Trotz Gewinnrückgang Aareal Bank erhöht die Dividende

Obwohl die Aareal Bank im vergangenen Jahr ihren Vorjahres-Gewinn nicht halten konnte, erhöht das Wiesbadener Institut seine Dividende.
Update: 28.02.2018 - 14:54 Uhr Kommentieren
Die Aktionäre der Aareal Bank erhalten nun 2,50 Euro je Anteilsschein nach zwei Euro im Jahr zuvor. Quelle: PR
Aareal Bank

Die Aktionäre der Aareal Bank erhalten nun 2,50 Euro je Anteilsschein nach zwei Euro im Jahr zuvor.

(Foto: PR)

Frankfurt
Die auf einem dicken Kapitalpolster sitzende Wiesbadener Aareal Bank hebt ihre Dividende von zwei auf 2,50 Euro je Aktie an und prüft kleinere Übernahmen. Denkbar seien gezielte Zukäufe bei der Mainzer IT-Tochter Aareon, sagte Vorstandschef Hermann Merkens am Mittwoch in Frankfurt.

Der Bereich, der Abrechnungs- und Zahlungsverkehrslösungen für die Immobilien- und Energiewirtschaft anbietet, soll auf mittlere Sicht wachsen. Entscheidungen, wie das überschüssige Kapital in Höhe von rund 150 Millionen Euro verwendet werden soll, will Merkens im Laufe des Jahres treffen. Denkbar sei neben der Verstärkung von Aareon aber ausdrücklich auch eine Rückgabe an die Aktionäre.

Aareon habe auch ohne Zukäufe das Potenzial mehr als 50 Millionen Euro zum Gewinn beizutragen, sagte Merkens. Gezielt ergänzt um Akquisitionen sei dieses Potenzial noch deutlich höher. Details zu möglichen Übernahmezielen wollte der Chef des größten deutschen Immobilienfinanzierers nicht nennen. Merkens hatte Aareon, den europäischen Marktführer bei IT-Systemen für die Immobilienwirtschaft, erst 2017 mit der niederländischen Karlshoven Groep und der Augsburger mse Immobiliensoftware GmbH verstärkt.

Die gesamte Aareal Gruppe, die rund 2700 Mitarbeiter in Europa, Nordamerika und Asien beschäftigt, erwirtschaftete 2017 ein Betriebsergebnis von 328 (2016: 366) Millionen Euro. Der Gewinn lag wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und weil viele Kunden ihre Kredite vorzeitig zurückzahlten, erwartungsgemäß unter dem des Vorjahres.

Im laufenden Jahr rechnet die Aareal Bank, die zuletzt die Immobilienfinanzierer Corealcredit und Westimmo übernommen hatte und diese Portfolios nun aufräumt, mit einem Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. Das wäre abermals ein Rückgang - wegen der anhaltend niedrigen Zinsen in Europa und weil der Konkurrenzdruck auf der Marge lastet. Noch 2015 hatte die Aareal Bank ein Rekordergebnis von 470 Millionen Euro ausgewiesen.

Merkens äußerte sich dennoch zufrieden zum Jahresabschluss 2017: Wir haben wieder geliefert, was wir versprochen haben. Die Aareal Bank Gruppe geht ungeachtet des weiterhin anspruchsvollen Umfelds unbeirrt ihren Weg. Im laufenden Jahr will Merkens das Kreditportfolio in einer Größenordnung von rund 25 bis 28 Milliarden Euro konstant halten. An Neugeschäft peilt er sieben bis acht Milliarden Euro an, abermals mit Schwerpunkt USA, wo die Zinsen inzwischen wieder anziehen und die Margen höher sind als in Europa.

Die Aktionäre reagierten am Mittwoch angetan auf die Dividendenerhöhung. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie verteuerte sich um mehr als zwei Prozent. Merkens will die Investoren auch in den kommenden Jahren mit hohen Ausschüttungen bei Laune halten. Geplant sei, sowohl für 2018 als auch für 2019 und 2020 jeweils 70 bis 80 Prozent des Gewinns auszuzahlen.

Die Aareal Bank hat viel Kapital übrig, weil sie die Anforderungen der Aufseher und Regulierer an das Kapitalpolster übererfüllt - ihre sogenannte harte Kernkapitalquote lag im vergangenen Jahr bei 13,4 Prozent. Der Vorstand hält 12,5 Prozent für ausreichend.

  • rtr
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