten in "WohnRiester-Produkte")kann ich sogar durch akustische Mitschnitte via Mobil-Telefon belegen !
    Man kann über diese dreiste, kriminelle Energie nur verblüfft sein !

  • @Magic: Hier machen Sie es sich sehr einfach! Sicher kann das sein, aber wissen Sie es genau? Eines ist sicher: Jeder Berater, ob bei der Bank oder anderweitig ist nicht nur moralisch verpflichtet, von Anlagen abzuraten, wenn er feststellt, dass der Kunde damit überfordert scheint. Man spricht hier von einer anleger- und anlagegerechten Beratung. Wenn diese Punkte offensichtlich nicht eingehalten wurden, sehe ich sehr wohl eine Beraterhaftung. der Bank....

  • Richtig, das ist genau meine Erfahrung. Wenns an der Börse lange hoch geht und in der Bild steht, dass man irgendwelche (Volks)Aktien kaufen muss, dann kommen sie alle aus den Löchern gekrochen. Nachher wollen sie davon nichts mehr wissen. Meines Erachtens müsste man beides abschaffen. 1. provisionsorientierte Anlageberatung und 2. gleichzeitig den Großteil der Beraterhaftung unter Hinweis auf die Eigenverantwortlichkeiit zu streichen.

  • Genau. Am Schluss haben die Kunden das noch über Postbank-Direkt und damit selbst gemacht!...Werbebanner der Postbank...führten sie in die Irre..

  • Sorry - ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht.
    Ich bin sowohl von postbank, Targo (vorher Citi) Volksbanken oder Sparkassen immer zu 100% korrekt beraten worden. Die Frage ist, ob der vermeintlich Geschädigte nicht einach taktisches Alsheimer bekommt, weil er gerne sein verlorenes Geld zurück will. Die meisten Kläger sind meines Erachtens Trittbrettfahrer, die die Gúnst der Stunde nutzen wollen um vor Gericht falsche Anlageentscheidungen auf Kosten der Banken zu revidieren.
    Sonst wird immer vom mündigen Bürger gesprochen - und wenn es opportun erscheint wird wieder nach den Verbraucherschützern geschrien. Mich ekelt diese Doppelmoral an! Und nein - ich arbeite nicht bei einer Bank. Und ja - auch ich habe mich schon bei einer Anlage "verhoben", aber ich habe zumindest so viel Charakter auch zu meinen eigenen Fehlern zu stehen!

  • Die Krux bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist das Beweisen einer solchen Falschberatung.
    Durch die Beratungsprotokolle sichert sich die Bank ab, unabhängig davon, ob das im Beratungszimmer Besprochene (versprochene) auch tatsächlich so drinsteht.

    Die Methoden der Postbank (und der Targobank) sind derweil längst bekannt - sie bewegen sich am Rande der Legalität und Kunden berichten von Täuschungen: Statt eines Mietkautionskontos wird ein vorgefertigter Bausparvertrag zu den Unterlagen beigemischt. Mit der kurzen, bestimmten Bitte, doch einfach zu unterschreiben. Labile und wenig informierte Menschen haben da keine Chance. Im Prinzip können diese ihr Geld gleich zum Fenster rauswerfen.

  • "Wo sind denn in diesen Fällen unsere Verbraucherschützer???"

    Sehr weit weg.

  • Der Sprecher der Postbank wies den Vorwurf einer Fehlberatung oder Täuschung zurück: „Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass die geleistete Beratung auch mit Blick auf bestimmte Altersgruppen hochwertig und der Situation der Kunden angemessen war.“

    Aber klar doch, das war doch damals bei den Bausparverträgen genauso... Aus eigener Erfahrung kann ich zumindest sagen, dass es bei der Postbank-Finanzberatung kaum bis gar nicht ausgebildete Mitarbeiter gibt, die Registrierung für die 34(d) Gewo-Erlaubnis ohne zu fragen von der HUK-Coburg gemacht wird, eine 34(c) Gewo Erlaubnis so gut wie nie vorliegt und die Mitarbeiter-Fluktuation so groß ist, dass nach einem Jahr schon mal fast die komplette Belegschaft durchgemischt ist... wo soll da denn Qualität in der Beratung herkommen??? Ich habe Fälle erlebt, wo eine gelernte Friseurin Baufinanzierungen durcheinander geredet hat (Schaden ewa 35000€) und jemand, der vor 2 Wochen noch Elektriker bei RWE war plötzlich Fachmnn für Wertpapiere war... Und dann stürzt man sich bevorzugt auf ältere Kunden, die schon immer der Postbank vertraut haben. Wo sind denn in diesen Fällen unsere Verbraucherschützer???

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