Swiss Leaks Hausdurchsuchung bei HSBC in der Schweiz

Die Genfer Justiz hat gegen die Schweizer Tochterbank der britischen HSBC ein Verfahren wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche eröffnet. Auch eine Hausdurchsuchung wurde vorgenommen.
Update: 18.02.2015 - 11:08 Uhr Kommentieren
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Tochter der britischen Freunde. Quelle: Reuters
HSBC-Filiale in Zürich

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Tochter der britischen Freunde.

(Foto: Reuters)

ZürichErmittlungsbeamte der Genfer Justiz haben wegen des Verdachts auf Geldwäsche Büroräume bei der Schweizer Niederlassung der britischen Großbank HSBC durchsucht. Wie die Kantonsregierung am Mittwoch mitteilte, leitete die Staatsanwaltschaft in Genf wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche ein Strafverfahren gegen HSBC Private Bank (Suisse) sowie gegen Unbekannte ein. Bei der Bank selbst sei eine Hausdurchsuchung vorgenommen worden. HSBC Private Bank wollte sich dazu nicht näher äußern. „Ich kann nichts dazu sagen“, erklärte ein Sprecher in Genf.

Die Untersuchung könne sich möglicherweise auf individuelle Personen ausweiten, die verdächtigt würden, an Geldwäsche beteiligt zu sein, teilte die Behörde weiter mit. Eine Bank könne allein schon deshalb bestraft werden, weil sie Verstöße von Angestellten nicht durch geeignete Maßnahmen verhindert habe. Verschiedene Medien hatten in den vergangenen Tagen eine Steueraffäre bei HSBC Private Bank aufgedeckt.

Diese Prominenten haben ein Konto in der Schweiz
Die Swissleaks-Enthüllungen
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Insgesamt 106.458 Kunden aus 203 Ländern identifizierte ein Rechercheteam aus „Süddeutscher Zeitung“, NDR, WDR sowie der französischen „Le Monde“, der britischen „Guardian“ und des britischen Fernsehsenders BBC. Wie aus den Swissleaks-Datensätzen hervorgeht, waren auf deren Namen rund 60.000 Haupt- und 81.000 Unterkonten bei der HSBC Private Bank Genf angemeldet. Allein die enthaltenen Kontostände belaufen sich auf rund 75 Milliarden Euro.

Auch Kunden aus Frankreich, Deutschland und Griechenland konnten geheime Konten zugeordnet werden. Das Datenleck betrifft die Schweizer Tochter der britischen Großbank HSBC, die HSBC Private Bank Genf. Die HSBC ist gemessen an der Bilanzsumme die zweitgrößte Bank der Welt.

Gennadi Timtschenko
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Unter den Kunden der Schweizer HSBC-Tochter befindet sich laut den Recherchen auch Gennadi Timtschenko. Er ist ein russisch-finnischer Oligarch im Ölhandel und ein Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Timtschenko wohnt in Genf. Sein Vermögen soll sich auf rund 14 Milliarden US-Dollar belaufen und er steht laut „Süddeutscher Zeitung“ auf der US-Sanktionsliste.

Flavio Briatore
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Der italienische Sport- und Industriemanager wurde bekannt als Teamchef des Formel-1-Rennstalls von Renault. Mehr als 73 Millionen Dollar soll Briatore bei der HSBC geparkt haben. In den enthüllten Dokumenten taucht sein Name im Zusammenhang mit neun Kundenkonten auf. Unter anderem gehöre ihm ein Nummernkonto, das 2005 geschlossen wurde, heißt es in den Berichten. Bei mindestens sechs Konten sei er als Inhaber aufgeführt – damit steht er in Verbindung mit 38 Bankkonten.

Lavrentis Lavrentiadis
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Der Banker war Inhaber der griechischen Proton Bank. Lavrentis Lavrentiadis (rechts) saß bereits in Haft wegen Verdachts auf Mord und Geldwäsche. Sein Name steht in Zusammenhang mit sieben HSBC-Kundenkonten, davon zwei Nummernkonten.

Christian Slater
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Der US-amerikanische Schauspieler Christian Slater hat bereits an der Seite von Tom Cruise und Brad Pitt gearbeitet. 1996 ist er mit John Travolta im Action-Film „Broken Arrow“ zu sehen. Er ist vorbestraft wegen Körperverletzung und Alkohol am Steuer.

Der Schauspieler wird in Verbindung gebracht mit einem HSBC-Konto namens „Captain Kirk”. Es wurde 1996 eröffnet und bereits ein Jahr später wieder geschlossen. Die enthüllten Dokumente geben allerdings keinen Aufschluss über Slaters genaue Rolle in Verbindung mit dem Konto.

Fernando Alonso
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Der spanische Formel-1-Pilot Fernando Alonso ist seit 2002 Kunde der HSBC. Er hat vier Jahre in der Schweiz gelebt. Seiner Kundendatei lassen sich vier Bankkonten zuordnen, die in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt 42,3 Millionen Dollar Wert waren. Sein Manager erklärt, dass Alonso in mehreren Ländern steuerlich registriert sei – aber überall immer korrekte Angaben mache. Auch Kollege Heikki Kovalainen zählt zu den Kunden der HSBC.

Li Xiaolin
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Sie ist eine chinesische Geschäftsfrau und Vorsitzende der China Power Investment Corporation. Die Multimillionärin ist die Tochter des chinesischen Ex-Premiers Li Peng und ist seit 2001 Kundin bei der Schweizer HSBC-Tochter. Mit ihrem Mann unterhielt Xiaolin 2006/2007 fünf Bankkonten mit einem Wert von insgesamt 2,48 Millionen Dollar. Die Konten liefen unter dem Namen der „Metralco Overseas S.A.“, einer in Panama registrierten Firma. Die Firma wurde 2012 aufgelöst.

HSBC-Chef Stuart Gulliver hatte sich daraufhin am Wochenende für die Versäumnisse bei der Schweizer Tochter entschuldigt. "Wir entschuldigen uns aufrichtig", schrieb Gulliver in einem ganzseitigen Brief, der in mehreren britischen Zeitungen am Sonntag veröffentlicht worden war.

Zahlreiche Medien hatten berichtet, HSBC habe in der Schweiz Wohlhabenden weltweit bei Steuerhinterziehung oder Geldwäsche geholfen. Das Recherche-Netzwerk ICIJ wertete eigenen Angaben zufolge einen als „Swiss Leaks“ bekannten Datensatz aus den Jahren 2006 und 2007 intensiv aus, der mehr als 100.000 Kunden mit einem Einlage-Vermögen von rund 100 Milliarden Dollar umfasst haben soll. HSBC hatte bereits eingeräumt, es habe in der Vergangenheit Fehler bei der Aufsicht und der Durchsetzung von Regeln und Vorschriften bei der Schweizer Tochter gegeben. Inzwischen sei die Bank aber radikal umgebaut.

  • rtr
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