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Umbau Bei der Deutschen Bank wächst nur das Firmenkundengeschäft

Ausführliche Angaben der Deutschen Bank über die Ertragskraft zeigen: Im ersten Halbjahr schrumpften auch bis dahin stabil wirkende Sparten.
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Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Christian Sewing

Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, auf der Hauptversammlung in Frankfurt.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Frankfurt Die Deutsche Bank hat diese Woche erstmals ausführliche Angaben über die Ertragskraft ihrer neuen Kernsparten vorgelegt. Bislang gab es nur Eckdaten dazu, wie profitabel die Neu-Segmente Unternehmerbank, Privatkundenbank, Investmentbank und Vermögensverwaltung sind.

Was aus den Angaben hervorgeht, ist für weite Teile der Bank wenig schmeichelhaft. Im ersten Halbjahr 2019 schnitt eigentlich nur ein Teilsegment gut ab: Das Firmenkundengeschäft, das in der Unternehmerbank angesiedelt ist, steigerte seine Erträge um zehn Prozent. Das stabilisierte die Erträge der Sparte Unternehmerbank, denn deren zweites Standbein – Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung – büßte um vier Prozent ein.

Die Unternehmerbank ist ein Produkt der neuen Strategie vom Juli. Sie führte das bislang in der Investmentbank angesiedelte Transaktionsbank-Geschäft – Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung – mit dem Mittelstandsgeschäft aus der Privatkundensparte zusammen.

Bereinigt um dieses Mittelstandsgeschäft sieht die Privatkundensparte nun deutlich schwächer aus als bisher: Ihre Erträge schrumpften um sechs Prozent. Inklusive Mittelstandsgeschäft lag das Minus im ersten Halbjahr bei nur vier Prozent. Vor allem im Inlandsgeschäft ist die Diskrepanz groß. Dort hat sich der Ertragsrückgang durch die Umstrukturierung auf sechs Prozent verdoppelt.

Die Resultate zeigen, dass der neue Deutschlandchef im Privatkundengeschäft, Manfred Knof, noch einiges zu tun hat, um bis 2022 die geforderte Rentabilität von zwölf Prozent auf das materielle Eigenkapital zu erreichen. Denn ohne das Mittelstandsgeschäft fiel die Rendite zuletzt um etwa ein Viertel niedriger aus.

Wenig Veränderungen in Privatkundensparte

Ein Hebel dafür dürfte ein entschlossenerer Stellenabbau in der Sparte sein. Verglichen mit der Personalentwicklung in anderen Geschäftssparten oder bei Mitarbeitern mit konzernübergreifenden Funktionen ist in der Privatkundensparte bisher wenig passiert. Die Zahl der Vollzeitjobs lag gerade einmal um 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der konzernweite Durchschnitt betrug dagegen fünf Prozent.

Zwar reduzierte die Unternehmerbank die Zahl der Arbeitsplätze auch nur um 1,8 Prozent, doch die Zahl setzt sich anders zusammen: Die Sparte investierte in Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Deren Zahl stieg sogar im Jahresvergleich. Gekürzt wurde dafür bei Verwaltungsarbeiten, wo 5,5 Prozent der Jobs wegfielen. Ähnlich sieht die Entwicklung der Investmentbank aus. Es gab mehr Mitarbeiter mit Kundenkontakt, dafür fiel etwa jede zehnte Stelle außerhalb des „Front Office“ weg.

Anders sieht es im Privatkundengeschäft aus: Dort sank zwar die Zahl der Mitarbeiter mit Kundenkontakt um 2,6 Prozent, dafür stieg die Stellenzahl in anderen Bereichen.

Ob sich die Verhältnisse so leicht umkehren lassen – mehr Vertriebler, weniger Verwalter – ist die andere Frage. Von den rund 44.000 Mitarbeitern des Segments arbeiten rund 86 Prozent mit dem Kunden. Bei Unternehmer- und Investmentbank gilt das nur für jeden zweiten Job.

Unmöglich scheint es aber nicht zu sein. Auch in der Vermögensverwaltung arbeitet das Gros der Mitarbeiter im Vertrieb. Dennoch fiel jenseits des Kundengeschäfts fast jeder zweite Job weg.

Mehr: Deutsche Bank setzt mit instinktlosen Beförderungen ihren Ruf aufs Spiel

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