Strengere Kapitalregeln Handelsgeschäfte werden für Banken teurer

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat neue Kapitalanforderungen für Banken veröffentlicht. Bis 2019 brauchen Institute rund 70 Milliarden Euro mehr Kapital. Handelsgeschäfte werden damit weniger attraktiv.
Betroffen von den neuen Regeln sind nach Einschätzung von Experten vor allem große Handelsinstitute wie JP Morgan oder die Deutsche Bank. Quelle: dpa
Dickeres Kapitalpuffer erwünscht

Betroffen von den neuen Regeln sind nach Einschätzung von Experten vor allem große Handelsinstitute wie JP Morgan oder die Deutsche Bank.

(Foto: dpa)

London/Frankfurt,Banken weltweit müssen ab 2019 dickere Sicherheitspuffer für Handelsgeschäfte vorweisen. Neue Regeln werden dazu führen, dass die Kapitalanforderungen an Geldhäuser um rund 70 Milliarden Euro steigen, wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht am Donnerstag mitteilte.

Die mit Spannung erwarteten Auflagen für den Handel mit Aktien, Anleihen und anderen Papieren fallen damit deutlich milder aus als in früheren Entwürfen. Aus Sicht von Experten ist dies ein weiteres Zeichen, dass Regulierer den Banken neun Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise wieder stärker entgegenkommen und Maßnahmen vermeiden, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnten.

Betroffen von den neuen Regeln sind nach Einschätzung von Experten vor allem große Handelsinstitute wie JP Morgan oder die Deutsche Bank. Die Regulierer gehen zwar nicht davon aus, dass die Geldhäuser deshalb frisches Kapital aufnehmen müssen - ihre Quoten liegen meist deutlich über den Mindestvorgaben. Für Finanzinstitute wird das Handelsgeschäft aber weniger attraktiv. Die Deutsche Bank hat im Rahmen ihrer neuen Strategie bereits angekündigt, sich aus Handelsbereichen zurückzuziehen, die viel Kapital verzehren und vergleichsweise wenig Gewinn abwerfen. Das größte deutsche Geldhaus wollte sich zu den Auflagen zunächst nicht äußern.

Im Zuge des neuen Regelwerks schränkt der Basler Ausschuss auch den Spielraum von Großbanken ein, im Handel eigene Modelle einzusetzen, um die Kapitalunterlegung von Geschäften zu berechnen. In einzelnen Bereichen können die Aufsichtsbehörden den Banken den Einsatz von internen Modellen künftig auch verbieten, wenn sie der Ansicht sind, dass die Ergebnisse zu stark von der Standardberechnungsweise abweichen.

Durch die neuen Regeln soll es für Banken auch schwieriger werden, Papiere zwischen Bank- und Handelsbuch hin- und herzuschieben. Dies hatten in der Finanzkrise zahlreiche Geldhäuser getan, um massive Abschreibungen zu verhindern. Bereits am Montag hatte der Regulierer angekündigt, dass es für die 30 global systemrelevanten Banken künftig "zusätzliche Anforderungen" bei der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) geben soll, dem Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme.

Deutsche Bank erleidet Rückgang um 20 Prozent
Gebühreneinahmen der Investmentbanken
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2015 sanken nach einer Thomson-Reuters-Studie die Gebühreneinnahmen der Investmentbanken weltweit um 8 Prozent. Insgesamt nahmen die Banken 86,9 Milliarden Dollar (80,7 Milliarden Euro) ein, das schwächste Jahr seit 2013. Besonders stark gingen die Einnahmen in Europa zurück. Dort gab es einen Rückgang von 16 Prozent.

Platz 10: UBS
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Auf dem zehnten Platz landete wie im Jahr zuvor die UBS mit Sitz in Zürich. 1,9 Milliarden Dollar nahm die Bank ein, ein Rückgang von 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Thomson Reuters berücksichtigt in der Übersicht die Geschäfte der Investmentbanking-Abteilungen im Geschäft mit Anleihen, Aktien, Krediten und der Begleitung von Fusionen und Übernahmen (M&A).

Platz 9: Wells Fargo Bank
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Die kalifornische Investmentbank Wells Fargo hat es mit 2,1 Milliarden Dollar Gebühreneinnahmen auf den neunten Platz geschafft. Hier betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 11,8 Prozent.

Platz 8: Barclays
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Die britische Bank Barclays kam mit über einer Milliarden mehr als Wells Fargo auf Platz 8. 3,3 Milliarden Dollar nahm die Bank ein, ein Minus von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am Dienstag meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider, dass sich die Bank aus dem Investmentbanking in Asien komplett zurückziehen möchte.

Platz 7: Credit Suisse
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Die schweizerische Credit Suisse nahm mit 3,32 Milliarden Dollar etwas mehr als Barclays ein. Auch hier gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr zurück: Um 13,9 Prozent ging es nach unten.

Platz 6: Deutsche Bank
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Am härtesten traf es im vergangenen Jahr unter den größten zehn Investmentbanken die Deutsche Bank. Um 20,1 Prozent gingen die Gebühreneinnahmen auf 3,44 Milliarden Dollar zurück. Die Gründe dafür lagen vor allem im Vergleich zur Konkurrenz deutlich gesunkenen Einnahmen im M&A- und Anleihegeschäft.

Die Einnahmen bei der Deutschen Bank teilten sich laut Thomson Reuters wie folgt auf: M&A, 735 Millionen Dollar (minus 14 Prozent), Aktien, 726 Millionen Dollar (minus 26 Prozent), Anleihen 1,09 Milliarden Dollar (minus 22 Prozent) und Kredite, 893 Millionen Dollar (minus 18 Prozent).

Platz 5: Citigroup
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Die New Yorker Citigroup kam mit 4,2 Milliarden Dollar auf Rang 5. Hier gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent zurück.

Institute rund um den Globus haben gewarnt, zu harte Auflagen würden zu weniger Handel, einer geringeren Kreditvergabe und weniger Liquidität an den Märkten führen. Einige Banker sprachen in Anlehnung an die strengeren Basel-III-Kapitalregeln, die gerade umgesetzt werden, von einer Einführung von Basel IV durch die Hintertür. Regulierer haben diesen Vorwurf zurückgewiesen. Der zusätzliche Kapitalbedarf für die Banken sei nun geringer als bei früheren Entwürfen der neuen Handelsregeln, erklärte der Basler Ausschuss. EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill fordert seit langem, die Politik müsse bei neuen Regulierungsvorhaben stärker auf Verhältnismäßigkeit und Auswirkungen auf Wachstum und Arbeitsplätze achten.

  • rtr
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