Teure Katastrophe Tianjin trifft Chinas Versicherer hart

Mehrere Explosionen hatte Tianjin erschüttert. Für die chinesische Versicherungswirtschaft könnte es die teuerste Katastrophe der letzten Jahre werden. Am stärksten betroffen dürften wohl Autoversicherer sein.
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Im größten Hafen im Nordosten Chinas war es in der vergangenen Woche in einem Lager für giftige Stoffe zu mehreren Explosionen gekommen. Nach amtlichen Angaben kamen mindestens 114 Menschen ums Leben, Dutzende werden noch vermisst. Quelle: ap
Explosion in Hafenstadt

Im größten Hafen im Nordosten Chinas war es in der vergangenen Woche in einem Lager für giftige Stoffe zu mehreren Explosionen gekommen. Nach amtlichen Angaben kamen mindestens 114 Menschen ums Leben, Dutzende werden noch vermisst.

(Foto: ap)

FrankfurtDie Explosionskatastrophe im Hafen der Großstadt Tianjin trifft nach Schätzungen der Ratingagentur Fitch vor allem chinesische Versicherer. Fast 80 Prozent der Versicherungsprämien in der Region entfielen auf sechs heimische Versicherer, darunter PICC und Ping An, erklärte Fitch am Dienstag. Die versicherten Schäden könnten auch höher liegen als die Schätzungen chinesischer Medien, die bei maximal 1,5 Milliarden Dollar liegen. „Die hohe Versicherungs-Durchdringungsrate in dieser Region könnte die Explosionen zur teuersten Katastrophe für die chinesische Versicherungswirtschaft der letzten Jahre machen“, hieß es in der Studie. Das könne die Finanzkraft von einigen regionalen Versicherern untergraben und solchen, die in der Region stark engagiert sind.

Ob und wie viel von den Belastungen die Versicherer auf große Rückversicherer abwälzen können, ist offen. In der Regel geben Sachversicherer in China laut Fitch 10 bis 15 Prozent der Risiken an die Rückversicherer weiter. Der größte chinesische Rückversicherer China Re hat gerade seinen Börsengang beantragt. Doch auch europäische Konzerne wie Swiss Re, Hannover Rück, Münchener Rück und Scor sind dort vertreten. Sie prüfen derzeit nach eigenen Angaben noch, ob und wie sie betroffen sind. „Wir gehen davon aus, dass eine Beteiligung möglich ist“, sagte eine Sprecherin von Hannover Rück nur.

Die Angst vor der Giftwolke
Angst vor giftigen Gasen
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Auch drei Tage nach den verheerenden Explosionen im Hafen der nordostchinesischen Millionenstadt Tianjin wütet das Feuer weiter. Aus Furcht vor giftigen Gasen ordneten die Behörden am Samstag die Räumung eines Gebiets in einem Umkreis von drei Kilometern an.

Mindestens 85 Tote
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Staatsmedien und Augenzeugen berichteten von weiteren Explosionen. Die Zahl der Opfer stieg laut Behördenangaben auf 85, mehr als 720 Menschen wurden verletzt.

Gefährliche Löscharbeiten
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Unter den Opfern seien mindestens 21 Feuerwehrleute. Von mehreren fehle weiter jede Spur.

Pressekonferenz gestürmt
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Damit ist das Unglück für chinesische Feuerwehrleute das schlimmste in mehr als sechs Jahrzehnten. Wütende Familienangehörige von vermissten Feuerwehrleuten stürmten die Pressekonferenz der Regierung und forderten mehr Informationen.

Gebiet gesperrt
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Polizei und Militär wurden zu Kontrollpunkten geschickt, die zu dem Unglücksort führen. Sie hielten Einwohner, Journalisten und andere Menschen davon ab, die Unglücksstelle in einem Umkreis von drei Kilometern zu betreten.

Unbehagen über Regen-Vorhersage
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Medien berichteten, die Reinigung der Gegend von chemischen Stoffen werde vorbereitet. Über der Unglücksstelle flogen Hubschrauber. In der Luft lag ein metallischer chemischer Gestank, über die Regen-Vorhersage gab es Unbehagen, obwohl es warm und windig war.

Der Papst
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Papst Franziskus betete vor Tausenden auf dem Petersplatz in Rom für die Opfer und Angehörigen.

Die Allianz, Europas führender Versicherer, hatte am Montag erklärt, für sie sei das Unglück keine große finanzielle Belastung. Eine konkrete Schadenserhebung laufe aber noch. Im größten Hafen im Nordosten Chinas war es in der vergangenen Woche in einem Lager für giftige Stoffe zu mehreren Explosionen gekommen. Nach amtlichen Angaben kamen mindestens 114 Menschen ums Leben, Dutzende werden noch vermisst.

Am stärksten betroffen sein dürften Autoversicherer. Der Verband der Schifffahrtsversicherer, IUMI, schätzt die Schäden, die in Tianjin allein an Fahrzeugen entstanden seien, auf bis zu 300 Millionen Dollar. Dort warten Tausende Autos auf ihren Weitertransport auf See. Anders als bei Schiffscontainern, wo sich die Schäden auf viele Schadenversicherer verteilten, gebe es nur wenige, bei denen die Autos versichert seien, erklärte die IUMI.

  • rtr
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