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Tech-Investor Vision Fund Börsengang und Investor aus Oman: Softbanks Planspiele für seinen 100-Milliarden-Fonds

Der größte Tech-Investor der Welt denkt offenbar über einen Börsengang seines Fonds nach. Auch ein zweiter Vision Fund ist derzeit im Gespräch. Doch es gibt viele Fragezeichen.
Update: 03.05.2019 - 19:31 Uhr Kommentieren
Mit einem Zielkapital von hundert Milliarden Dollar ist der Vision Fund des japanischen Konzerns der größte Tech-Investor der Welt. Quelle: Reuters
Softbank-Gründer Masayoshi Son

Mit einem Zielkapital von hundert Milliarden Dollar ist der Vision Fund des japanischen Konzerns der größte Tech-Investor der Welt.

(Foto: Reuters)

LondonSoftbank-Gründer Masayoshi Son erwägt offenbar, seinen Vision Fund an die Börse zu bringen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Börsengang sei eine Möglichkeit, um neues Kapital zu sammeln. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Zudem laufen der Zeitung zufolge Gespräche mit Oman, um das Sultanat als neuen Investor für den Risikokapitalfonds zu gewinnen.

Mit einem Zielkapital von hundert Milliarden Dollar ist der Vision Fund des japanischen Softbank-Konzerns der größte Tech-Investor der Welt. Bisher hat er rund 80 Milliarden Dollar in 80 Firmen investiert, darunter die Silicon-Valley-Stars Uber und Slack sowie den Co-Working-Anbieter WeWork. Zwei Drittel des Kapitals stammen von den Staatsfonds Saudi-Arabiens und Abu Dhabis, der Rest von Softbank und verschiedenen Unternehmen wie Apple und Qualcomm.

Softbank-Chef Son will keinen Technologie-Trend verpassen und beteiligt sich an regionalen Marktführern in aller Welt. Seit er frühzeitig beim chinesischen Onlinehändler Alibaba einstieg, gilt er als Mann mit einem goldenen Händchen. Zuletzt investierte Softbank 900 Millionen Euro in den deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard, Anfang 2018 zudem eine halbe Milliarde Euro in die deutsche Gebrauchtwagenplattform Auto1.

Für seine Einkaufstouren braucht Son ständig frisches Kapital. Die anstehenden Börsengänge von Uber und WeWork dürften ihm eine ansehnliche Summe in die Kasse spülen. Doch der Appetit des 61-jährigen Milliardärs ist noch größer.

Softbank denkt daher weiterhin über einen zweiten Vision Fund in der gleichen Größenordnung nach. „Wir werden in den kommenden Monaten hoffentlich unseren zweiten Fonds starten“, sagte Rajeev Misra, Chef von Softbank Investment Advisers, am vergangenen Montag auf der Jahreskonferenz des Milken-Institute in Los Angeles. Auch wolle man die Mitarbeiterzahl in den kommenden 18 Monaten auf 800 verdoppeln.

Die Expansionslust steht im Kontrast zu den jüngsten Entwicklungen bei Softbank. Die Zusammenarbeit mit Großinvestor Saudi-Arabien wird zunehmend kritisiert, seit der regimekritische Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in der Türkei getötet wurde.

Der Börsengang der Softbank-Telekomtochter in Tokio im März verlief enttäuschend. Und auf Druck von Saudi-Arabien musste der Vision Fund die jüngste Finanzierungsrunde für WeWork im Januar von den ursprünglich geplanten 16 Milliarden auf zwei Milliarden Dollar senken. Den Teilhabern war die Bewertung des geyhpten Start-Ups schlicht zu teuer.

Vor diesem Hintergrund ist fraglich, wer die 100 Milliarden Dollar für einen zweiten Vision Fund bereitstellen würde. Eine erneute Beteiligung Saudi-Arabiens würde andere Investoren abschrecken. Der Großteil müsste wohl von Softbank selbst kommen, doch die Firma ist hoch verschuldet. Ein Börsengang des Vision Fund würde weitere Fragen aufwerfen.

Als Vorbild für seine Beteiligungsgesellschaft dient Son laut „Wall Street Journal“ die börsennotierte Firma Berkshire Hathaway von US-Milliardär Warren Buffett. Doch Buffett investiert in etablierte Unternehmen mit stabiler Dividende, nicht in hochriskante Start-Ups. Kleinanleger dürfen aus guten Gründen nicht in Risikokapitalfonds investieren. Wie Son diese regulatorische Hürde nehmen würde, ist unklar.

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