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Strenge Kreditregeln Faule Kredite bei chinesischen Banken werden immer mehr zum Problem

Eigentlich sollen Chinas Banken wieder mehr Geld verleihen. Aber die Zahl der faulen Kredite wächst im Rekordtempo – und könnte das noch weiter tun.
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Weniger Liquidität im ersten Halbjahr habe zu einer raschen Verschlechterung der Bilanzqualität beigetragen, heißt es aus dem chinesischen Geldhaus. Quelle: BLOOMBERG NEWS
Bank of Communications

Weniger Liquidität im ersten Halbjahr habe zu einer raschen Verschlechterung der Bilanzqualität beigetragen, heißt es aus dem chinesischen Geldhaus.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

FrankfurtDiese Zahl dürfte der chinesischen Regierung gar nicht gefallen: Im zweiten Quartal dieses Jahres ist das Volumen notleidender Darlehen in den Büchern der Banken der Volksrepublik um 183 Milliarden Yuan oder umgerechnet 26,6 Milliarden Dollar gestiegen – so stark wie noch nie seit Beginn der Statistik vor zehn Jahren.

Wie die chinesische Finanzaufsicht am Montag meldete, summieren sich die faulen Kredite in den Bilanzen der Geldhäuser mittlerweile auf 1,86 Prozent aller Ausleihungen. Das ist der höchste Wert seit dem März 2009.

„Die Daten fallen deutlich schlechter aus, als wir erwartet haben“, sagt Zhao Yaru, Analyst bei der Bank of Communications. „Weniger Liquidität im ersten Halbjahr hat mit Sicherheit zu einer raschen Verschlechterung der Bilanzqualität der Banken beigetragen.“ Außerdem macht Yarui strengere Kreditregeln für den Anstieg der notleidenden Darlehen verantwortlich.

Seit zwei Jahren versucht China, die exzessive Vergabe von Krediten durch Banken, aber auch durch sogenannte Schattenbanken, in den Griff zu bekommen. Seit Kurzem müssen Kreditgeber Darlehen als notleidend einstufen, wenn diese seit mehr als 90 Tagen nicht bedient werden. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS erwarten dadurch einen Anstieg der faulen Darlehen um 14 Prozent.

Durch den drohenden Handelskrieg mit den USA hat sich der Schwerpunkt der chinesischen Politik gegenüber dem heimischen Finanzsektor allerdings verschoben. Bevor die US-Regierung Ende März zum ersten Mal Strafzölle auf chinesische Produkte, damals im Wert von 50 Milliarden Dollar, angekündigt hatte, war Peking auf den Schuldenabbau fokussiert. Seitdem gibt es allerdings erste Anzeichen einer Lockerung der Geldpolitik.

Die Geldhäuser sollen jetzt wieder mehr Geld verleihen. Mitte April kündigte die Notenbank an, den Mindestreservesatz (RRR) für fast alle Geldhäuser um einen Prozentpunkt zu senken: auf 15 Prozent für kleinere und 17 Prozent für größere Geldhäuser. Anfang Juli folgte eine weitere Herabsetzung um 0,5 Prozentpunkte.

Insgesamt wurden dadurch rund 300 Milliarden Dollar freigesetzt. Damit sollten Zentralbankkredite beglichen werden, aber die Banken wurden auch angewiesen, das Geld als Darlehen an kleine Firmen im Land zu vergeben.

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