Streit um Hypo Alpe Adria BayernLB verklagt Kärnten auf 2,6 Milliarden Euro

Die BayernLB geht gegen ihre Enteignung durch das österreichische Hypo-Sondergesetz vor: Die Bank zerrt das Bundesland Kärnten vor Gericht – und fordert 2,6 Milliarden Euro.
Update: 17.04.2015 - 15:46 Uhr Kommentieren
Die BayernLB verklagt die Holding des Bundeslands Kärnten auf 2,6 Milliarden Euro. Quelle: dpa
BayernLB zieht vor Gericht

Die BayernLB verklagt die Holding des Bundeslands Kärnten auf 2,6 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

MünchenIm Streit über den Zusammenbruch der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria zündet die Bayerische Landesbank die nächste Eskalationsstufe. Die BayernLB verklage die Holding des Bundeslands Kärnten vor dem Landesgericht Klagenfurt auf 2,6 Milliarden Euro, erklärte ein Sprecher der Bank in München am Freitag.

Die BayernLB wehrt sich damit gegen den ersten Schuldenschnitt der österreichischen Krisenbank im vergangenen Jahr. Sie folgt mit dieser Klage einer Empfehlung des österreichischen Verfassungsgerichtshofs.

Die BayernLB hatte die Hypo Alpe Adria unter anderem vom Land Kärnten gekauft, später aber nach hohen Verlusten an die Republik Österreich abgegeben. Während die Bayern die Rückzahlung von Krediten ihrer früheren Tochter fordern, lehnen die Österreicher dies unter Verweis auf deren Notlage ab. Der Rest der Hypo Alpe Adria firmiert mittlerweile unter dem Namen Heta. Die BayernLB beruft sich bei ihrer neuen Klage darauf, dass die Kärntner Landesholding als gesetzlicher Bürge für die Schulden der Heta aufkommen müsse.

Der Verfassungsgerichtshof hatte die Klagen diverser Hypo-Gläubiger gegen den ersten Schuldenschnitt bei der Krisenbank aus formalen Gründen abgewiesen. Die Investoren – darunter auch andere Banken und Versicherungen – müssten sich zuerst an andere Gerichte wenden, hatte der Gerichtshof entschieden.

Welche deutschen Institute zittern müssen
L-Bank - zweistelliger Millionenbetrag
1 von 9

Die staatliche Förderbank für das Land Baden-Württemberg soll bei der Heta, dem Nachfolgeinstitut der Hypo Alpe Adria, mit einem zweistelligen Millionenbetrag engagiert sein.

DZ Bank - mittlerer zweistelliger Millionenbetrag
2 von 9

Auch auf das Zentralinstitut der Genossen könnte durch den Schuldenschnitt ein Millionenverlust zukommen.

DWS Investment - 275 Millionen Euro
3 von 9

Die Deutsche Asset & Wealth Management Investment gehört zur Deutsche Bank Gruppe und könnte ebenfalls Millionen bei der Hypo Alpe Adria verlieren.

NRW-Bank - 276 Millionen Euro
4 von 9

Die Förderbank des Landes NRW ist ebenfalls in Österreich engagiert gewesen.

Pimco - 292 Millionen Euro
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Die Allianz-Tochter Pimco ist im sonnigen Kalifornien zuhause. In Österreich droht Pimco nun durch den Schuldenschnitt ein Millionenverlust.

FMS Wertmanagement - 295 Millionen Euro
6 von 9

Die FMS – die Bad Bank der Hypo Real Estate in München – macht ihrem Namen alle Ehre, und muss um das Geld fürchten, das in der Hypo Alpe Adria steckt.

Düsselhyp - 348 Millionen Euro (Stand: Ende 2013)
7 von 9

Die Düsseldorfer Hypothekenbank hat noch Altlasten der Hypo Alpe Adria in den Büchern. Für die Bank könnte das sogar zu einer Schieflage führen.

Erst diese könnten dann das Verfassungsgericht einschalten. Der Niedergang der Hypo Alpe Adria hat den Freistaat Bayern und die Republik Österreich Milliarden gekostet. Über die Folgen ist eine ganze Reihe von Rechtsstreitgkeiten in Deutschland und Österreich entbrannt.

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