Thema im US-Wahlkampf Wall-Street-Gehälter steigen rasant weiter

Die Gehaltsschere zwischen Investmentbankern in New York und US-Durchschnittsarbeitern geht ungebremst weiter auseinander. Das Thema steht auch schon im Blickfeld der Politik. Vor allem ein Gesetz wird kritisiert.
Update: 13.04.2016 - 11:26 Uhr
Wall-Street-Zeichen in der Nähe der Börse New York: Trotz der ungebremst steigenden Gehälter von Investmentbankern zieht es die talentierten Nachwuchwskräfte eher ins Silicon Valley. Quelle: AP
Wall Street

Wall-Street-Zeichen in der Nähe der Börse New York: Trotz der ungebremst steigenden Gehälter von Investmentbankern zieht es die talentierten Nachwuchwskräfte eher ins Silicon Valley.

(Foto: AP)

New YorkVor fünf Jahren widmeten sich die Demonstranten von „Occupy Wall Street“ im Zuccotti Park mitten in Manhattan über Wochen hinweg der wachsenden Ungleichheit der Einkommen in den USA. Sie lösten damit eine breite gesellschaftliche Debatte nicht nur in den USA aus.

Ein Blick auf die aktuelle Lage muss bei den Kapitalismuskritikern zu Ernüchterung führen. Die Schere zwischen den höchsten und den niedrigsten Gehältern in den USA hat sich weiter geöffnet. Inflationsbereinigt und einschließlich Boni kamen Investmentbanker in New York zwischen 1990 und 2014 auf 117 Prozent Gehaltssteigerung und verdienten im Mittel 264.357 Dollar. Der Durchschnittsarbeitnehmer in den USA erhielt gerade einmal 21 Prozent mehr und kam 2014 auf 51.029 Dollar - nur etwa ein Fünftel davon. Die Daten stammen vom Nationalen Statistikamt der USA.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

Im Jahr der Präsidentschaftswahlen ist das Thema in das Blickfeld der Politik geraten. Ob Donald Trump oder Bernie Sanders - beide politischen Lager machen diese Lücke nun zum Thema. Insbesondere eine Gesetzesregelung, die es Vermögensverwaltern erlaubt, einen niedrigeren Steuersatz abzurechen, ist im Präsidentschaftswahlkampf zum Thema geworden - es widmen sich alle wichtigen verbliebenen Bewerber diesem Thema.

Senator Sanders aus Vermont schlug eine Steuer für Wall-Street-Spekulanten vor, die direkt in die Finanzierung öffentlicher Hochschulen fliessen soll. Der konservative Senator Ted Cruz aus Texas macht sich ebenfalls bereits über die Einkünfte in Manhattan lustig und propagiert, er werde selbst große Banken pleite gehen lassen.

„Die Einkommensschere ist auf der Agenda von sowohl Trump wie auch Sanders ganz nach oben gerückt, denn es ist ein Problem, das in der Öffentlichkeit bestens ankommt“, sagte John Challenger von der Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas in Chicago. Resultat sei eine ausgeprägte Antihaltung gegen die Wall Street, die sich im ganzen Lande finden lasse.

Nachwuchskräfte zieht es lieber ins Silicon Valley
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