Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Strategiewechsel Die spanische Bad Bank Sareb wird zum Bauträger

2012 hat die spanische Bank noch geholfen, das Finanzsystem zu stabilisieren. Doch jetzt schreibt sie Verluste und ändert deshalb ihre Strategie.
Kommentieren
Der Sareb-Chef plant den Bau von 17.100 Wohnungen in ganz Spanien. Quelle: Sareb
Jaime Echegoyen

Der Sareb-Chef plant den Bau von 17.100 Wohnungen in ganz Spanien.

(Foto: Sareb)

Madrid Sareb-Chef Jaime Echegoyen hat keinen leichten Stand. Seine Zwischenbilanz als Chef der spanischen Bad Bank sieben Jahre nach ihrer Gründung sieht ziemlich trübe aus. Nach rund der Hälfte ihrer geplanten Lebensdauer hat Sareb erst ein Drittel ihrer Assets verkauft und sitzt auf einem potenziellen Verlust von fünf Milliarden Euro.

Illusorisch ist das ursprüngliche Gewinnziel von 15 Prozent, das mit dem Verkauf von faulen Krediten und Immobilien erzielt werden sollte. Diese hatte die Bad Bank nach dem Platzen der spanischen Immobilienblase von angeschlagenen Sparkassen übernommen. Echegoyen tritt deshalb die Flucht nach vorn an: Er ändert seine Strategie und macht Sareb zum Projektentwickler.

Statt weiterhin faule Kredite mit Preisnachlässen an institutionelle Investoren zu verkaufen, klagt Echegoyen jetzt die Garantien hinter diesen Darlehen vor Gericht ein – Immobilien oder Grundstücke.

Auf den besten Lagen beauftragt er Dienstleister mit dem Bau und verkauft die Gebäude dann weiter und verkauft die Gebäude dann weiter. „Es gibt deutlich mehr Käufer für Immobilien als für faule Kredite“, erklärt der Sareb-Chef dem Handelsblatt. „Wir können so den Wert unseres Portfolios steigern.“ Sareb ist 2012 entstanden und hat insgesamt rund 51 Milliarden Euro Vermögenswerte von neun spanischen Sparkassen übernommen.

20 Prozent davon waren Immobilien und 80 Prozent notleidende Kredite (NPLs) für Immobilien oder Grundstücke. Den Berg an Assets hat Sareb mit 53 Prozent Nachlass auf den Wert erhalten, mit dem sie bei den Banken in den Büchern standen. Die Idee war deshalb, dass Sareb mit dem Verkauf des Portfolios einen Gewinn erzielen würde, wenn sich der Immobilienmarkt in Spanien erholt.

Dass die Preise danach weiter fallen, damit hat laut Echegoyen niemand gerechnet. So kommt es, dass die verbliebenen Assets von Sareb inzwischen fünf Milliarden Euro weniger wert sind als der damalige Kaufpreis – und entsprechend als potenzieller Verlust in den Büchern stehen. Inzwischen hat sich der spanische Immobilienmarkt zwar erholt, und die spanische Wirtschaft wächst seit 2015 stärker als der europäische Durchschnitt.

Rückstellungen fehlen

Doch das problematische Portfolio von Sareb profitiert davon nicht. „Da, wo die Assets von Sareb liegen, steigen die Preise immer noch nicht“, erklärt Alvise Lennkh von der Ratingagentur Scope. So befinden sich etliche Gebäude etwa in der Peripherie von kleineren Städten. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die spanischen Banken verkaufen auf Druck der Regulierer ihre faulen Kredite mit Preisabschlägen von bis zu 70 Prozent. Im vergangenen Jahr stießen sie NPLs im Wert von 40 Milliarden Euro ab.

Das macht die Preise kaputt. Während die Banken dafür Rückstellungen gebildet haben und Einnahmen aus anderen Geschäften erzielen, hat Sareb diese Option nicht. Ein starker Preisnachlass lässt sofort die Verluste der Bad Bank in die Höhe schnellen. „Deshalb ziehen wir uns jetzt aus dem Markt für den Darlehensverkauf zurück“, erklärt Echegoyen.

Die Käufer für faule Darlehen sind institutionelle Investoren, für die sich das risikoreiche Geschäft deshalb lohnt, weil sie große Mengen an Darlehen mit Rabatt erwerben. Immobilien und Bauprojekte dagegen lassen sich auch an Privatleute veräußern. Die Marge, die dabei für den Entwickler anfällt, will Sareb einheimsen. Echegoyen plant den Bau von 17.100 Wohnungen, verteilt über ganz Spanien.

Dafür setzt er 811 Millionen Euro Aktiva (vor allem Grundstücke) von Sareb ein und investiert 2,2 Milliarden Euro. Zudem will er die Zusammenarbeit mit Dienstleistern für Reparaturen oder die Vermarktung von Immobilien effizienter organisieren und damit 300 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Kritik vom Finanzexperten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Strategiewechsel - Die spanische Bad Bank Sareb wird zum Bauträger

0 Kommentare zu "Strategiewechsel: Die spanische Bad Bank Sareb wird zum Bauträger "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote