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Toxische Papiere Banken fürchten Moody’s

Den Banken droht eine Welle neuer Probleme aus strukturierten Wertpapieren. Die Ratingagentur Moody?s will in den nächsten Wochen die Ratings Tausender Wertpapiere drastisch herabstufen. Bundesfinanzminister Steinbrück ist alarmiert - die Bundesregierung legt beim Thema Bad Banks ein hohes Tempo vor.
Die drohende Herabstufung der Bonität vieler Wertpapiere zwingt Steinbrück zu schnellem Handeln. Quelle: Reuters

Die drohende Herabstufung der Bonität vieler Wertpapiere zwingt Steinbrück zu schnellem Handeln.

(Foto: Reuters)

HB FRANKFURT. Wie aus diversen Ankündigungen von Moody?s hervorgeht, sind weltweit Wertpapiere von mehr als 270 Mrd. Dollar betroffen. Das würde die Banken dazu zwingen, ihre Bestände mit erheblich mehr Eigenkapital zu unterlegen. Außerdem könnten die Banken zu weiteren Abschreibungen gezwungen werden. Der Vorstand einer großen Bank sagte am Wochenende, wenn das durchkomme, sei dies eine "komplette Katastrophe".

Diese neuen Probleme dürften auch ein Thema sein bei dem heutigen Spitzentreffen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), Bundesbank-Chef Axel Weber und Länderchefs, die Beteiligungen an Landesbanken halten. Doch nicht nur Landesbanken sind davon betroffen. Auch die Commerzbank etwa hält noch milliardenschwere Portfolios an strukturierten Papieren in ihrer Bilanz.

Im Januar und März hatte Moody?s angekündigt, dass sie bei etlichen Wertpapieren von noch höheren Verlusten ausgeht als bislang angenommen. Steigende Ausfallquoten hatten zudem bei weiteren Papieren Prüfaktionen ausgelöst. Bereits damals warnte Moody?s, dass in der Folge viele Anleihen zum Teil schon im Mai massiv herabgestuft werden könnten.

In Finanzkreisen ist zu hören, im Schnitt dürfte die Bonität vieler Wertpapiere um drei bis vier Stufen sinken. Dies gilt nicht zuletzt auch als mögliche Erklärung für das Tempo, das die Bundesregierung zuletzt beim Thema Bad Banks vorgelegt hat. Eine externe Giftmülldeponie für solche Wertpapiere würde den Banken weitere Abschreibungen ersparen, denn die ausgelagerten Zweckgesellschaften dürfen nach den aktuellen Plänen als Anstalten öffentlichen Rechts nach den deutschen HGB-Regeln bilanzieren.

Das ist dringend nötig. Viele der bedrohten Wertpapiere nähern sich wichtigen Schwellenwerten, die das Eigenkapital der Banken bedrohen. Und je schlechter die Ratings eines Wertpapiers sind, desto mehr Eigenkapital müssen die Banken vorhalten. Das wiederum schränkt die Fähigkeit ein, Kredite zu verleihen.

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