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Studie London hängt Frankfurt als Finanzstandort deutlich ab

Der Finanzstandort Frankfurt will vom Brexit profitieren. Der Abstand auf London ist laut einer neuen Studie jedoch gewaltig.
1 Kommentar

Merkel – „Ganz Deutschland profitiert vom Finanzplatz Frankfurt“

LondonViel ist in diesen Tagen die Rede von einer neuen Standortpolitik für den deutschen Finanzsektor. Der sozialdemokratische Finanzminister Olaf Scholz hat sein Herz für die Londoner Banker entdeckt, und auch die Kanzlerin hofft auf eine üppige Brexit-Dividende. Die Frankfurter Lobbyverbände können ihr Glück kaum fassen: So viel Unterstützung aus der Politik gab es selten. Und sie kommt zur richtigen Zeit.

Einer neuen Studie zufolge hat die deutsche Bankenstadt gewaltig aufzuholen. Der Londoner Thinktank New Financial hat die Finanzsektoren von 48 Ländern anhand von 42 Kriterien miteinander verglichen. Berücksichtigt wurden vor allem quantitative Faktoren wie die Bilanzsumme der Banken, das private Anlagevermögen, Versicherungen, die Größe von Aktien- und Anleihemärkten, Private-Equity-Deals, Börsengänge und Unternehmenskredite. Daraus ergibt sich für jedes Land ein Score. Gemessen wurden sowohl die Größe des heimischen Finanzmarkts als auch die internationale Ausrichtung.

Die Rangliste wird mit deutlichem Abstand angeführt von den USA. Das Land führt sowohl bei den nationalen als auch bei den internationalen Finanzaktivitäten. Auf dem zweiten Platz folgt Großbritannien. Bestes Land auf dem europäischen Kontinent ist Luxemburg auf Platz sechs, gefolgt von Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Zwischen dem angelsächsischen Spitzenduo und Kontinentaleuropa liegen China, Japan und Hongkong auf den Plätzen drei bis fünf. Singapur landet auf Platz zehn.

Die Studie bestätigt den Sonderstatus von New York und London im globalen Finanzsystem. Die internationalen Finanzaktivitäten in Großbritannien sind demnach dreimal höher als in Deutschland und viermal höher als in Frankreich. Das verwaltete Anlagevermögen auf der Insel ist doppelt so groß wie in Frankreich und viermal so groß wie in Deutschland. Im Devisen- und Derivatehandel lässt Großbritannien sogar die USA hinter sich.

„Das Ergebnis zeigt, wie groß der mögliche Gewinn für andere Finanzzentren nach dem Brexit wäre“, schreiben die Autoren der Studie. „Aber es räumt auch mit der Vorstellung auf, dass Paris oder Frankfurt kurz davor stehen, London als internationales Finanzzentrum abzulösen.“

Selbst wenn ein Viertel der internationalen Finanzaktivitäten nach dem Brexit nach Deutschland, Frankreich und Luxemburg verlagert würde, wäre der britische Finanzsektor immer noch doppelt so groß wie der nächste europäische Wettbewerber, heißt es weiter.

China liegt vor allem wegen seines riesigen heimischen Bankensektors auf Platz drei der Rangliste. Auch bei der Summe der Unternehmenskredite und dem Wert der Börsengänge übertrifft das Land die USA. Die internationale Finanzaktivität hingegen ist hier eher schwach.

Die Rangliste wurde zum ersten Mal erstellt. Im Unterschied zu anderen Rankings spielen qualitative Faktoren nur eine untergeordnete Rolle. Der Thinktank wollte vor allem die tatsächlichen Finanzaktivitäten in verschiedenen Ländern messen. Auf dieser Basis ließen sich auch künftige Verschiebungen nach dem Brexit dokumentieren, schreiben die Autoren. New Financial setzt sich nach eigenen Angaben für größere und bessere Finanzmärkte in Europa ein.

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1 Kommentar zu "Studie: London hängt Frankfurt als Finanzstandort deutlich ab"

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  • Kein Wunder
    Deutschland ist überreguliert.
    Deutschland ist ein Hochsteuerland.
    Es gibt keine sicheren Einnahmen wie hohe Zinsen (vergleiche USA ca. 3%)

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