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Studie Banken haben Entgelte für Auslandsüberweisungen noch einmal erhöht

Bei Auslandsüberweisungen können Bankkunden böse Überraschungen erleben. Zumindest in der EU stehen bald große Veränderungen ins Haus.
2 Kommentare
Wer 1000 Euro in US-Dollar überweisen möchte, zahlt dafür bis zu 30 Euro Gebühren. Quelle: Reuters
US-Dollar

Wer 1000 Euro in US-Dollar überweisen möchte, zahlt dafür bis zu 30 Euro Gebühren.

(Foto: Reuters)

Berlin Banken nehmen für Überweisungen in Fremdwährungen teilweise fürstliche Gebühren. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Consumer Intelligence, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Wer 1000 Euro in US-Dollar überweisen möchte, den bittet beispielsweise die Commerzbank mit 30,29 Euro zur Kasse. Sparkassen nehmen durchschnittlich 23,15 Euro, die Deutsche Bank 18,76 Euro, die Postbank 17,15 Euro, Western Union 12,18 Euro und Transferwise 5,10 Euro.

Die Studie wurde im Auftrag des internationalen Zahlungsanbieters Transferwise durchgeführt, die Daten wurden Anfang Juli erhoben. Dabei wurden nicht nur die Gebühren berücksichtigt, sondern auch Mehrkosten, die durch einen Aufschlag auf den Wechselkurs entstehen. Dieser ist für den Bankkunden wenig transparent.

Doch nicht nur bei Überweisungen in Dollar fallen hohe Gebühren an. Große Unterschiede sind auch bei anderen Währungen zu verzeichnen.

Als Referenzgröße wählte Consumer Intelligence jeweils 1000 Euro, die in verschiedene Währungen überwiesen werden sollten. Neben US-Dollar waren es australische Dollar, britische Pfund, polnische Zloty und türkische Lira. Bezogen auf diese fünf Währungen liegen die durchschnittlichen Kosten für eine Auslandsüberweisung von 1000 Euro bei 27,54 Euro. Mit 44,84 Euro liegt die Commerzbank deutlich darüber.

Besonders heftig sind die Gebühren, wenn man 1000 Euro in polnische Zloty überweisen möchte. Die Commerzbank erhebt dann 6,78 Euro Gebühren, bei der Deutschen Bank, der Postbank und der Sparkasse sind es zwischen 28,28 Euro und 31,71 Euro.

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Auch bei Überweisungen nach Großbritannien ist die Commerzbank Gebühren-Spitzenreiter. Wer 1000 Euro in britischen Pfund überweist, muss bei der Commerzbank 29,92 Euro Gebühren zahlen. An zweiter Stelle liegt hier Western Union mit 22,82 Euro, gefolgt von den Sparkassen mit durchschnittlich 20,85 Euro und der Deutschen Bank mit 17,51 Euro.

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Consumer Intelligence hat die Überweisungskosten auch mit den Ergebnissen des Vorjahres verglichen. Dabei zeigt sich, dass im Durchschnitt die Kosten um 2,9 Prozent gestiegen sind – mit allerdings im konkreten Fall sehr divergierenden Ergebnissen.

Während bei der Commerzbank die Gebühren um knapp 29 Prozent zugelegt haben, erhöhten sich bei den Sparkassen die Gebühren knapp ein Prozent. Bei der Deutschen Bank sanken die Kosten um 0,5 Prozent, bei der Postbank um rund fünf Prozent und bei Western Union um knapp 13 Prozent.

„Wir begrüßen diesen Trend und hoffen, dass er sich künftig fortsetzt“, sagte Kristo Käärmann, Mitgründer und Geschäftsführer von Transferwise. Ab April 2020 seien die Banken per EU-Richtlinie ohnehin angewiesen, alle anfallenden Kosten vorab transparent auszuweisen.

Große Veränderungen stehen bereits ab dem 15. Dezember 2019 ins Haus. Dann tritt eine Verordnung der EU-Kommission in Kraft, die mit hohen Gebühren für Überweisungen von einem Euro-Land in ein Nicht-Euro-Land aufräumen wird.

Für die Euro-Staaten gilt schon jetzt, dass Banken für Zahlungen innerhalb der Euro-Zone nicht mehr verlangen dürfen als für Zahlungen im Inland. Künftig wird diese Regelung für die 19 Euro-Staaten für alle 28 EU-Mitglieder gelten: Für grenzüberschreitende Transaktionen von Bulgarien (Nicht-Euro-Land) nach Finnland (Euro-Land) fallen beispielsweise noch Kosten zwischen 15 Euro und 24 Euro an, auch wenn die Zahlung lediglich zehn Euro beträgt.

Mit der Verordnung werden die Kosten gesenkt und der gemeinsame Zahlungsverkehrsmarkt vereinheitlicht. Bei Überweisungen ins außereuropäische Ausland sollten Verbraucher einen Vergleich nicht scheuen.

Mehr: Verloren, verspätet, überteuert: Überweisungen in ferne Länder machen oft eine Menge Ärger. Unternehmen mit neuen technischen Angeboten versprechen Abhilfe.

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2 Kommentare zu "Studie: Banken haben Entgelte für Auslandsüberweisungen noch einmal erhöht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Text und Graphik bei ZlotY stimmen nicht überein 6,78 und 62,78

  • Sind in den Untersuchungen die Gebühren beim Empfänger schon mit berücksichtigt? Unter Umständen kommt vom überwiesenen Betrag noch weniger an.

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