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Thomas-Cook-Pleite Versicherer macht deutschen Urlaubern Hoffnung – aber nur ein wenig

Mit der Pleite der deutschen Töchter von Thomas Cook ist nun der Versicherungsfall eingetreten. Offen ist, ob die Zurich alle Forderungen erfüllt.
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Auch die deutsche Tochter des britischen Konzerns ist insolvent. Quelle: dpa
Thomas- Cook-Büro in Palma de Mallorca

Auch die deutsche Tochter des britischen Konzerns ist insolvent.

(Foto: dpa)

München Zwei Tage nach der britischen Mutter hat auch die deutsche Tochter von Thomas Cook am Mittwochvormittag Insolvenz angemeldet. Für die Kunden der Gesellschaften Thomas Cook, Neckermann, Öger und Bucher herrscht damit zumindest juristisch weit mehr Klarheit als in den vorangegangenen Tagen.

Da waren zwar bereits tausende Touristen an ihren Urlaubsorten gestrandet oder konnten gar nicht mehr in den Urlaub starten. Weil aber die deutschen Töchter noch nicht pleite waren, war offiziell auch noch nicht der Versicherungsfall eingetreten.

Das ist nun der Fall. Bei der deutschen Niederlassung des Versicherers Zurich reagierte man sofort. „Der Schutz der Zurich Insurance Plc., Niederlassung für Deutschland (Zurich) gilt im Rahmen der Reiseversicherungsscheine für die Kunden von Thomas Cook in Deutschland und die dazugehörigen Veranstaltermarken“, hieß es am Mittwoch nach Bekanntwerden des Insolvenzfalls umgehend auf der Webseite des Versicherers.

Im Klartext heißt das: Für die rund 140.000 Pauschalreisenden des Reiseveranstalters, die derzeit unterwegs sind, greift die Absicherung über den so genannten Reisesicherungsschein. Damit sichert Zurich nun die Übernahme der Kosten für die Beherbergung der Reisenden am Urlaubsziel sowie die Rückreise zu.

Den Reisesicherungsschein gibt es für diese Form der Reise aus mindestens zwei Reisearten – beispielsweise Transport und Unterkunft – seit dem Jahr 1994. Die Absicherung gilt jedoch nicht für nur einen Bestandteil, also für Urlauber, die nur Hotel oder nur Flug gebucht haben.

Aufatmen gab es deshalb auch beim Deutschen Reiseverband DRV. „Dem DRV wurde bestätigt, dass die Zurich Versicherung die Kosten für zwischen Thomas Cook Deutschland und Leistungserbringern wie zum Beispiel Hotels und Fluggesellschaften vereinbarten Leistungen übernimmt“, hieß es von dort.

Es bestehe deshalb kein Grund, dass Hoteliers Urlauber aus Angst vor Zahlungsschwierigkeiten des Veranstalters zur Kasse bitten. Genau das war in den vergangenen Tagen bereits vielfach aus Urlaubsgebieten zu hören.

Wie sehr das auch in der Praxis gilt, dürften allerdings erst die kommenden Tage und Wochen zeigen. Denn abgesichert sind bei einer Pauschalreise zwar alle Anzahlungen sowie der restliche Preis der Reise. Das gilt allerdings nur bis zu einer Gesamtsumme von 110 Millionen Euro pro Veranstalter und Geschäftsjahr. Das läuft in diesem Fall vom 1. November bis zum 31. Oktober.

Reicht die vereinbarte Versicherungssumme nicht aus, dann würden die Kunden anteilig ihrer Ansprüche entschädigt. Wie schnell die auf den ersten Blick hohe Versicherungssumme aufgebraucht ist, zeigen einige einfache Rechnungen.

Wer den Versicherungstopf von 110 Millionen Euro durch die rund 140.000 Urlauber teilt, die derzeit mit Marken wie Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Tours unterwegs sind, der kommt auf die überschaubare Summe von 785 Euro, die im Schnitt für jeden Einzelnen zur Verfügung steht.

Noch dramatischer wird die Situation, wenn die geschätzten rund 400 Millionen Euro mit einbezogen werden, die nach Schätzungen allein von deutschen Urlaubern bereits als Vorauszahlung für künftige Reisen geleistet wurden. Zu befürchten ist, dass Betroffene nach aktuellem Stand davon bestenfalls Anteile zurückbekommen.

Zumal der Fokus von Veranstaltern und Versicherer im Moment darauf liegt, aktuell Reisenden die sichere Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen.

Für das Sammeln und Abwickeln der Ansprüche betroffener Kunden hat Zurich den darauf spezialisierten Dienstleister Keara AG beauftragt. Auf der Keara-Webseite können Kunden ihren Schadensfall melden. Auch eine Hotline ist geschaltet unter der Telefonnummer: +49 (0)6172 – 99 76 11 23.

Diese Airlines befördern keine Thomas-Cook-Kunden mehr in den Urlaub

Mehr: Hier geht es zum Newsblog zur Thomas-Cook-Insolvenz

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