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Trotz abnehmender Risiken Draghi will geldpolitisch Kurs halten

Trotz des soliden Aufschwungs will EZB-Chef Draghi weiter an der lockeren Geldpolitik festhalten. Die Haltung des EU-Organs trifft auch weiter auf Kritik. Finanzminister Schäuble sieht „außergewöhnliche Probleme“.
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Für den EZB-Präsidenten überwiegen die Vorteile der ultra-lockeren Geldpolitik. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Für den EZB-Präsidenten überwiegen die Vorteile der ultra-lockeren Geldpolitik.

(Foto: Reuters)

Den Haag EZB-Chef Mario Draghi will trotz aufgehellter Konjunkturperspektiven an der ultra-lockeren Geldpolitik festhalten. Es sei weiter nötig, den „sehr substanziellen“ Konjunkturimpuls aufrechtzuerhalten, sagte der Italiener am Mittwoch bei einem Auftritt im niederländischen Parlament. Die einlaufenden Daten belegten zwar, dass der Aufschwung zusehends solider werde: „Die Abwärtsrisiken haben sich weiter verringert. Dennoch ist es noch zu früh, einen Erfolg zu verkünden.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrem jüngsten Ratstreffen an ihrem Kurs der weit geöffneten Geldschleusen festgehalten. Draghi betonte dabei, es brauche sehr günstige Finanzierungsbedingungen, um die Inflation in Richtung des EZB-Ziels von mittelfristig knapp unter zwei Prozent zu treiben.

Die Aktienkurse der Notenbanken

SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK NAMENS-AKTIEN SF 250

WKN
ISIN
CH0001319265
Börse
FSE

-70,00 -1,44%
+4.705,00€
Chart von SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK NAMENS-AKTIEN SF 250
Schweizerische Nationalbank
1 von 4

Die schweizerische Nationalbank hat den niedrigsten Wert an der Börse. Sie ist dort rund 190,5 Millionen Schweizer Franken wert, umgerechnet 175 Millionen Euro. Nicht alle Aktionäre sind mit dieser Bewertung einverstanden. Sie sei zu niedrig, kritisieren sie. Immerhin lag der letzte Notenbankgewinn bei 24,5 Milliarden Franken. Doch es gibt auch Gründe für die niedrige Bewertung. Das Stimmrecht der Privataktionäre ist begrenzt, ebenso wie die Dividende. Erwirtschaftet die Bank nun einen größeren Gewinn, so haben die Aktionäre davon in der Regel wenig.

Bank of Japan

WKN
ISIN
Börse

Chart von Bank of Japan
Bank of Japan
2 von 4

Bereits seit Jahren mangelt es den Japanern an Kaufkraft. Das liegt unter anderem an fallenden Preisen. Verbraucher hoffen auf zukünftige Schnäppchen und Firmen stellen Investitionen zurück. Großes Ziel der Nationalbank ist deshalb ein Inflationsziel von zwei Prozent, womit sie sich äußerst schwer tut. In der ersten Jahreshälfte 2013 erfuhr die Aktie noch einen enormen Kursanstieg. Seitdem geht es nur noch bergab. Im zuletzt berichteten Geschäftsjahr machte die japanische Notenbank einen hohen Verlust von rund 200 Milliarden Yen (umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro).

Bank of Greece

WKN
ISIN
Börse

Chart von Bank of Greece
Bank of Greece
3 von 4

In den Krisenjahren mussten die Aktionäre der Bank of Greece einen gewaltigen Wertverlust hinnehmen. Der Kurs fiel von 80 Euro auf 40 Euro und zuletzt sogar auf rund 10 Euro. Dafür können Anleger in Griechenland eine vergleichsweise hohe Dividende abschöpfen. Die Mindestdividende liegt hier bei zwölf Prozent auf den Nennwert der Aktien.

BANQUE NATIONALE BELGIQUE S.A. ACTIONS AU PORT. O.N.

WKN
ISIN
BE0003008019
Börse
STU

0,00 0,00%
+2.210,00€
Chart von BANQUE NATIONALE BELGIQUE S.A. ACTIONS AU PORT. O.N.
Banque National Belgique
4 von 4

Die belgische Nationalbank gehört seit 1948 zur Hälfte dem Staat und schüttet ebenfalls eine Dividende aus. Die Mindestdividende liegt dabei bei sechs Prozent. Auch der Kurs der Aktie kann sich sehen lassen. Er bewegt sich zwischen 2.000 und 4.000 Euro – wenn auch mit großen Ausschlägen. Die Macht der Anleger ist jedoch wie bei allen börsennotierten Notenbanken sehr beschränkt. So dürfen sie zum Beispiel nicht über die Geldpolitik mitentscheiden und für die Gewinnverwendung gibt es Vorgaben der Nationalstaaten. Fachleute raten daher allgemein nicht zu Notenbankaktien, wenn das Ziel ist, eine liquide Anlage zu tätigen.

Die Nullzinspolitik ist vor allem in Deutschland umstritten. Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sie den Banken und der ganzen Finanzbranche hierzulande „außergewöhnliche Probleme“. Draghi sagte in Den Haag, die Vorteile der ultra-lockeren EZB-Geldpolitik überwögen mögliche Nebenwirkungen. Sein Auftritt ist Teil einer Reihe von Besuchen in Parlamenten von Mitgliedsstaaten der Währungsunion. Im September 2016 hatte er seine Nullzinspolitik im Bundestag gegen Kritik verteidigt.

Finance Briefing
  • rtr
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