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Tobias Vogel Dieser Banker muss die UBS durch den Brexit steuern

Tobias Vogel ist der neue Chef des UBS-Investmentbankings in Frankfurt. Seinen persönlichen Brexit hat er bereits gemanagt.
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In seiner Karriere überließ der neue Investmentbank-Vorstand der UBS bislang nichts dem Zufall. Quelle: UBS
Tobias Vogel

In seiner Karriere überließ der neue Investmentbank-Vorstand der UBS bislang nichts dem Zufall.

(Foto: UBS)

Frankfurt Mit dem Thema Brexit kennt sich Tobias Vogel aus: 2016 verfolgte er mit großem Unbehagen den Ausgang des Referendums über den Austritt Großbritanniens aus der EU. „Ich habe die Briten immer als sehr bedächtige Zeitgenossen wahrgenommen. Deshalb hat mich der Ausgang des Referendums überrascht.“

Damals lebte Vogel mit Frau und fünf Kindern in London. Und realisierte schnell: Verlässt das Land die Europäische Union ohne Deal, trifft es auch die in London lebenden Ausländer hart. Vogel besorgte sich und seiner Frau einen britischen Pass.

Knapp drei Jahre später muss er auch die europäische UBS fit machen für den Brexit. Als neuer Investmentbank-Vorstand folgt Vogel auf Stefan Winter, den Ex-Chef des Verbands der Auslandsbanken, der in Ruhestand geht. Auf Nachfolger Vogel wartet Arbeit.

„Wir haben uns beim Brexit immer für jegliches Szenario vorbereitet, inklusive des Worst Case“, also dass Großbritannien ohne Deal ausscheidet, sagt Vogel. Zwar könne es am Tag X im Markt zu „Ruckeleien“ kommen, aber: „Wir sind vorbereitet.“ Ein Kollege hält ihn für den richtigen Mann für diesen Job, auch wenn er manchmal detailverliebt sei.

Der 43-Jährige überlässt wenig dem Zufall. Seine Karriere plante der gebürtige Münsteraner, der in München aufgewachsen ist, am Reißbrett. Bei der Hypo-Vereinsbank machte der Mann mit der Hornbrille und den lockigen Haaren eine Bankausbildung und arbeitete ein Jahr als Aktienhändler. Dann zog er nach London, studierte BWL und arbeitete fünf Jahre lang parallel beim Brokerhaus Cazenove, dem langjährigen Handelshaus der Queen.

Bis 17 Uhr saß Vogel auf dem Handelsflur, um 18 Uhr ging er in die Uni und büffelte bis ein Uhr und fuhr dann mit dem Taxi nach Hause. Für Freizeit war kaum Spielraum mehr. Die Disziplin prägt ihn auch heute: Er steht er um 5:30 Uhr auf, um noch vor dem Sonnenaufgang laufen zu gehen. „Ich bin immer wieder überrascht, wie ineffizient man in der Freizeit wird“, sagt er. „Ich bin sehr organisiert.“

Deutsche Regierung zu nachlässig

Vogel wird unruhig, wenn Dinge zu lang dauern – wie nun die Brexit-Verhandlungen. „Die Politik muss sich viel mehr engagieren. Warum hat die deutsche Regierung nicht zum Beispiel die Chefs der Auslandsbanken zu einem Dinner auf Schloss Meseberg eingeladen, um für den Standort Frankfurt zu werben?“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sei offensiver aufgetreten.

Vogel wird die Rückkehr nach Frankfurt nicht schwerfallen: Zwei seiner Kinder sind am Main geboren, seine Frau, „eine Urmünchnerin“, ziehe es auch zurück nach Deutschland. Vogel schaut wenn möglich den „München-Tatort“, ist FC-Bayern-Fan und flüchtet mit seiner ältesten Tochter regelmäßig in die Berge.

Sein Abschied von Großbritannien dürfte auf Raten erfolgen. „Es war nie ein Thema, meinen deutschen Pass abzugeben“, sagt Vogel. Seinen persönlichen Brexit hat er gemanagt – nun muss er den der UBS hinbekommen.

Mehr: Bei einem No-Deal-Brexit-Szenario drohen Turbulenzen am Anleihemarkt. Viele in London ansässige Banken wollen deshalb ins Ausland flüchten.

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