Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Tarifeinigung Volksbanker bekommen in zwei Stufen 4,5 Prozent mehr Gehalt

Für Angestellte der Volks- und Raiffeisenbanken gibt es ab Januar 2020 mehr Geld. Das Gehaltsplus fällt größer aus als für die Beschäftigten privater Banken.
1 Kommentar
Die Mitarbeiter bei Volks- und Raiffeisenbanken bekommen Anfang 2020 mehr Gehalt. Quelle: dpa
Volksbank

Die Mitarbeiter bei Volks- und Raiffeisenbanken bekommen Anfang 2020 mehr Gehalt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Drei Monate nach Beginn der Tarifgespräche haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf ein Gehaltsplus für die Mitarbeiter der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland geeinigt. Die Entgelte der rund 145.000 Beschäftigten der genossenschaftlichen Kreditinstitute steigen in zwei Schritten um 4,5 Prozent.

Die Angestellten erhalten im Januar 2020 ein Gehaltsplus von drei Prozent, im April 2021 folgt ein weiterer Anstieg um 1,5 Prozent. Das teilte der Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR) am Mittwochnachmittag mit. Der Abschluss habe eine Laufzeit von 34 Monaten bis März 2022.

Der AVR hatte mit der Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten Verband (DBV) und der DHV (Die Berufsgewerkschaft) verhandelt.

„Es ist unter den aktuellen Umständen ein ausgezeichnetes Ergebnis, das oberhalb des Abschlusses im privaten Bankgewerbe liegt“, sagte der DBV-Bundesvorsitzende Stephan Szukalski dem Handelsblatt. Der DBV hatte ursprünglich ein Gehaltssteigerung von 6,2 Prozent im ersten Jahr sowie 4,5 Prozent im zweiten Jahr gefordert.

Die Volks- und Raiffeisenbanken stemmen sich bisher zwar erfolgreich gegen die Minizinsen in der Euro-Zone, vor allem indem sie mehr Kredite vergeben. Im vergangenen Jahr verdienten die knapp 900 Ortsbanken nach Steuern 2,2 Milliarden Euro. Doch die anhaltende Niedrigzinsphase dürfte künftig ihre Spuren in den Bilanzen hinterlassen.

Vor allem wenn die Europäische Zentralbank, wie von vielen Beobachtern erwartet, die auf einem Rekordtief liegenden Einlagenzinsen für Banken im September noch einmal um zehn Basispunkte auf minus 0,5 Prozent senkt, wird das auf Gewinne aller Geldhäuser drücken.

Banken geben mehr Geld für Digitalisierung aus

„Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet spürbar die Ertragsseite der Banken“, sagte Jürgen Kikker, Verhandlungsführer des AVR und Vorstand der Vereinigten Volksbank in Hude bei Oldenburg. Gleichzeitig müssten die Banken in die Digitalisierung investieren und steigende regulatorische Anforderungen schultern.

„Berücksichtigt man noch den scharfen Wettbewerb im Bankenmarkt, sind wir den Gewerkschaften soweit wie wirtschaftlich vertretbar entgegengekommen“, findet Kikker.

Der Abschluss fällt für Beschäftigen der Volks- und Raiffeisenbanken etwas besser aus als für die Mitarbeiter bei privaten und öffentlichen Banken. Dort hatten sich Arbeitgeber sowie Verdi und DBV Anfang Juli nach langem Ringen darauf geeinigt, dass die Entgelte für die rund 200.000 Beschäftigte in zwei Stufen um insgesamt vier Prozent steigen.

Bei den Verhandlungen mit Genossenschaftsbanken ist Verdi seit einigen Jahren bereits außen vor.

Mehr: Noch niedrigere Zinsen würden deutsche Banken Hunderte Millionen Euro kosten. Die Politik der EZB birgt die Gefahr, dass Privatkunden die Zeche zahlen.

Startseite

Mehr zu: Tarifeinigung - Volksbanker bekommen in zwei Stufen 4,5 Prozent mehr Gehalt

1 Kommentar zu "Tarifeinigung: Volksbanker bekommen in zwei Stufen 4,5 Prozent mehr Gehalt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die nominelle Steigerung ist zwar etwas höher, als im privaten Bankgewerbe, in dem ver.di mit Hilfe von Streiks zweimal 2 % erreicht hatte.
    Der Haken an der Sache: die Anhebung tritt erst zum 1.1.2020 in Kraft, ist also deutlich weniger als die angegebene 3 % wert. Und der TV läuft viel länger als der von ver.di, weshalb die Privatbanker früher weitere Anhebungen erzielen können.
    Ein viel größerer Haken liegt allerdings in der zusätzlich abgeschlossenen Tarifreform. Sowohl AVR wie auch die Organisationen (DBV und der extrem rechte DHV) nennen dazu bisher keine Details. Mit Grund?
    Beim AVR heißt es dazu schlicht: "Im Übrigen vereinbarten die Tarifparteien für Neueinstellungen ab 2020 eine Neuordnung der Einstiegs- und Endgehälter." Dem gesamtzusammenhang nach muss es um eine mehr oder weniger deutliche Absenkung gehen.
    Nun könnte sich jeder Beschäftigte sagen, was schert es mich, wenn Neueingestellte zukünftig weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen. Der Fakt ist nur, dass man selber zum Gefangenen seiner Bank wird. Ein Wechsel zu einer anderen Volksbank, oder zur DZ Bank wird de fakto schwierig, weil sofort die neue, abgesenkte Gehaltstabelle wirksam würde.
    Und schließlich ein dritter Haken: Der DHV verweist in seiner Veröffentlichung darauf, dass "Beschäftigte (...), die mehr als 20 % des Endgehalts der höchsten Stufe verdienen" aus dem Tarifvertrag insgesamt rausgenommen werden. Sie fallen damit aus dem Schutz des Manteltarifvertrages raus. Karriere in der Bank lohnt sich also am Ende nicht mehr!