Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Umbaupläne Vize-Chef Garth Ritchie verlässt die Deutsche Bank – Sewing übernimmt das Investmentbanking

Garth Ritchie, Leiter des Investmentbanking bei der Deutschen Bank, tritt zum 31. Juli zurück. Der Aktie legt zu. Seine Nachfolge wird zur Chefsache.
Update: 05.07.2019 - 15:21 Uhr Kommentieren
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende wird die Deutsche Bank verlassen. Quelle: Dominik Pietsch für Handelsblatt
Garth Ritchie

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende wird die Deutsche Bank verlassen.

(Foto: Dominik Pietsch für Handelsblatt)

Düsseldorf, Frankfurt Garth Ritchie, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und Leiter der Unternehmens- und Investmentbank, tritt zum 31. Juli von seinen Ämtern zurück. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Die Aktie setzte sich daraufhin mit einem Plus von mehr als zwei Prozent an die Spitze des Dax.

Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, so die Bank. Um eine reibungslose Übergabe zu sichern, werde er das Unternehmen noch bis Ende November 2019 beraten. Ritchies Nachfolge als Chef des Investmentbanking wird der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing übernehmen.

Ritchie startete seine Laufbahn bei der Deutschen Bank 1996 in Johannesburg und hatte im Laufe der Jahre verschiedene Führungspositionen inne. Seit 2016 sitzt er im Vorstand. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Ritchie zusammen mit der Regulierungsvorständin Sylvie Matherat das schlechteste Ergebnis eingefahren. Nur gut 61 Prozent der Aktionäre stimmten für seine Entlastung.

Vor allem wegen des Abstiegs im von ihm verantworteten Investmentbanking stand Ritchie in der Kritik. In den vergangenen beiden Quartalen hat die Sparte sogar Geld verloren und insgesamt einen Verlust vor Steuern von 390 Millionen Euro angehäuft. Zudem geriet Ritchie im Zusammenhang mit umstrittenen Cum-Ex-Steuertransaktionen ins Visier der Kölner Staatsanwaltschaft, die Anfang Juni ihre Ermittlungen auf Ritchie und zahlreiche weitere Mitarbeiter und Manager der Bank ausweitete.

Dass Sewing einen Vorstandsumbau plant, war bekannt. Ritchie galt bereits als akut gefährdet. Laut Geschäftsbericht schnitt Ritchie bei der Erfüllung seiner Ziele im vergangenen Jahr schlechter ab als alle anderen Vorstände, dennoch bekam er das höchste Gehalt zugesprochen: 8,6 Millionen Euro pro Jahr, inklusive einer drei Millionen schweren „Brexit-Zulage“.

„Wir danken Garth Ritchie für seinen Einsatz und für die gute Arbeit während seiner langjährigen Karriere bei der Deutschen Bank“, wird der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. „Er hat dazu beigetragen, die Deutsche Bank durch eine herausfordernde Zeit zu steuern.“

Weitere Änderungen im Vorstand möglich

Vorstandschef Sewing sagte: „Garth Ritchie war unserer Bank immer im besten Sinne eng verbunden – mit großem Engagement, Einsatz und absoluter Loyalität zur Bank. Ich möchte ihm persönlich danken für die sehr gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit während seiner Laufbahn und insbesondere in den vergangenen 15 Monaten als mein Stellvertreter.“

Zu weiteren Änderungen im Vorstand äußerte sich die Deutsche Bank zunächst nicht. Weitere Details zum Führungsteam des Geschäftsbereichs werde man zu gegebener Zeit bekanntgeben. Neben Ritchie könnte aber auch Matherats Job in Gefahr sein. Ihr wird angelastet, dass sie zu langsam auf die jüngsten Geldwäscheaffären reagiert habe. Darüber hinaus könnte nach Informationen aus Finanzkreisen aber auch Asien-Vorstand Werner Steinmüller, dessen Vertrag im kommenden Jahr ohnehin ausläuft, früher aufhören.

Rücktrittsgerüchte ranken sich auch um Finanzvorstand James von Moltke und Privatkundenchef Frank Strauß. Im Fall von Moltke heißt es, dass ein Abschied sehr unwahrscheinlich ist. Zu Frank Strauß ist zu hören, dass das Verhältnis zum Vorstandschef gestört ist, dass im Aufsichtsrat bislang aber noch nicht über eine Ablösung des Privatkundenchefs diskutiert wurde.

Im Zuge von Sewings Konzernumbau steht die Deutsche Bank vor dem größten Stellenabbau ihrer Historie. Insidern zufolge wird die Sanierung zwischen 15.000 und 20.000 Stellen kosten, ein Fünftel der Belegschaft von zuletzt rund 91.500 Mitarbeitern. Der Schrumpfkurs dürfte die Unternehmens- und Investmentbank, in der aktuell gut 17.000 Menschen beschäftigt sind, besonders treffen. Aber auch in anderen Bereichen, wie der Infrastruktur der Bank, dürften viele Jobs wegfallen.

Seine Pläne wird Sewing an diesem Sonntag dem Aufsichtsrat vorlegen. Dieser muss dann über den radikalen Umbau abstimmen.

Mehr: Deutsche Bank-Chef Christian Sewing plant einen harten Sanierungsplan. Der Vorstand soll dabei verkleinert werden.

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Umbaupläne - Vize-Chef Garth Ritchie verlässt die Deutsche Bank – Sewing übernimmt das Investmentbanking

0 Kommentare zu "Umbaupläne: Vize-Chef Garth Ritchie verlässt die Deutsche Bank – Sewing übernimmt das Investmentbanking"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote