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Thomas Heidorn Kredite werden unattraktiver

Die neuen Eigenkapitalregeln des Baseler Ausschusses legen nahe, dass die Kapitalaufnahme für Banken teurer wird. Vor allem Einschränkungen bei Hybridbonds, die bislang als Eigenkapital angerechnet wurden, sind ein Problem, sagt Finanzprofessor Thomas Heidorn im Handelsblatt-Interview. Fallen die Einschränkungen raus, sinkt die Kapitalquote.
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Thomas Heidorn ist Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance & Management. Im Handelsblatt-Interview kritisiert er die neuen Eigenkapitalregeln des Baseler Ausschusses. Quelle: Pressebild

Thomas Heidorn ist Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance & Management. Im Handelsblatt-Interview kritisiert er die neuen Eigenkapitalregeln des Baseler Ausschusses.

(Foto: Pressebild)

Handelsblatt: Wie beurteilen Sie die Baseler Beschlüsse?

Thomas Heidorn: Ich bin enttäuscht, dass so wenig Konkretes über die künftige Bedeutung und Ausgestaltung von Kernkapital gesagt wurde. Das ist für viele Banken sehr relevant. Bei einigen Instituten besteht das Kernkapital zu 20 bis 40 Prozent aus Hybridanleihen, die künftig nicht mehr als Kernkapital akzeptiert werden sollen. Da stellt sich auch die Frage, wie schnell die betroffenen Banken für Ersatz sorgen müssen.

Es wird doch aber nur eine bestimmte Form des Hybridkapitals nicht mehr als Kernkapital akzeptiert, nämlich solche Anleihen, bei denen die Bank einen finanziellen Anreiz hat, sie pünktlich zu tilgen.

Heidorn: Aber genau solche Hybridanleihen, bei denen die Kündigung sehr nahe liegt, haben in der jüngsten Vergangenheit einen Boom erlebt. Und sie waren mit Risikoaufschlägen von einem Prozentpunkt viel billiger als Stammkapital, das acht bis zehn Prozentpunkte Risikoprämie kostet.

Bieten sich als Ersatz nicht stille Einlagen an, bei denen sich – anders als bei den genannten Hybridanleihen – die Zinsen eben nicht nach einer bestimmten Zeit erhöhen?

Die wird in naher Zukunft kein Mensch mehr kaufen. Den Anlegern ist doch erst jetzt bewusst geworden, dass bestimmte Risiken wie ausgefallene Kupons oder eine Verlustteilnahme tatsächlich eintreten können. Deshalb wird das harte Kernkapital – also Stammaktien und Rücklagen bei Aktiengesellschaften – viel wichtiger werden.

Welcher Punkt stört Sie eigentlich am meisten?

Es wird definitiv eine Leverage Ratio, eine Verschuldungsobergrenze, geben. Da diese aber überhaupt nicht die Risiken eines Geschäfts berücksichtigt, halte ich diese Kennziffer für problematisch. Eine Bilanz ist nicht als Risikomaß geeignet.

Welche Folgen haben die Vorschläge denn bereits jetzt?

Die Banken werden genau auf die Auswirkungsstudie sehen und schon jetzt versuchen, hartes Eigenkapital zu generieren. Absehbar ist auch, dass das klassische Kreditgeschäft für die Banken weiter unattraktiver wird und teurer für die Kunden.

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