Studie US-Banken profitabler als europäische Konkurrenz

Selbst Milliardenstrafen können US-Banken nicht bremsen: Der Gewinn der größten Geldhäuser hat deutlich stärker zugelegt als bei europäischen Top-Banken. Vor der Finanzkrise sah das noch anders aus.
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JP-Morgan-Zentrale in New York. Quelle: ap

JP-Morgan-Zentrale in New York.

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US-Banken haben die Belastungen aus der weltweiten Finanzkrise nach einer Studie deutlich schneller verarbeitet als europäische Geldinstitute. Auch deshalb sind sie nun deutlich profitabler, wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young (jetzt: EY) berichtet. „Der Nettogewinn der größten zehn US-Banken lag im ersten Halbjahr mit 96 Milliarden Euro viermal so hoch wie der Nettogewinn der europäischen Top-Banken.“ Im Vergleich zum Vorjahr habe der Nettogewinn der US-Geldinstitute um 160 Prozent zugelegt, während die europäischen Geldhäuser nur ein Plus von 54 Prozent auf 24 Milliarden Euro geschafft hätten.

In den Jahren 2004 bis 2007, also vor der Finanzkrise, lagen die Nettogewinne der Top-Banken dies- und jenseits des Atlantiks nach den Angaben noch etwa auf dem gleichen Niveau. Während der Finanzkrise und in den ersten Jahren danach hätten die europäischen Banken sogar deutlich besser abgeschnitten als ihre US-Konkurrenten. Ernst & Young untersuchte die Top-10 der Banken in den USA und Europa, darunter Fannie Mae, JP Morgan Chase und Bank of America auf der einen und HSBC, Deutsche Bank und BNP Paribas auf der anderen Seite.

„Die US-Banken haben die Belastungen aus der Finanzkrise schneller und konsequenter verarbeitet - Stichworte Zwangskapitalisierung und Ausweisung von Milliardenverlusten. Heute sind sie daher weitgehend frei von Altlasten und somit handlungsfähiger“, so Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young. Gleichzeitig profitierten sie von der im Vergleich zu Europa deutlich stärkeren US-Wirtschaft und der Erholung auf dem heimischen Immobilienmarkt. Und sie seien stärker auf das Investmentbanking ausgerichtet, das derzeit dank der guten Entwicklung an den Kapitalmärkten hohe Gewinne abwerfe.

Hiesige Banken litten hingegen stark unter der schwachen Konjunktur in Europa, die zu einem steigenden Bestand an notleidenden Krediten führe. Nach Überzeugung Müller-Tronniers müssen sich Europas Banken auf eine längere Durststrecke einrichten: „Die Konjunkturkrise wird sich weiter negativ auf die Performance der europäischen Banken auswirken und eine hohe Risikovorsorge nötig machen.“ Weitere Belastungen aus der Staatsschuldenkrise in Form von Wertminderungen im Kreditportfolio seien ebenfalls nicht auszuschließen. „Vorerst ist also keine deutliche Verbesserung der Gewinnsituation der europäischen Banken in Sicht - zumal auch regulatorische Vorgaben den Handlungsspielraum der Banken massiv einschränken.“

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10 Kommentare zu "Studie: US-Banken profitabler als europäische Konkurrenz"

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  • Danke. Aber offensichtlich veröffentlicht auch selbst das HB, als sogenanntes wirtschafts- und finanzpolitisches Fachblatt, solch wenig recherchierten Artikel, welcher wohl kaum von einem kompetenten Journalisten verfasst wurde. Was ist der Sinn eines solchen Artikels?

  • Diese angeblichen Strafsummen, sind Peanuts im Vergleich zu den verursachten Milliarden-Verlusten (= Gewinne der Bank) die der Markt, sprich oft der Steuerbürger, zu tragen hat. Somit sind dies keine Strafen, sonderen sogar ein Anreizsystem es noch viel schlimmer zu treiben.

    Moderner Ablasshandel!! Keinerlei Schuldanerkennung und Bestrafung der White Collar Criminals, sondern man zahlt läppische Summen für das Schweigen und die Geheimhaltung der belastenden Dokumente gegenüber der Öffentlichkeit.

  • Diese Arbeit verdient eine 6, bitte setzen! Soviel zum verstaendnis der Deutschen was Finanzen betrifft! Also es bestaetigt nur den ildungsstand dieser Nation!

  • Ja, klar doch, weil die Inflationsraten, welche im Dreistelligen Bereich liegen, bei werthaltigen Assets und die Abschreibungen, welche genau bei 100% liegen bei 90% der im keller liegenden, ungueltigen Wettscheine, einfach noch nicht bilanziert sind!
    Aber auch wie man Pleitebilanzen zum erstrahlen bringt, das wird gerade in der EURO Zentrale ausgebruetet und sie sind schon sehr sehr weit damit!

  • es würde mich nicht wundern wenn da ein Zusammenhang besteht bei Gewinnen amerikanischer Banken und NSA Abhöraffäre wie auch schon vom Chefvolkswirt der Bremer Landesbank angedacht wurde

  • Jedes Unternehmen muss Gewinne erwirtschaften, das ist letztendlich Sinn und Zweck davon. Und wenn es um den gesamtwirtschaftlichen Aspekt betrifft, so müssen auch Banken Gewinne erwirtschaften, sonst gehen sie schlicht und ergreifend PLEITE.

    Man kann es sehen, wie man will, aber Geld ist nun einmal die Energie der Wirtschaft und somit die antreibende Kraft. Ohne das Geld und die Banken kann keine Volkswirtschaft funktionieren, trotzdem muss man sie kontrollieren. Das ist die eigentliche Aufgabe des Staates und davon hängt ab, wie erfolgreich eine Volkswirtschaft wirklich ist.

    Geld ist weder gut, noch böse. So wie auch Energie weder gut noch böse ist.

    Und was die Überschuldung betrifft, so sollte man im europäischen Raum immer daran denken, dass letztendlich das Geld von den Nationen selbst herausgegeben wird. Wenn also Schulden gemacht werden, machen diese Nationen Schulden bei sich selbst.

  • Kein Wunder. Da diese Amerika-Bankster die alten verbrecherischen Geschäftsmodelle skrupelloser weiter verfolgen als die Europa-Bankster.

  • Alles dummes Zeug. Die spielen mit Monopoly Geld. Der Gewinn ist auch nur wieder Spielgeld. Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass Geld keine Handelsware, sondern nur ein Gutschein auf eine Ware bzw. Dienstleistung ist? Würden nun alle ihr angehäuftes Geld in Waren oder Dienstleistungen eintauschen wollen, würde man schnell feststellen, dass die Ressourcen der Erde gar nicht ausreichen um ein Gleichgewicht zwischen dem nominalen Wert des ausgegeben Geldes herzustellen. Das nennt man Inflation. Die haben wir schon.

  • Wieviel "machen" eigentlich so die Banken in China, Russland, Afrika, etc?

  • Kein Wunder - der Finanzkapitalismus, also die fast leistungslose Umverteilung der Früchte realwirtschaftlicher Arbeit zu den Herren des Geldes war schon immer eine angelsächsische Spezialität. Die spannende Frage lautet, welcher gesamtgesellschaftliche Gewinn ist durch das Tun oder Lassen der Ami-Banken entstanden?

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