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Übernahmen BC Partners wagt großen Zukauf

BC Partners übernimmt für rund 400 Mio. Euro zwei Labordienstleister und baut damit seine Aktivitäten im Gesundheitsmarkt aus. Weil es in der krisengeschüttelten Branche derzeit schwierig ist, Fremdkapital aufzubringen, greift der Finanzdienstleister überwiegend auf Eigenkapital zurück, um den Deal zu finanzieren.
Mit zwei Labordienstleistern möchte BC Partners im Gesundheitsbereich wachsen. Quelle: ap

Mit zwei Labordienstleistern möchte BC Partners im Gesundheitsbereich wachsen.

(Foto: ap)

FRANKFURT. Die Beteiligungsbranche meldet sich mit einer großen Übernahme zu Wort. Der Finanzinvestor BC Partners kauft 40 Prozent des Augsburger Labordienstleisters Synlab und dessen Wiener Rivalen Futurelab komplett. Nach Informationen aus Finanzkreisen bezahlt BC Partners für die Investments rund 400 Mio. Euro.

Damit handelt es sich in diesem Jahr um eine der größten Transaktionen in Europa. Bisher war der Erwerb des schottischen Energiedienstleisters Wood Mackenzie durch die Private-Equity-Gesellschaft Charterhouse Capital Partners für rund 637 Mio. Euro die größte Übernahme. In Deutschland ließ der Erwerb des Wurstpellenherstellers Kalle durch Silverfleet Capital für über 212 Mio. Euro im August aufhorchen. In der Boomphase bis in das Jahr 2007 hätten die jüngsten Deals kaum für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals hatten Transaktionen wie der Kauf der Energiegruppe TXU (heute Energy Future) durch die Beteiligungshäuser KKR und TPG ein Volumen von mehreren Milliarden.

Dass es derzeit in der krisengeschüttelten Branche schwer ist, ausreichend Fremdkapital aufzubringen, zeigt auch der Kauf der beiden Labordienstleister. BC Partners habe rund 300 Mio. Euro selbst gestemmt. Das Geld sei aus dem jüngsten Fonds „BC European Capital VIII“ mit einem Volumen von rund sechs Mrd. Euro gekommen, berichten Insider. Die restlichen rund 100 Mio. Euro stammten aus einer Bankengruppe um die österreichische Raiffeisen, Unicredit und die WestLB. Zum Vergleich: In guten Zeiten wurden vielfach 80 Prozent und mehr des Erwerbspreises über Kredite finanziert. Heute sind einzelne Banken nach der Beobachtung von Andreas Nick, Managing Director bei Sal. Oppenheim, „allenfalls bereit, Kredittranchen von bis zu 30, in der Spitze maximal 50 Mio. Euro zu übernehmen“.

Die Firmen Synlab und Futurelab beschäftigen insgesamt gut 4 000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von 380 Mio. Euro. Sie sollen nach Abschluss der Übernahme zusammengelegt werden. Angesichts der Konsolidierung im Markt für Labordienstleistungen griff BC Partners zu und will nach den Worten von Ewald Wagenbach, Geschäftsführer von BC Partners, sowohl organisch als auch durch Akquisitionen weiter wachsen.

Der Finanzinvestor verfügt mit Unternehmen wie Centro Medico Teknon in Spanien über Expertise im Gesundheitsmarkt. In Deutschland gehören aktuell das Kabelunternehmen Unitymedia, der Chemiehändler Brenntag und der Transformatorenhersteller SGB Starkstrom Gerätebau zu den Portfoliounternehmen von BC Partners.

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