Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Übernahme Luftfahrtgeschäft der DVB Bank geht an Japaner

Die Tochter der DZ Bank verkauft ihre Flugzeugkredite an Mitsubishi UFJ Financial Group. Das Portfolio ist 5,6 Milliarden Euro wert.
Update: 01.03.2019 - 12:53 Uhr Kommentieren
Bereits im November letzten Jahres war abzusehen, dass die Japaner das Luftfahrtgeschäft übernehmen. Quelle: dpa
DZ Bank

Bereits im November letzten Jahres war abzusehen, dass die Japaner das Luftfahrtgeschäft übernehmen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie DZ Bank kommt mit dem Eindampfen ihrer Krisentochter DVB Bank voran. Am Freitagmorgen gab die DVB bekannt, dass sie das Geschäft mit Flugzeugkrediten an die japanische Großbank Mitsubishi UFJ Financial Group verkauft. Zum 30. Juni 2018 hatte das Portfolio ein Volumen von 5,6 Milliarden Euro. Auch Mitarbeiter sollen von der DVB zu Mitsubishi wechseln.

Der Verkauf soll im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein. Wie hoch der Kaufpreis ist, sagten beide Banken nicht. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte schon im November berichtet, dass die Japaner im Rennen um das Kreditportfolio in Führung liegen.

Unmittelbar vor Weihnachten hatte sich die DVB von ihrem Finanzierungsgeschäft für Schienen-Transportmittel getrennt. Das Portfolio von 1,4 Milliarden Euro erwirbt die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Auch in diesem Fall äußerten sich DZ Bank und Helaba nicht zum Kaufpreis.

Kleinere Geschäfte schlägt die DZ-Bank-Tochter ebenfalls los. So übernimmt die Volkswagen-Tochter VW Financial Services mit Log Pay einen Zahlungsdienstleister von der DVB komplett. Log Pay wickelt zum Beispiel Zahlungen für Unternehmen aus dem öffentlichen Nahverkehr ab und für Mautstellen.

Die genossenschaftliche DZ Bank, die zweitgrößte Bank Deutschlands, betrachtet die Aktivitäten der DVB nicht mehr als Kerngeschäft. Die DBV hatte 2017 wegen Schiffskrediten einen Vorsteuerverlust von rund 770 Millionen Euro erlitten. Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten in einer Krise, was in Deutschland auch die NordLB stark spürt, die gerade durch das Land Niedersachsen und die Sparkassen-Finanzgruppe gerettet wurde.

Wie DZ Bank mit dem DVB-Schiffsportfolio verfährt, ist noch nicht klar. Das Spitzeninstitut der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken schaut sich „verschiedene strategische Optionen an“ und will dabei wertschonend vorgehen. Das Geldhaus könnte die Kredite also selbst herunterfahren oder auch verkaufen.

Per Mitte vergangenen Jahres betrug das gesamte Kreditportfolio der DVB gut 18 Milliarden Euro, zum Jahresende ist es Finanzkreisen zufolge bereits deutlich gesunken. Wenn die DZ Bank kommende Woche über ihr Geschäftsjahr 2018 berichtet, finden sich allerdings auch die Kredite aus dem Geschäft mit Schienen-Transportmitteln noch in der Bilanz. Die Veräußerung an die Helaba ging im vergangenen Jahr nicht mehr über die Bühne.

Am kommenden Dienstag werden die beiden neuen Co-Vorstände, Uwe Fröhlich und Cornelius Riese, erstmals das Ergebnis der DZ-Bank-Gruppe vorstellen. Sie sind seit Jahresbeginn im Amt. Die Gruppe hatte 2017 vor Steuern 1,8 Milliarden Euro verdient – vor allem dank der Töchter wie der Versicherung R+V und der Fondsgesellschaft Union Investment.

Herausforderung für Fröhlich und Riese wird nun sein, die Bank selbst auf Wachstumskurs zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie – ohne die Töchter - überhaupt dauerhaft Geld verdient. Besonders das Geschäft mit Unternehmenskunden ist hart umkämpft. „Das Firmenkundengeschäft in Deutschland ist aktuell nicht nur wettbewerbsintensiv, es herrschen Kampfkonditionen“, warnte Riese kürzlich.

Belastend wirkte sich dagegen die Schifffahrtskrise aus, die der Tochtergesellschaft DVB Bank einen Vorsteuerverlust von 774 Millionen Euro einbrockte. Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten seit fast zehn Jahren in der Krise, unter der auch Konkurrenten wie die NordLB und die HSH Nordbank leiden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Übernahme - Luftfahrtgeschäft der DVB Bank geht an Japaner

0 Kommentare zu "Übernahme: Luftfahrtgeschäft der DVB Bank geht an Japaner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.