Toxische Hypothekenpapiere US-Behörde klagt gegen Banken

Den Großbanken in den USA geht es jetzt richtig an den Kragen: Die Aufsichtsbehörde reicht Klagen in Milliardenhöhe ein. Es scheint doch so zu kommen, dass die Institute für die Schäden der Finanzkrise aufkommen müssen.
Update: 20.06.2011 - 21:09 Uhr 10 Kommentare
Manhattan zittert: Viele Banken müssen eine Klage befürchten. Quelle: Reuters

Manhattan zittert: Viele Banken müssen eine Klage befürchten.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Aufsichtsbehörde der US-Genossenschaftsbanken geht gegen JP Morgan und Royal Bank of Scotland vor. Die National Credit Unions Association (NCUA) hat die beiden Institute gestern auf mehr als 800 Millionen Dollar Schadensersatz im Zusammenhang mit dem Verkauf toxischer Hypothekenpapiere an Genossenschaftsbanken verklagt.

Die Maßnahme ist aber nur der Beginn einer Klagewelle. Ein Sprecher der NCUA erklärte, man plane in den kommenden Wochen weitere Klagen gegen fünf bis zehn Wall-Street-Banken, um Milliarden von Dollar zurückzufordern. Der Gesamtschaden gehe in die Milliarden.

Der Regulierer verlangt alleine von JP Morgan Chase und der Royal Bank of Scotland einen Schadenersatz von mehr als 800 Millionen Dollar. Die Behörde überwacht die Genossenschaftsbanken in den USA und springt bei Pleiten ein. In der Finanzkrise hatte sie das mehrfach tun müssen und will nun ihr Geld wiedersehen. „Diejenigen, die die Probleme bei den Kreditgenossenschaften verursacht haben, sollten auch für die Verluste aufkommen“, forderte die NCUA.

Die Aufarbeitung geht erst los
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10 Kommentare zu "Toxische Hypothekenpapiere: US-Behörde überzieht Banken mit Milliardenklagen"

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  • Jawohl. Gut ist, daß man sich mit der Sache auseinandersetzt. Ob man die wahren Schuldigen erwischt sei erstmal dahingestellt. Ziel muss sein, dass "Verantwortung" mal wieder neu und nunmehr zwangsweise neu definiert werden muss. Ich habe den Eindruck, daß die Bankenbranche sich gegenseitig , immer den eigenen Vorteil im Auge, beschissen hat. Das hat sich nur vorher keiner vorstellen können.

  • Reine Öffentlichkeitsarbeit. Lieber jetzt eine "gesteuerte"" Aufarbeitung als später eine tatsächliche. Government Sachs wird schon dafür Sorge tragen, das hier
    nichts anbrennt.
    Eine wirkliche Aufarbeitung würde systemische Änderung nach sich ziehen.
    Etliche Finanzinstitute würden zergliedert und zurück vom Oligopol wieder zum Dienstleister mit echten Wettbewerbern gemacht.
    Die Übeltäter, die durch Ihr kriminelles Handeln die Krise in 2008 verursacht haben, würden sich wieder mit Bernie Madoff arrangieren dürfen.

    All das wird nicht passieren. Es wird öffentlichkeitswirksame Strafen in Milliardenhöhe geben, die beglichen werden um das Kapitel Aufarbeitung in der Öffentlichkeit schnellstmöglich zu beenden, damit das Spiel weitergehen kann.

  • Unsere Wirtschaftsbosse und Politker schauen immer gern nach den USA - was ist bei der Bankenkrise bei uns? Eine juristische Aufarbeitung hier ist - wenn sie denn überhaupt stattfindet - zäh und verlief bisher meistens im Sande (zB Esch, Breuer etc, auch Landesbanken). Ich habe dden Eindruck, unsere Politker, Staatsanwälte und Gerichte wollen (oder können?) sich nicht mit dieser komplexen Materie befassen und sich ernsthaft mit Wirtschaft und Banken anlegen - Unsere Wirtschaftsführer reklamiernen gern die USA-Gehälter für sich - nur deren Risiken soll auch weiterhin des Steuerzahler tragen ...

  • Behörden haben es einfach, denn sie haben das Gesetz. Den wahren Schuldigen, die durch die starke Baulobby der USA beeinflußte Politik, erreicht das Gesetz nicht. Das kann nur der Bürger.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/195/2/

  • @Neoliberaler
    Nach dem Lesen Ihres Kommentars frage ich mich ob der 'Stellvertreterkapitalismus' dem Kapitalismus am Ende mehr schadet als nützt. Mit dem Verlagern der Verantwortung auf den Manager fängt es an und erreicht sicher einen Höhepunkt bei der Beachtung von Ratings zur Risikoabsicherung von Geldgeschäften. Letztere haben großen Einfluß bei Null Kapitaleinsatz.

    Muß nicht so der Kapitalismus vor die Hunde gehen? Die Planwirtschaft hat ja deshalb versagt, weil zu wenig Eigeninteresse und zuviel falscher Idealismus die Geldströme gelenkt hat.

  • Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

  • Wieder mal wird es die falschen treffen: Die Aktionäre der Banken. Man sollte doch davon ausgehen, dass die hochbezahlten Profi-Top-Talente in den Banken, die den Schrott gekauft haben, die eigentliche Schuld tragen. Aber nein, die sind ja nur für Gewinne verantwortlich und bekommen Boni, wenn eine Spekulation aufgeht. Wenn sie schiefgeht können sie nichts dafür. Den Schaden trägt der Aktionär. Was hat der für eine Verantwortung? Der hätte ja "von außen" sehen können, dass das Produkt das die Super-Boni-Banker seiner Bank der anderen Bank anbieten Betrug ist. Das halte ich für lächerlich, denn angeblich konnten das ja die Profis der anderen Bank nicht erkennen.
    Wenn es aber ein gut getarnter Betrug der Super-Boni-Banker war, warum müssen die nie für den entstandenen Schaden aufkommen? Wenn die Bank Gewinn macht wollen sie doch auch 50 % davon als Bonus für ihre Genialität. Dann sollen sie auch mal 50 % des Verlusts tragen.
    Solange die Aufarbeitung der Krise so aussieht, dass immer nur die Aktionäre und nie die Boni-Banker die Zeche zahlen wird sich nichts ändern. Ist ja ein tolles System: Der Banker zockt mit dem Geld der Aktionäre. Geht es gut bekommt er 50 % des Gewinns. Geht es schief trägt der Aktionär 100 % des Verlusts. Da ist es nur rational so riskant wie möglich zu zocken. Und dann ist es auch kein Wunder, dass irgendwann alles Geld der Aktionäre weg ist aber noch genug Verlust, dass die Staaten den zu tragen haben. Verklagt endlich die Banker und nicht die Banken. Sonst verändert sich das Verhalten der Banker nie. Nur das Geld der Aktionäre ist wieder futsch und die Verluste müssen dann wieder die Staaten übernehmen :-( Solange sich daran nichts ändert ist es nicht rational Bankaktien zu kaufen.

  • Steht aber noch nichts davon in den US Zeitungen.

  • Die Banken retten, damit sie ihre Schulden zahlen können. Da sind uns die Amerikaner ein gutes Stück voraus. Mir gefällt längst nicht alles, was Amerika (USA) so tut. Aber an der Stelle könnte Europa richtig was abgucken.

    Der europäische Subventionskreisverkehr kann auf dauer nicht funktionieren. Die Banken müssen Verantwortung übernehmen, wenn sie schlechten Schuldnern Geld leihen.

    Merkel und Sarkozy sind auf dem Holzweg.

  • Also wenn jemand eine Bank ausraubt und wird erwischt...dann muss er das Diebesgut zurück geben und muss noch eine Strafe zahlen bzw. absitzen und kann auch nicht einfach einen Verleich eingehen...so nach dem Motto ok ich hab zwar eine Mio. gestohlen aber ich geb euch 500k zurück damit ist jedem geholfen...und die Banken haben grob gesehen auch Geld gestohlen und kommen mit einen Vergleich davon...ist einfach nur lächerlich

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