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Stresstest der Bank of England Britische Großbanken für harten Brexit gewappnet

Selbst einen ungeordneten Brexit könnten die wichtigsten britischen Banken meistern, meint die Bank of England. Sie führte einen Stresstest durch. Es gibt jedoch ein Szenario, in dem die Banken ins Straucheln geraten.
Update: 28.11.2017 - 11:33 Uhr Kommentieren
Fünf von sieben britischen Großbanken bestanden den jüngsten Stresstest der Notenbank. Quelle: dpa
Bank of England

Fünf von sieben britischen Großbanken bestanden den jüngsten Stresstest der Notenbank.

(Foto: dpa)

London Die Bank of England hatte sich ein echtes Horrorszenario ausgedacht: Die britische Wirtschaftsleistung schrumpft um 4,7 Prozent, das Pfund stürzt um 27 Prozent ab, die Immobilienpreise brechen um ein Drittel ein, die Arbeitslosigkeit verdoppelt sich. Obendrein müssen die Banken noch 40 Milliarden Pfund Strafen für Fehlverhalten zahlen.

Selbst in diesem Worst Case würden die britischen Banken nicht zusammenbrechen, sondern weiter Unternehmen mit Geld versorgen. Zu diesem Ergebnis kommt der der jüngste Stresstest der britischen Notenbank. Geprüft wurden die Geldhäuser HSBC, Barclays, Lloyds, Santander, Nationwide, Standard Chartered und Royal Bank of Scotland (RBS).

Damit haben zum ersten Mal seit Beginn der Stresstests 2014 alle sieben Banken die Überprüfung bestanden. Die simulierte Krise würde die Banken 50 Milliarden Pfund kosten, die Kernkapitalquote sank daraufhin im Schnitt von 13,4 auf 8,3 Prozent.

Für die RBS und Barclays reichte es allerdings nur knapp. Die Tests wurden auf der Basis der Bank-Bilanzen von Ende 2016 durchgeführt. Ginge es nur nach diesen Zahlen, hätten Barclays und RBS die nötige Kernkapitalquote verfehlt. Die Notenbank berücksichtigte jedoch, dass beide Institute in diesem Jahr ihre Kapitalpuffer bereits verstärkt haben. So hat Barclays das Afrikageschäft abgestoßen und 2,5 Milliarden zusätzliches Kapital aufgenommen. RBS hat ebenfalls Vermögen verkauft und zwei Milliarden Pfund zusätzliches Kapital generiert.

Die Aufseher haben nicht explizit einen ungeordneten Brexit durchgespielt. Doch gilt das Test-Szenario als ausreichend hart, um auch alle Risiken des EU-Ausstiegs abzudecken. „Das britische Bankensystem könnte die Realwirtschaft auch im Fall eines ungeordneten Brexit unterstützen“, heißt es in dem Bericht der Notenbank.

Notenbankgouverneur Mark Carney warnte allerdings, dass die britischen Banken nicht einen ungeordneten Brexit und eine globale Rezession gleichzeitig verkraften könnten. In so einem Fall gerieten die Kapitalpuffer ernsthaft unter Druck, und die Banken würden die Kreditvergabe wohl einschränken müssen, sagte er.

Während keine Bank zusätzliches Kapital aufnehmen muss, erhöhte die Notenbank eine Kapitalanforderung. Sie müssen sechs Milliarden Pfund ihres bestehenden Kapitals als zusätzlichen Puffer gegen Brexit-Risiken bereithalten.

Auch mahnte Carney die Regierung, bald die geplante zweijährige Übergangsphase mit der EU zu vereinbaren. Andernfalls drohten Millionen Verträge von Versicherungskunden in Großbritannien und der EU von einem Tag auf den anderen ungültig zu werden.

Die Anleger reagierten kaum auf die Nachrichten. Die Bank-Aktien notierten großenteils unverändert. Das knappe Ergebnis der RBS, die nach der Finanzkrise 2008 verstaatlicht wurde, dürfte die britische Regierung aber beunruhigen. Finanzminister Philip Hammond hatte vergangene Woche angekündigt, den Staatsanteil von 71 Prozent bis März 2019 zu verkaufen. Das Stresstestergebnis dürfte den Aktienkurs auf Dauer eher drücken.

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